Allgemeine Berichte | 08.05.2019, 14:50 Uhr

Pro Insekten in Wachtberg

Grundschulkinder brachten Saat für Blühstreifen am Einkaufszentrum aus

Parteiübergreifende Befürwortung und Engagement von Landwirten und Naturschützern

Die Kinder der Klassen 1c und 2a der Grundscshule Berkum säten einen Teil des Blühstreifens in Wachtberg ein. Mit dabei waren Vertreter der Politik, der Verwaltung und der Naturschutzorganisationen.Fotos: CEW
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Wachtberg. „Wenn es genug Blumen für Insekten gibt, dann haben die Bienen genug zu essen für ihre Kleinen“, erklärte Landwirt Stefan Schneider den aufmerksamen Grundschulkindern aus den Klassen 1c und 2a aus Berkum. Am „Runden Tisch geschützter Anbau in der Landwirtschaft“ war die Idee gereift, auf 20 000 Quadratmetern Feld am Wachtbergring in diesem Frühjahr einen Blühstreifen für Insekten anzulegen. So fanden sich Anfang Mai die Grundschulkinder, Bürgermeisterin Renate Offergeld, Vertreter von Verwaltung und Politik, Landwirt Schneider sowie Vertreter verschiedener Naturschutzorganisationen hinter der Marktscheune ein, um für die Insekten zur Tat zu schreiten.

Nicht nur für dieses Frühjahr soll ein insektenfreundliches Projekt verwirklicht werden. Ziel sei auch, für die Öffentlichkeit sichtbar eine solche beispielhafte Fläche zu schaffen und zur Nachahmung anzuregen, sagte der Beigeordnete Swen Christian. Unterstützung für die Insekten sei nicht nur auf einer solchen Fläche möglich, die bis Oktober vom Landwirt zur Verfügung gestellt wurde. Auch im eigenen Garten oder im Vorgarten sei eine insektenfreundliche Gestaltung möglich. Als Beispiele nannte er ein Projekt in einem Wohngebiet in Bad Godesberg, wo man zwischen den Wohnblocks eine Art Insektenoase geschaffen habe. Ein anderes Beispiel befände sich außerdem im naturnahen Schaugarten hinter dem Rathaus in Wachtberg. Für jedermann jederzeit zugänglich, findet man hier eine geschickt zusammengestellte Pflanzengemeinschaft, die sich gegenseitig in der Bekämpfung von Schädlingen unterstützt und mit wenig Aufwand gepflegt werden kann.

Dass eine solche Zusammenarbeit wie die am Wachtbergring zwischen Naturschützern und Landwirten möglich ist, ist der Kommunikation am Runden Tisch zu verdanken, erfuhr man von Moderator desselben, Jan Freese. Bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung arbeitet er im Team „Deutsche Vernetzungsstelle für ländliche Räume“. Vielfach haben Landwirte in der Vergangenheit kein Verständnis für die Anliegen der Naturschützer gehabt. Umgekehrt haben sich die Naturschützer über Handlungsweisen der Landwirte aufgeregt. Nur wenn man miteinander kommuniziere und verstehe, warum der andere dieses oder jenes so oder eben anders handhabt, könne man gemeinsame Ziele und Handlungsstrategien entwickeln, sagte Jan Freese.

Von diesen politischen Gedanken weitgehend unberührt, freuten sich die 45 Grundschüler, dass sie zur Insektenvielfalt in Wachtberg beitragen konnten. Fleißig rechten sie die abgetrennten Bereiche und säten das gestiftete Saatgut. An dem Anblick erfreute sich auch Evelyn Stieber, die als Vertreterin eines der größten Förderer des Projekts, des Unternehmens Soendgen in Adendorf, zur Aussaataktion gekommen war. Unternehmen wie Privatleute können auf der Fläche für einen Euro je Quadratmeter Patenschaften übernehmen. Ansprechpartnerin bei der Gemeinde Wachtberg ist Frau Melanie Kamradt unter der Telefonnummer 0228 / 95 44 153 oder unter bluehfeld@wachtberg.de.

Aufmerksam verfolgen die Kinder die Erklärungen zum Einsäen.

Aufmerksam verfolgen die Kinder die Erklärungen zum Einsäen.

Auf rund 20 000 Quadratmetern entstehen verschieden besäte, inektenfreundliche Pflanzen.

Auf rund 20 000 Quadratmetern entstehen verschieden besäte, inektenfreundliche Pflanzen.

Die Kinder der Klassen 1c und 2a der Grundscshule Berkum säten einen Teil des Blühstreifens in Wachtberg ein. Mit dabei waren Vertreter der Politik, der Verwaltung und der Naturschutzorganisationen.Fotos: CEW Foto: Petra Reuter

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