Etwa 80 Schützen kamen zum Bezirksbruderschaftstag ins Dorfgemeinschaftshaus Hausen
Gutes Beispiel ist „Musikkirche Live“
Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen referierte über „Kirche im Wandel der Zeit“
Hausen/Kreisgebiet. „Die Kirche selbst untermauerte die Teilhabe aller Getauften und Gefirmten am allgemeinen Priestertum nach dem kanonischen Recht. Und wir verstehen nicht, warum die Kirche sich so schwer tut das umzusetzen. Wir sind vor Gott gleich und in gleicher Weise zu diesem Priestertum eingeladen“, unterstrich Schwester Edith-Maria Magar, Generaloberin der Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in Hausen.
Denn dort war im Dorfgemeinschaftshaus der Bruderschaftstag der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften im Kreis Neuwied. Es ist Tradition, dass dabei alljährlich über ein interessantes Thema referiert wird. Diesmal ging es um „Kirche im Wandel der Zeit“.
Der Referentin hörten zu etwa 80 Schützenbrüder, -schwestern und Königspaare der Vereine aus Waldbreitbach, Kurtscheid, Niederbreitbach, Roßbach, Frorath und Irlich, die mit ca. 400 Schützen den Bezirksverband Wied bilden. Deren Bezirksbundesmeister Klaus Wittlich, er ist der Vorsitzende, hatte zuvor der Bruderschaft St. Georg Frorath dafür gedankt, dass deren Mitglieder das Dorfgemeinschaftshaus dekoriert und für Essen und Getränke gesorgt hatten.
Zum Bruderschaftstag gehörte auch die Sonntagsmesse in der Klosterkirche der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, die Pfarrer Richard Baus, Geistlicher Rektor der Ordensgemeinschaften der Franziskanerinnen von Waldbreitbach und der Franziskanerbrüder in Hausen ist.
Ein Programmteil des Bruderschaftstags war auch die Übergabe des Ärmelbandes, das Klaus Wittlich dem Kreiskönig 2017/18 Gero Trenkler überreichte.
Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar ging in ihrer Rede auch auf die Missbrauchsfälle in der Kirche ein: „Durch den verheerenden Missbrauchsskandal hat die Kirche viel an Vertrauen verloren. Es gibt für die Kirche kaum schlimmeres, wenn die Menschen ihr nicht mehr vertrauen.“
Zum Erstaunen ihrer Zuhörer erklärte die Referentin, dass es derzeit die größte Christenverfolgung aller Zeiten gibt, denn etwa 200 Millionen Christen werden in 50 Ländern verfolgt wobei Nordkorea an der Spitze sei.
Als nahes Beispiel nannte Schwester Magat das alevitisch bektaschitische Kulturinstitut am Malbergskopf: „Es sind gefährdete Gemeinschaften, da die Islamisten sie als Ungläubige auf dem Schirm haben.“
Die Kirche müsse sich in ihren Kontexten bewegen, forderte sie und verwies auf ein positiver Beispiel einer Verbindung von Kunst und Kultur im Kirchenraum: „Zu dem etwas anderen Gottesdienst Musikkirche Live in Neuwied-Block kommen 300 bis 400 Besucher. Nach einer solchen Frequenz würde sich mancher Pfarrer die Finger lecken.“
Die Generaloberin berichtete, das man ein interfranziskanisches Noviziat ins Leben gerufen habe, damit sich wie zuletzt 15 Novizinnen aus elf franziskanischen Frauenorden mal treffen. Zu Gast war der Bischof, der beim abendlichen Grillabend erklärte: „Die Kirche ist wirklich im Wandel der Zeit, denn ich habe noch nie ein Tattoo auf dem Fußrücken einer Novizin gesehen.“ Die Generaloberin erläuterte, dass diese Frau zuvor Busfahrerin war und sagte: „Herr Bischof sind Sie froh, dass Sie die anderen Tattoos auf ihrem Körper nicht gesehen haben.“
Zu diesem interessanten Vortrag gab es noch eine kurze Diskussion mit der dann der Bruderschaftstag endete.
HEP
Könige und Repräsanten der Schützen nahmen an der Sonntagsmesse in Hausen teil.
Bezirksbundesmeister Klaus Wittlich konnte Generaloberin Schwester Edith Maria als Referentin gewinnen.
