Der Chor begeisterte das Publikum in der Lutherkirche für einen guten Zweck mit modernem Lobpreis
„Gruppe Wir“ sorgte mit Benefizkonzert für Standing Ovations
Montabaur. „Komm jetzt ist die Zeit zu beten“, mit diesem ruhigen und modernen Lobpreislied stimmte die „Gruppe Wir“ die über 150 erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer auf das Benefizkonzert in der Lutherkirche ein. Pünktlich um 16:30 Uhr hatten sich dazu die zwölf Frauen und neun Männer in zwei Reihen im Altarraum platziert. Ganz in Schwarz gekleidet ergaben hierbei die unifarbenen Schals in kräftigen Farben der Sängerinnen einen tollen, leuchtenden Akzent, der auch die kraftvolle, geistliche Liedauswahl visuell gut repräsentierte. Hajo Jordan, ein Tenorsänger der Gruppe, der fortan mit Humor durch das weitere Programm des Nachmittages führte, stellte, nach einer Begrüßung, Dirigenten Hansjörg Klages sowie den Keyboarder Rainer Mies, der die Gruppe einfühlsam instrumental begleitete, vor. Anschließend wies der Moderator trocken darauf hin, dass das nächste Stück „Down to the river to pray“ (dt. Runter zum Fluss, um zu Beten) erst vorgestern in die Probearbeiten aufgenommen worden war, was die folgende hohe Aufmerksamkeit auf den Chorleiter erkläre. Dies sorgte sowohl seitens des Chors als auch des Publikums für schmunzelnde Gesichter. Doch ist die kurze Vorbereitungszeit grundsätzlich nichts Ungewöhnliches für die „Gruppe Wir“, denn sie trifft sich nur an zwei Wochenenden im Jahr für Chorproben. Eine sichere Präsentation des vielfältigen Liedguts ist den Sängerinnen und Sängern dennoch zuzuschreiben. Im Konzert am Sonntag wurde der routinierte und sichere Gesang auch durch eine hohe Anzahl an Solisten eindrücklich hörbar, die immer wieder Partien in zahlreichen christlichen Liedern übernahmen. So kamen bei dem Stück „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“ gleich vier Solosängerinnen und -sänger, darunter Mechthild Grüb-Hartung (Sopran), Rose Klages (Alt), Hubert Hartung (Tenor) und Heribert Cloos (Bass), zum Einsatz. Sie inonierten das Lied voluminös.. „Holy is the lamp“ (dt. Heilig ist das Lamm) wurde sogar im Kanon mit deutlich dynamischen Akzenten gesungen und das ergreifende Stück „You are my all in all“ (dt. Du bist mein Ein und Alles) wurde von dem Solisten Joachim Hofmann (Bariton) vokal stark vorgetragen. Unterhaltsam und mitreißend wurde „Wo ist solch ein Gott“ präsentiert, bei dem der Keyboarder Mies neben melodischer auch eine rhythmische Untermalung seines Instruments erzeugte. Große Freude am eigenen Gesang strahlte die Gruppe auch bei dem Lied „Wir haben Gott zum Freunde“ aus, was das Publikum auch sogleich zum Mitklatschen einlud. Zusätzliche Abwechslung von den ohnehin bereits sehr dynamischen Stücken boten zwei Soloeinlagen des Pianisten Mies. Sowohl seine gefühlsstarke Präsentation des Stücks „Ich glaube“ von Udo Jürgens, als auch die eigene Interpretation von „Hallelujah“, welches auf Leonard Cohens Album „Various Positions“ 1984 erstmals veröffentlicht wurde, sorgte für großen Beifall.
Konzerte für den guten Zweck
Anlass und Motivation jedes Konzerts für die Mitglieder der „Gruppe Wir“ gibt, neben dem Ziel ihrem Publikum einen unterhaltsamen Abend zu bieten, auch immer der karitative Gedanke. So wurde dieses Mal zur Spende zugunsten des Vereins GDM („Gerechtigkeit den Menschen“) gebeten. Dieser Verein wurde von dem heutigen priesterlichen Leiter des pastoralen Raumes Montabaur, Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier, gegründet. Vor Kurzem feierte der Verein sein 50-ähriges Bestehen und realisiert fortwährend Projekte für Kinder, vor allem Straßenkinder, unter anderem in Südamerika und Afrika, um notleidenden Menschen tatkräftig zu helfen. So ergriff gegen Ende des Konzerts dann auch der Gründer selbst das Wort. Wie der Name bereits sage, würde es darum gehen, im Kleinen für etwas mehr Gerechtigkeit zu sorgen: „Ich glaube an die Hilfe von Mensch zu Mensch, auch im Kleinen“, so Pfarrer Barthenheier. Realisierte Projekte, wie der Bau einer Schule in Madagaskar vor zwei Jahren oder eines Brunnens in einem Dorf in Nigeria, wären zwar vielleicht kleine, aber sehr effektvolle Veränderungen von Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Und vielleicht war dieser sinnvolle Beweggrund der „Gruppe Wir“ mit ein Grund dafür, dass das gelungene und abwechslungsreiche Benefizkonzert nach fast zwei Stunden mit ausgiebigem Beifall und Standing Ovations endete, sodass der Chor letztlich vier Zugaben sang.
Ein Überblick – Gruppe Wir
Die Gruppe Wir gibt es bereits seit 1988 und wurde von Leiter und Dirigent Hansjörg Klages ins Leben gerufen. Der erste öffentliche Auftritt fand 1990 in der Lutherkirche statt, sodass seit jeher ein besonderer Bezug zu der evangelischen Kirche in der Martin-Luther-Straße besteht. Früher noch Gottesdienste mitgestaltend, gibt die Gruppe heute zwei Konzerte im Jahr, bei denen immer für einen karitativen Zweck Spenden gesammelt werden. Dabei werden vorallem Projekt im Ausland unterstützt. Der Chor besteht aus festen Mitgliedern, die sich an zwei Wochenenden im Jahr treffen und gemeinsam ein festes Programm proben sowie den ohnehin großen Liederschatzes erweitern. Die Sängerinnen und Sänger aus Montabaur und Umgebung sind neben der „Gruppe Wir“ auch in anderen Chören aktiv, wodurch eine kurze Vorbereitungszeit ausreichend ist. Das Repertoire besteht aus modernen geistlichen Liedern, deren aktuelle Texte zum Nachdenken anregen. Die Stücke werden sowohl in deutscher als auch englischer und sogar spanischer Sprache vorgetragen und mit viel Engagement präsentiert. Fester Bestandteil der Gruppe ist dabei auch Rainer Mies, der den Chor musikalisch am Keyboard begleitet. Der nächste Auftritt findet am 15. März in der katholischen Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in Eitelborn statt.
„Gruppe Wir“ sorgte für Standing Ovations.
Keyboarder Rainer Mies sorgte für eine einfühlsame Begleitung.
