Rhein in Flammen in der Verbandsgemeinde Unkel
Großes Hallo an den Rheinpromenaden
Unkel. Das Bruchhausener Blasorchester hatte im Biergarten des Rheinbreitbacher Campingplatzes „Auf dem Salmenfang“ gerade sein Konzert begonnen, während die Bläser der Unkeler KG am barrierefreien Anleger der Bonner Schifffahrtsgesellschaft schon seit den späten Nachmittagsstunden auf der autofreien Rheinpromenade die Besucher unterhielten und sie unter Leitung von Alexander Meurer auf eine Schlagerreise von Mexiko bis nach Amsterdam mitnahmen, auch wenn die „Tulpen aus Amsterdam“ verspätet den Frühling einläuteten. Das aber war den Gästen egal, die sich am CDU-Stand vor dem Freiligrathhaus mit heißen Würstchen und Getränken für den langen Abend fit hielten.
Selbst versorgen mussten sich dagegen als erfahrene Camper die vielen Wohnmobil-Reisenden, die wenn nicht aus aller Herren Länder, so doch aus ganz Deutschland an den Rhein gepilgert waren und dort nicht nur auf den Parkplätzen einen Stellplatz gesucht hatten, wie die vielen unmittelbar am Rheinufer aufflackernden Lagerfeuer belegten. Von dort ais konnten die kurzzeitigen „Rheinanrainer“ beobachten, wie die „Loreley“ schnittig das „Deutsche Eck“ überholte und wie „Mobby Dick“ vor der „Germania“, angesichts der Lautstärke offensichtlich das Partyboot von Radio Bonn/Rhein-Sieg, flüchtete.
Als alle 43 Konvoischiffe vor Dattenberg Stellung bezogen hatten, erreichte die Spannung in Linz ihren Höhepunkt. Während Hunderte von fluoreszierenden Bengalleuchten die historischen Bauwerke sowie das Rheintal in mystisches Rot tauchten und die festlich illuminierten Schiffe sich Richtung auf den 26 Kilometer langen Weg gemächlich Richtung Rheinaue machten, ließen Feuerwerker über dem Fluss bunte Flower-Power aufleuchten. Violette Palmen, rote Chrysanthemen und riesige Blüten in Pink und Weiß erstrahlten am Nachthimmel, in den schmale Goldfontänen emporschossen und flirrender Silberregen sich glitzernd zu Boden ergoss, über dem sofort wieder Raketen in farbenprächtigen Kreisen erglühten oder als Sternschnuppen nach kurzer Reise verglühten.
Nachdem die Armada an der Erpeler Ley unter der Laser-Rekonstronstruktion der 1945 eingestürzten Ludendorffbrücke, die nun von „Spacecannons“ an den Himmel „gemalt“ wurden, hindurch geglitten war, wurden die Schiffe von der Rheinpromenade aus freudig begrüßt, nicht zuletzt von den zahlreichen Besuchern des Bürgervereins um den Vorsitzenden Martin Schäfer, der wieder zu seinem traditionellen Mai-Grillfest auf die große Rheinwiese im Norden der Alten und Freien Herrlichkeit eingeladen hatte. Mit großem Hallo begrüßt wurden Passagieren auf dem Rhein auch an der Unkeler Rheinpromenade von Unkel, auf dem sich längst Schaulustige vom Fronhof im Norden bis zum Gefängnisturm im Süden drängten, hinter dem ein weiteres bombastische Höhenfeuerwerk gezündet wurde. Für weitere optische Reize sorgten die Bengalleuchten, die erst verglühten, als die letzten Schiffe des Konvois gerade die Insel Grafenwerth erreicht hatten. DL
Ein beeindruckende Lasershow gab es an der Ludendorffbrücke zu sehen.
