Medienworkshop in der Grundschule Burgbrohl
Grundschüler im „Netz“
Schüler der GS Burgbrohl werden über Datenschutz und Internet aufgeklärt
Burgbrohl. Wie bereits in den vergangenen Jahren, bekamen die Kinder der vierten Klassen Besuch eines Mitarbeiters des Landesbeauftragten für Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland Pfalz. Herr Kücüker stieg in die Thematik ein, indem er die Kinder nach ihren Erfahrungen mit dem Handy und Apps befragte. Dabei stellte sich heraus, dass ein Großteil der Viertklässler bereits ein eigenes Smartphone besitzt und vor allem Messengerdienste wie „Whatsapp“ oder „Instagram“ nutzen. Es kam Zutage, dass der ein oder andere Schüler, nach mehrtägiger Abwesenheit, durchaus bis zu 600 angesammelte Nachrichten zu verkraften hat.
Dies setze besonders Kinder, aber auch Erwachsene einem enormen Stress aus, der u.a. zu Unkonzentriertheit und Aggressivität führen kann. Die Kinder stimmten diesen Beobachtungen zu, da sie diese, zum Teil bei ihren eigenen Eltern beobachten können.
Abgesehen davon versuchte Kücüker die Kinder dafür zu sensibilisieren, was mit ihren Daten geschieht. Mit der Frage „Würdest du einem fremden Mann einfach alle Fotos und Nachrichten auf deinem Handy zeigen, wenn er dich fragt?“ verdeutlichte der Referent den Spagat zwischen „wirklichem“ und „virtuellem“ Leben. Er veranschaulichte, dass alle Daten, die z.B. auf Whatsapp veröffentlicht werden, Jan Koum, dem Entwickler des Messengerdienstes gehören und auf seinen Servern gespeichert werden. Auch das Facebook jemanden nach 70 „likes“ besser kennt als der beste Freund, beeindruckte die Kinder sichtlich. Das Thema „Netiquette“ wurde in diesem Zusammenhang angesprochen, da immer wieder zu beobachten ist, dass das Verhalten in virtuellen Räumen von dem Verhalten im realen Leben negativ abweicht.
Private Daten sollten nicht veröffentlicht werden
Kücüker gab den Kindern drei wichtige Fragen mit auf den Weg, die sie sich stellen sollten, bevor sie etwas im Internet, insbesondere auf Facebook, Whatsapp, Instagram und Co. veröffentlichen:
„Würde ich dieses Foto / diesen Text meinen Eltern zeigen?“, „Würde ich es meinem Lehrer zeigen?“ und „Würde ich es einem Fremden zeigen?“. Er mahnte die Kinder damit zu Zurückhaltung, Daten und Fotos von sich unbedacht ins Netz einzustellen.
Auch das private Daten, wie Adresse, Wohnort, Geburtsdatum und Telefonnummer nichts in solchen Diensten zu suchen haben, machte er ihnen deutlich und regte die Kinder dazu an, lieber Pseudonyme und Fakenamen zu nutzen. Dies sei in Deutschland erlaubt!
Vor der App „Musica.ly“ warnte Herr Kücüker die Schüler eindringlich, da weder die dort eingestellten Videos, noch der einmal eingerichtete Account jemals wieder gelöscht werden können. Auch vor Urheberrechtsverletzungen, die man mit dem Hochladen von Musik / Tanzvideos in den öffentlichen Bereich begeht, und damit hohe Geldstrafen riskiert, warnte der Medienbeauftragte.
Als die Kinder dann ihren eigenen Namen in diverse Suchmaschinen eingaben, staunte mancher nicht schlecht, wie oft ein Bild von ihm im Internet auftauchte.
Sicheres Passwort
Zum Schluss verwies Herr Kücüker noch auf die Internetseite www.sicherheit-macht-schule.de und besprach mit den Kindern, wie ein sicheres Passwort aufgebaut sein muss. Auch auf die Seite www.youngdata.de machte er aufmerksam. Das Jugendportal der unabhängigen Datenschutzbehörden von Bund, Ländern und dem Kanton Zürich gibt Tipps und Tricks für ein kluges Verhalten im Internet ganz konkret mit verschiedenen Messengerdiensten und bietet auch Jugendlichen Informationen rund um den Datenschutz.
Trotz sehr viel Input, den die Kinder in rund 90 Minuten bekamen, ließ die Aufmerksamkeit der Kinder nicht nach, da sie das Thema in ihrem Alltag inzwischen stark beschäftigt. Das bedeutet für Elternhaus und Schule, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben und sie auf dem Weg zu einer sinnvollen und verantwortungsvollen Nutzung des Internet zu begleiten. Auch die eigene Vorbildfunktion muss bei diesem Prozess immer wieder reflektiert werden.
