Allgemeine Berichte | 28.04.2017

Forschungsprojekt an der PTHV

„Gut alt werden in pallottinischen Gemeinschaften“

Zwischenfazit: Die Pallottiner können gut alt werden – Hilfsbereitschaft und Religion haben hohen Stellenwert

Vallendar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Fakultäten, Theologie und Pflegewissenschaft, der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), haben die wissenschaftliche Beratung und Unterstützung der deutsch-österrreichischen pallottinischen Gemeinschaft zu Fragen des Alterns und der Pflege im Projekt „Gut alt werden in pallottinischen Gemeinschaften“ (GAGE) übernommen.

Der demografische Prozess der Alterung der Gesellschaft zeigt sich besonders fortgeschritten in Ordensgemeinschaften, die seit Jahrzehnten sinkende Nachwuchszahlen aufweisen. Dies betrifft das Leben der Gemeinschaften in ihrem Alltag. Auch für die Theoriebildung zur Pflege in einer älter werdenden Gesellschaft bieten Ordensgemeinschaften ein wichtiges Forschungsfeld. Ziel des Projektes ist eine grundlegende und nachhaltige Auseinandersetzung mit der Problematik, wie gutes Altern in pallottinischen Gemeinschaften konkret gestaltet werden kann. Die Ergebnisse sollen zu einer besseren Bewältigung des Alltags in diesen Gemeinschaften beitragen.

Die erste Projektphase beinhaltete eine systematische Literatur-Recherche zum Thema „Altern, Pflege und Versorgung in religiösen Gemeinschaften“. Insgesamt zeigte sich, dass diesem Thema in der (Pflege-)Wissenschaft bisher wenig Beachtung geschenkt wird. In einem nächsten Schritt des Forschungsprojektes erfolgte eine quantitative Befragung in Form von standardisierten Fragebögen der jeweiligen Niederlassungen. Untersucht wurden insgesamt 14 pallottinische Kommunitäten. Zeitgleich wurden mit den Rektoren der verschiedenen Kommunitäten und älteren Pallottinern insgesamt 17 Problemzentrierte Interviews geführt. Die methodische Beratung fand im Rahmen eines regelmäßig tagenden Projektbeirates statt. Ziel war es, Herausforderungen, Erfahrungen und Umgangsweisen mit der (Pflege-) Versorgungsthematik in der pallottinischen Gemeinschaft zu analysieren.

Zudem nahm das Projektteam an den jährlich stattfindenden Rektorenkonferenzen der Pallottiner teil, bei denen alle Leitungspersonen der einzelnen Niederlassungen aus Deutschland und Österreich zugegen sind. Die nächste Konferenz findet im Juni 2017 statt, und die Ergebnisse werden dort und in den einzelnen Kommunitäten vorgestellt.

Zwischenergebnisse wurden vorgestellt und diskutiert

Bei einem Treffen mit den Verantwortlichen im Februar 2017 wurden die bisherigen Ergebnisse mit dem Auftraggeber intensiv diskutiert. Von den 14 befragten Kommunitäten haben 13 Rückmeldungen auf die gestellten Fragen gegeben. Insgesamt liegt das Durchschnittsalter bei acht Niederlassungen bei über 70 Jahren. Insbesondere die eingeschränkte Beweglichkeit, aber auch ein eingeschränktes Hörvermögen wurde als hinderlich beim Altern benannt. Abgefragt wurden unter anderem folgende Elemente: Die Anzahl der Orte des Lebens, positive wie negative Assoziationen zu den folgenden Begriffen: Alter, Krankheit, Leid, Sinn und Lebensqualität. Auch abgefragt wurde der Tagesablauf, der Umgang miteinander, auch zwischen jungen und alten Pallottinern.

Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass als Besonderheit des Alterns in religiösen Gemeinschaften die Hilfsbereitschaft und die grundlegend religiöse Tagesgestaltung genannt wurde. Die Tatsache, im Alter nicht alleine zu sein, die Sorge füreinander sowie die materielle Absicherung wurden als sehr positiv bezeichnet. Die Ressourcen der Pallottiner zur Gestaltung des Alterns sind vorhanden, es ist bereits jetzt möglich, gut zu altern. Zudem soll ein gutes Altwerden in der Gemeinschaft als Vorbild dienen und die Beziehung zwischen Jung und Alt sowie die Beziehung zu Gott weiterhin intensiviert werden.

„Unsere Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass pauschale Lösungen nicht sinnvoll sind, sondern für jede Kommunität spezifische Lösungen gesucht werden müssen“, sagte Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Dekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der PTHV und Projektverantwortlicher auf der letzten Regionalkonferenz der Rektoren. Es werden folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen: Die beiden von den Pallottinern in Deutschland und Österreich unterhaltenen Orte des Alterns, im Missionshaus in Limburg an der Lahn sowie in Immenstaat am Bodensee, ein Pflegeheim in nicht pallottinischer Trägerschaft sowie ein ambulanter Pflegedienst in der Hausgemeinschaft.

Prof. Brandenburg wird von Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Prodekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät und Judith Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin, unterstützt. Seitens der Theologischen Fakultät sind Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC, bis April 2017 Rektor der PTHV, JProf. Dr. Edward Fröhling SAC, Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Theologie der Spiritualität, Prof. Dr. Joachim Schmiedl ISch, Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte, Dr. Ingo Proft, Leiter des Ethik-Institutes an der PTHV sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Hanno Heil vom Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der PTHV mit beteiligt.

Pressemitteilung PTHV

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Image Anzeige
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Maifest in Dedenbach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
34

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
75

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
11

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
28

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Werksverkauf Anhausen
Floristik Meyer
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Industriemechaniker
Gesundheit im Blick Lahnstein
Tank leer?
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien
Servicemitarbeiterin
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau