Allgemeine Berichte | 22.05.2017

Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Berkum stellten Projekt selbst auf die Beine

Grundschüler retten Hunde

Mit erarbeitetem Geld und Spendengeldern konnten zwei Hunde aus Tötungsstationen freigekauft werden

Klassenlehrerin Claudia Laschet (Mitte, 2. v.l.) mit ihrer engagierten Klasse 4a aus dem Jahrgang 2016 / 2017.

Wachtberg-Berkum. Wer gedacht hat, Engagement sei unter den heutigen Kindern nicht mehr „in“, der kennt die Grundschulklasse 4a der Gemeinschaftsgrundschule in Berkum nicht. Sie hatten im November 2016 erfahren, dass sich an der Sekundarschule im gleichen Gebäude die älteren Schülerinnen und Schüler für ein soziales Projekt engagierten. Daraufhin haben sie „nachgedacht, was wir tun können, um in der Welt ein bisschen zu helfen“, erzählen Tim Pietrusziak und Tamina Michels aus der 4a. Weil sie Tieren helfen wollten, unterstützte Lehrerin Claudia Laschet ihre Schüler, im Internet einen geeigneten Verein zu finden. Die Kinder suchten eine Organisation aus, die in Spanien Hunde aus sogenannten Tötungsstationen freikauft. Ab diesem Zeitpunkt gab es für die Tatkraft der Kinder kein Halten mehr. Während die Lehrerin stellvertretend für ihre Klasse Kontakt mit dem Verein aufnahm, hatten die Kids bereits Pläne, wie sie an Spendengelder für die Tiere kommen. „Ich habe ganz oft die Spülmaschine ausgeräumt und mit Freundinnen Muffins gebacken. Die Muffins haben wir dann beim Einkaufszentrum verkauft. Damit haben wir über 140 Euro gekriegt“, berichtet Klassensprecherin Tamina Michels. Andere hatten Origamifiguren gebastelt und verkauft, für die Nachbarn eingekauft oder Unkraut gejätet. Auch Tim hatte die Spülmaschine ausgeräumt und zusätzlich im Garten geholfen. „Ich habe mit gepflanzt und den Rasen gemäht. Dafür habe ich Geld bekommen und das habe ich gleich in die Dose getan“, berichtet der Junge.

Die Dose stand im Klassenzimmer und war für die erwarteten kleinen Spenden gedacht, die man für gewöhnlich für ein kleines Projekt erwartet. Allerdings stieß das Fassungsvermögen der Spendendose bald an seine Grenzen. Die Kinder waren knapp vier Wochen lang mit einem Brief von der Schule in der Nachbarschaft unterwegs gewesen und hatten ihre Arbeitskraft gegen Spenden angeboten. Vielfach wurde das Angebot angenommen. Oft genug aber waren die Anwohner von dem Einsatz der Kinder so beeindruckt, dass sie einfach für die Sache gespendet haben. So waren schließlich 687,72 Euro zusammengekommen, die sie dem ausgesuchten Verein zukommen lassen konnten.

Claudia Laschet nahm also erneut Kontakt mit dem Verein auf und überwies das Geld, für das die Kinder sich ins Zeug gelegt hatten. Es dauerte nicht lange, bis die gute Nachricht kam. „Zwei Hunde sind jetzt freigekauft. Eine Hündin war krank und konnte in der Übergangsstation Medikamente bekommen, weil wir gespendet haben“, erzählt Tamina stolz. „Wir haben Bilder und einen kleinen Film gesehen.“ Die beiden Tiere sind nach ihrer Streichung von der Todesliste in ein Übergangsheim in Spanien gebracht worden.

Auf den Bildern und im Film hatten die Kinder der Klasse 4a gesehen, wie die Windhunde unter der guten Behandlung in der Übergangsstation aufblühten. „Nach Deutschland kommen die Hunde erst dann, wenn sie transportfähig sind“, berichtete die Klassenlehrerin. In der Tötungsstation seien die Hunde in der Regel in einem so erbärmlichen Zustand, dass sie einen Transport nicht überleben würden, erfahren wir von Claudia Laschet. In der Übergangsstation werden sie erst einmal aufgepäppelt, um sie dann nach Deutschland zu vermitteln.

Am meisten hatte die Kinder beeindruckt, „dass wir so viel schaffen können, wenn wir alle zusammen etwas machen“, resümieren Tim Pietrusziak und Tamina Michels nach dem Abschluss der Aktion. Fest steht jedenfalls, dass die Kids allein mit ihrem vorbildlichen Engagement tatsächlich ohne jeglichen Anstoß von außen etwas geleistet haben, worauf sie stolz sein können: Zwei Hunde, die in Spanien bereits zum Tode verurteilt waren, werden bald in guten Händen ein Familienleben in Deutschland bereichern.

Auch diese Galgohündin war vor ihrer Vermittlung in Spanien bereits zum Tode veurteilt. -CEW-

Auch diese Galgohündin war vor ihrer Vermittlung in Spanien bereits zum Tode veurteilt. Fotos: -CEW-

„Merlin“ war schwer krank, ehe er in seiner neuen Familie aufgepäppelt wurde.

„Merlin“ war schwer krank, ehe er in seiner neuen Familie aufgepäppelt wurde.

Klassenlehrerin Claudia Laschet (Mitte, 2. v.l.) mit ihrer engagierten Klasse 4a aus dem Jahrgang 2016 / 2017.

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