Allgemeine Berichte | 06.09.2016

Erster Schritt zur Erweiterung der Seniorenresidenz Moseltal in Koblenz ist gemacht

Grundstein für Paul Völpel Haus gelegt

Unter den wachsamen Blicken Mario Blinns (2. v. re.) und Franz-Josef Möhlichs (re.) versenkten Paul Völpels Kinder, Dr. Michael Völpel und Dr. Christiane E. Herzog gemeinsam die Zeitkapsel im Grundstein.BSB

Koblenz. „Wer ist eigentlich dieser Paul Völpel?“, mag sich mancher Gast gefragt haben, der von der Seniorenresidenz Moseltal eine Einladung zur Grundsteinlegung ihres mit „Paul-Völpel-Haus“ benannten Anbaus erhalten hatte. Paul Völpel war Bauingenieur und Vater von Dr. Christiane E. Herzog, Ehefrau des Koblenzer Oberbürgermeisters Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig. Seine letzten Lebensjahre hatte Völpel zusammen mit seiner Ehefrau Christel in der Seniorenresidenz im Rauental gewohnt. Mario Blinn, der im Jahr 2002 seine Tätigkeit in der Residenz aufnahm, erinnert sich gut an das Ehepaar Völpel. Paul und er mochten sich von Beginn an, wie er bei den Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung erklärte. Bei den zahlreichen Gesprächen, die sie führten, habe Völpel immer wieder Verbesserungsvorschläge für „seine“ Einrichtung eingebracht. Das Grundstück hinter dem Haus der Bahn abzukaufen, sei seine Vision gewesen. Vor fast genau zehn Jahren starb Völpel im Alter von 96 Jahren. Herzog bedankte sich im Namen ihres Bruders Michael und der gesamten Familie für die Ehre, den Erweiterungsbau nach ihrem Vater zu benennen. Er selber würde heute wohl kopfschüttelnd hier stehen und sagen: „Mensch, das hat aber ganz schön lange gedauert“. Er sei ein Typ zwischen „Macher, Manager und Spinner“ gewesen, charakterisierte ihn seine Tochter. Er hatte die stete Sehnsucht, etwas Bleibendes zu schaffen, was für ihn als Bauingenieur natürlich ein Leichtes war. „Seine“ Bauten stehen quer durch die Republik. Mit der Koblenzer Schleuse habe er sich den Traum erfüllen können, sich in der eigenen Region ein kleines Denkmal setzen zu dürfen. Mario Blinn, der von 2009 bis 2015 Leiter der Seniorenresidenz war, habe er sich schnell als „Opfer“ ausgesucht, um mit ihm seine Ideen zu „Wir verbinden Generationen“ mit Projekten, die machbar sind, zu diskutieren.

Eine Idee nimmt Gestalt an

Mit der Grundsteinlegung und dem folgenden Bau des Hauses erlebe die Familie eine wundervolle Erfüllung der Idee des Vaters. Blinn, heute Vorstand der Senioren Palace AG (Betriebsgesellschaft der Seniorenresidenz), erinnerte sich in seinem Grußwort an die Zeit vor 12 Jahren, als die Idee zur Erweiterung der Anlage aufkam, als erste Ankaufgespräche für das Grundstück mit der Bahn geführt wurden. Nach vielen „Auf und Abs“, zu denen auch die Schaffung einer Ausgleichsfläche für die umzusiedelnden 2.000 Mauereidechsen gehörte, gehe der Blick jetzt in die Zukunft.

Projekt bringt viele Neuerungen

Mit einem Investitionsvolumen von über sieben Millionen Euro werden im Paul-Völpel-Haus 33 neue Wohnungen zu den bereits bestehenden 55 im Bereich „Betreutes Wohnen“ sowie Büro- und Physiopraxisräume entstehen. Im 1998 errichteten Haupthaus wird ebenso einiges umgebaut werden. So soll beispielsweise aus dem beliebten „Café Stolzenfels“ ein „Restaurant Stolzenfels“ werden, und ein neues Parkhaus mit 37 Stellplätzen soll die durch den Neubau wegfallenden Parkplätze ersetzen. Blinn freue sich, dass die Beziehung zur Familie Völpel über den Tod des Bewohnerpaares hinweg gehalten habe und besonders darüber, dass Pauls Enkelin Kira heute in eben dem Haus arbeitet, in dem ihr Großvater so gerne gelebt habe.

Es war ein langer und harter Weg

Die Ehrenmedaille der Seniorenresidenz überreichte er an Volker Bredler, Leiter der Filialentwicklung bei Aldi Süd, denn ohne den Nachbarn Aldi könnte jetzt nicht gebaut werden. Erst durch dessen harte Verhandlungen mit der Bahn war der Ankauf schließlich von Erfolg gekrönt. Bredler bedankte sich und wünschte den (künftigen) Bewohnern ein weiterhin prosperierendes Haus. Ein Haus, in dem alle Pflegestandards in einem partnerschaftlichen, aktiven Miteinander umgesetzt werden, formulierte es Franz-Josef Möhlich, der die Moderation der Feierlichkeiten übernommen hatte.

Wichtiger Beitrag zur Schaffung von neuem Wohnraum

Auch Sozialstaatssekretär David Langner lobte die Seniorenresidenz über alle Maße. Das Haus öffne sich der Bevölkerung schon seit Jahren mustergültig. Viele Menschen besuchen die zahlreichen Veranstaltungen oder kommen einfach einmal auf einen Kaffee hierher. Mit der heutigen Grundsteinlegung leiste das Haus einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von dem in Koblenz dringend benötigten Wohnraum. Denn immer mehr Menschen kommen der Arbeit und der guten Infrastruktur wegen in die Stadt (zurück). Den vom neuen Paul-Völpel-Haus zu erwartenden attraktiven Beitrag, diesen Bedarf in der 113.000 Einwohner-Stadt mit 100.000 Arbeitsplätzen zu minimieren, begrüßte auch Hofmann-Göttig. Seine Mutter gehörte in der Seniorenresidenz Moseltal zu den ersten Bewohnern, wie er erzählte. Empfohlen wurde ihm die Anlage von Mario Blinn, der damals noch Sachbearbeiter beim Sozialamt der Stadt war. Hofmann-Göttig bestätigte die damalige, offensichtlich von perspektivischem Denken gesteuerte Einschätzung Blinns. Die Einrichtung habe sich „toll“ entwickelt. In ihr könne man wirklich gut leben. Vor allem die „jungen Alten“ erhielten hier eine Chance, fast privat und wie normal zu wohnen. Zudem biete ihr die gegebene Kombination von Pflege und Betreuung einen ungeheuren Standortvorteil.

„Rentner aus Leidenschaft“ müssen noch warten

In eine der neuen Wohnungen am liebsten sofort einziehen wollten „Willi und Ernst“, die Koblenzer Comedians Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum, ihres Zeichens „Rentner aus Leidenschaft“ und Ehrenbewohner der Residenz. Sie ulkten auf der Bühne über die Eigentümlichkeiten des Alters und hatten den „Eidechsen vom Bahndamm“ ein eigenes Gedicht gewidmet. Darin machten sie den Tierchen klar: „Ihr steht zwar auf der Roten Liste, doch hier ist nun Rollator-Piste!“.

Denkwürdige Stunden erlebt

Die symbolische Grundsteinlegung unterstrich diese Aussage. Christiane E. Herzog und ihr Bruder Michael versenkten die Zeitkapsel, die neben Aktuellem und Zeittypischem unter anderem Noten des Lieblingslieds Völpels „Hörst Du mein heimliches Rufen“ enthält, im Grundstein. Den Refrain dieses Liedes brachte mit Gitarre und Gesang Thomas Schulte-Wissermann speziell für die Familie zu Gehör. Mit weiteren Liedbeiträgen zum Thema Alter hatte er den Programmablauf musikalisch aufgelockert. Im Anschluss an die Grundsteinlegung überreichte Blinn der Familie einen kleinen, eigens für sie entworfenen gläsernen Grundstein. Die Flaschenverschluss-Variante mit einem 3D-Laserbild Völpels erhielt jeder Gast als Geschenk zur Erinnerung an diese denkwürdigen Stunden, die mit einem Imbiss und vielen guten Gesprächen ausklangen. BSB

Nach dem symbolischen Spatenstich kann der Bau des Paul-Völpel-Haus nun starten.

Nach dem symbolischen Spatenstich kann der Bau des Paul-Völpel-Haus nun starten.

Für das erfolgreiche Streiten um den Ankauf des Bahngrundstücks bedankte sich Blinn bei Volker Bredler mit der Ehrenmedaille der Seniorenresidenz.

Für das erfolgreiche Streiten um den Ankauf des Bahngrundstücks bedankte sich Blinn bei Volker Bredler mit der Ehrenmedaille der Seniorenresidenz.

Unter den wachsamen Blicken Mario Blinns (2. v. re.) und Franz-Josef Möhlichs (re.) versenkten Paul Völpels Kinder, Dr. Michael Völpel und Dr. Christiane E. Herzog gemeinsam die Zeitkapsel im Grundstein.Fotos: BSB

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