Bendorfer Karnevalisten beim Gottesdienst
Halleluja und Helau
Kameltreiber, Karnevalslieder und Kostüme brachten Narrenstimmung in die Kirche
Bendorf. Spätestens als am Freitagabend die Doppelkirche St. Medard in Bendorf bis auf den letzten Stehplatz gefüllt war, in vielen Bankreihen Menschen in bunter Kostümierung Platz genommen hatten, die Orgel von dem musikalischen Allroundtalent Alois Müller bedient wurde und karnevalistische Weisen mit dem Musikverein Sayn erklangen, war allen Anwesenden klar: Wie seit vielen Jahren Tradition, wird in der Kirche der jährliche karnevalistische Gottesdienst gefeiert.
Diese ökumenische Veranstaltung ist einfach Kult in Bendorf, kamen doch bereits zum sechszehnten Mal die Abordnungen der Karnevalsvereine aus allen Stadtteilen mit den Gemeindemitgliedern in der vollbesetzten Kirche zusammen. Hier hatte man derart viele Besucher lange nicht mehr gesehen. Das freute ganz besonders den Hausherrn Pfarrer Joachim Fey, der in bester Laune die Gemeinde begrüßte.
Gemeindereferentin Judith Richter stellte anschließend in launischer Versform die Mitwirkenden des Abends vor, angefangen bei dem katholischen Pfarrer Joachim Fey, über den Vallendarer evangelischen Pfarrer Gerd Götz, den indischen Pater Norbert Maliekal bis zu deren Helfern Altbürgermeister Michael Syré, Karin Schneider und Judith Richter. Als passendes Tagesthema hatten die Organisatoren die Erzählung der „Heiligen Drei Könige“ ausgewählt.
Die Stimmung wechselte fortan zwischen heiter und besinnlich, so wurde nach den heiteren Eröffnungsversen das besinnliche Tagesgebet von Pfarrer Gerd Götz vorgetragen, bevor die „Boos Bar’s Bubbscher“ Lieder wie „Halleluja“ und „Happy Day“ in A Capella vortrugen und Altbürgermeister Michael Syré die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland, die durch den Stern von Bethlehem zu Jesus geführt wurden, im Bendorfer Dialekt erzählte.
In der Zwischenzeit hatten sich die übrigen Protagonisten in der Sakristei umgezogen. Zunächst erschien wieder Pfarrer Fey am Altar, verkleidet als Kameltreiber.
Amüsant, wie er durch die Kirche wanderte auf der gespielten Suche nach seinem Kamel „Arabella“, dabei mit Witz und Charme sich und die kostümierten Besucher aus den Stadtteilen auf die Schippe nahm und damit die Gemeinde ein ums andere Mal zu Lachsalven animierte. Derweil zogen Pater Norbert, Pfarrer Götz und Gemeindereferentin Richter als „Sternsinger“ verkleidet in den Altarraum ein, trafen dort mit „Kameltreiber“ Fey zusammen und zelebrierten in heiterer Weise eine eigene Version des Krippenspiels.
Als weiteres Highlight betete Michael Syré mit der versammelten Kirchengemeinde das Vaterunser in Bendorfer Mundart, bevor der stimmgewaltige Barde der KuK, Christoph Hahn, in seiner unnachahmlichen Art Bendorfer Liedgut zum Besten gab.
Nach dem abschießenden Segen an die Besucher und der Einladung zu einem anschließenden gemütlichen Beisammensein im Pfarrhaus begaben sich Pfarrer Fey, Pfarrer Götz, Pater Norbert, Michael Syré, Judith Richter und Karin Schneider unter dem Beifall des Publikums auf eine Polonaise quer durch die Kirche, musikalisch begleitet vom Musikzug Sayn und Alois Müller.
Alle freuen sich auf das nächste Jahr und waren sich einig, dass diese besinnlich-heitere Stunde ihren festen Platz in der Bendorfer Fastnacht gefunden hat.
Die Protagonisten des Abends: Pater Norbert, Judith Richter, Pfarrer Gerd Götz, Pfarrer Joachim Fey, Michael Syré und Karin Schneider.
Der Musikverein Sayn begleitet den Ein- und Auszug mit Karnevalsliedern.
Christoph Hahn, der ‚Barde‘ der KuK.
Solch eine bunte Zusammenkunft sieht man in einer Kirche nur selten.
Die „Heiligen Drei Könige“: Pfarrer Gerd Götz, Gemeindereferentin Judith Richter und Pater Norbert.
Einmarsch der Priester: Pater Norbert Maliekal aus Indien, Pfarrer Joachim Fey von der Pfarreiengemeinschaft Bendorf und Pfarrer Gerd Götz der Evangelischen Kirchengemeinde Vallendar.
Altbürgermeister Michael Syré betet das Vaterunser in Bendorfer Mundart.
Die Boos Bar’s Bubbscher singen ‚Happy Day‘.
Der „Kameltreiber“ Pfarrer Fey und die Sternsinger.