Allgemeine Berichte | 23.04.2026, 15:57 Uhr

Nächste Veranstaltung am 12. Mai

Große Resonanz beim zweiten Vortragsabend zum Kriegsende 1945 am Theater Lahnstein

Richard Schneck berichtete von den Kämpfen zwischen Untermosel und Unterem Oberen Mittelrheintal zum Kriegsende 1945.
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Lahnstein. Auf großes Interesse stieß der zweite von insgesamt fünf Vortragsabenden zum Kriegsende 1945 zwischen Koblenz und Kaub im Theater Lahnstein.

Die Veranstaltung war ausverkauft, dank zusätzlich bereitgestellter Stühle konnten auch Spontanentschlossene Platz finden. Damit wurden die Erwartungen, die bereits die gut besuchte Auftaktveranstaltung im März geweckt hatte, nochmals übertroffen. Moderator Ulrich Linnemann eröffnete den Abend und dankte dem Publikum für das anhaltend große Interesse an der Vortragsreihe.

Der Lokalforscher Richard Schneck berichtete fakten- und anekdotenreich in seinem Vortrag „Die Kämpfe zwischen Untermosel und Unterem Oberen Mittelrheintal: Die Übergänge der US-Army zu Rhens und Brey“ von den tragischen Ereignissen der letzten Märztage in Jahr 1945. Damals stieß die 87th Infantry Division „Golden Acorn“ als Teil von Pattons 3. US-Armee über die Mosel und Hunsrück kommend südlich von Koblenz zwischen Rhens und Brey zum linken Rheinufer vor. Von dort setzte sie auf das Gegenufer im südlichen Oberlahnstein über.

Der Referent stellte insbesondere die mitunter erbittert geführten Kämpfe und die hohen Verluste der Amerikaner beim Rheinübergang von rund 100 Toten und Vermissten heraus, eine Folge der massiven Gegenwehr von deutscher Seite. Richard Schneck gelang es durch intensive persönliche Kontakte zu Kriegsveteranen der beteiligten US-Einheiten und ihren Familien, von denen die meisten nunmehr verstorben sind, sowie eigene Recherchen in den National Archives in College Park (Maryland, USA), ein facettenreiches und detailliertes Bild von den letzten Kriegstagen auf den linken Rheinufern zwischen Unterer Mosel sowie Rhens und Brey zu zeichnen.

Sein Vortrag offenbarte nicht nur militärische Ereignisse, sondern auch berührende Einzelschicksale gefallener US-Soldaten. Besonders bewegend war dabei die Erkenntnis, wie tiefgreifend der Verlust ihrer Angehörigen die Familien oft lebenslang traumatisierte. Zwar lag der Fokus des Vortrags auf den militärischen Ereignissen, doch machte er zugleich deutlich, wie sehr die Zivilbevölkerung unter den Folgen dieser Kämpfe litt: durch Verlust von Gesundheit und Leben, aber auch durch die Zerstörung von Hab und Gut. So zeichnete Richard Schneck ein eindrucksvolles Bild der Schrecken des Krieges, das über Zahlen und strategische Entscheidungen hinausging und die menschliche Dimension betonte.Auch im Publikum waren Zeitzeugen anwesend, die spontan von ihren Erlebnissen berichteten.

„Die persönlichen, eindrucksvollen Erinnerungen der Anwesenden sowie die im persönlichen Gespräch mitgeteilten Geschichten zum Kriegsende 1945 aus zweiter und dritter Hand lassen uns als Projektgruppe darüber nachdenken, wie wir diese dauerhaft für die Nachwelt dokumentieren können“, so Initiator Ulrich Linnemann.Die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe findet am Dienstag, 12. Mai statt.

Stefan Michels berichtet über die amerikanischen Rheinübergänge zwischen Braubach und Kaub im März 1945. Der Vortrag beginnt wieder mit einem Get-Together um 18:45 Uhr, der Vortrag startet um 19:30 Uhr.

Tickets und weitere Informationen sind online unter www.theaterlahnstein.de sowie an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional, darunter in der Touristinfo am Salhofplatz, erhältlich.

Richard Schneck berichtete von den Kämpfen zwischen Untermosel und Unterem Oberen Mittelrheintal zum Kriegsende 1945. Foto: Ulrich Linnemann

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