Allgemeine Berichte | 10.12.2020, 12:54 Uhr

Tierische Neuigkeiten im Zoo Neuwied

Harte Schale, weicher Kern: Schildkröten

Chinesische Weichschildkröte. Foto: Zoo Neuwied/Thorben Maur
181

Neuwied. „In der aktuellen Situation beneide ich manchmal die Schildkröten: Sie haben ihren Panzer immer dabei, in den sie sich bei Bedarf zurückziehen und „abschotten“ können. So ist Social distancing viel einfacher“, schmunzelt Kuratorin Alexandra Japes. „Der Knochenpanzer ist das auffälligste gemeinsame Merkmal aller Schildkröten, auch wenn er je nach Art unterschiedlich ausgeprägt ist“, erklärt die Biologin.

Bei „Brutus“, der Chinesischen Weichschildkröte, ist der Panzer sehr flach, und statt mit dicken Hornschilden von einer ledrigen Haut bedeckt. Dadurch ist er weniger gut geschützt, und müsste sich in freier Wildbahn wie seine Artgenossen zwischen Steinen im Wasser verstecken. Dafür ist er sehr beweglich, und kann durch seinen langen, biegsamen Hals gut nach Fischen schnappen. „Oder nach Fingern“, lacht Kurator Max Birkendorf. „Brutus ist zwar klein, aber sehr bissig“.

Ganz anders sieht die Ägyptische Landschildkröte aus, die kleinste Vertreterin der Landschildkröten, die in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet stark bedroht ist. Im Zoo Neuwied teilen sich die kleinen Tiere mit dem harten, hoch aufgewölbten Panzer ihr Gehege mit den Kurzohr-Rüsselspringern.

Im Terrarium nebenan wohnt eine weitere Landschildkrötenart, die jedoch völlig anders aussieht: Bei der Spaltenschildkröte ist der Panzer flach und so dünn, dass er biegsam ist. Da er keinen Schutz vor Feinden bietet, zieht sich die Schildkröte bei Gefahr in Felsspalten zurück und bläht sich auf, sodass sie darin verkeilt.

Aber nicht nur im Exotarium leben Schildkröten: In der Prinz Maximilian zu Wied Halle leben die südamerikanischen Köhlerschildkröten zusammen mit den nah verwandten, aber viel größeren Waldschildkröten in einem Gehege.

Die hübschen Landschildkröten mit den roten und orangen Flecken fühlen sich dort so wohl, dass beide Arten bereits Eier gelegt haben, welche dann auch im Gehege geschlüpft sind.

„Normalerweise nehmen wir die Eier aus dem Gehege und inkubieren sie, um sicherzustellen dass ihnen nichts passiert und die Bedingungen ideal sind. Aber hier haben wir die Gelege nicht gefunden, und wurden dann von den winzigen Jungtieren überrascht“ freut sich Max Birkendorf.

Die größten Schildkröten des Zoos sind in den warmen Monaten im Freien zu bestaunen. Und staunen kann man wirklich über „Robert“ und „Carmen“, die beiden Spornschildkröten, die sich das Gehege mit den Roten Varis teilen: Die größten Schildkröten Afrikas bringen schon jetzt, im zarten Alter von 14 Jahren, rund 40 kg auf die Waage. „Da können aber leicht noch 40-50 kg dazu kommen, denn Spornschildkröten werden bis zu 70 Jahre alt“, weiß Alexandra Japes. „Deshalb heben wir die Schildkröten mittlerweile auch nicht mehr auf die Waage, sondern haben sie darauf trainiert, selbst darauf zu steigen. Es soll sich ja niemand einen Bruch heben“, grinst die Kuratorin.

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Spornschildkröte.Foto: Zoo Neuwied/Schmitz

Spornschildkröte.Foto: Zoo Neuwied/Schmitz

Ägyptische Landschildkröte.Foto: Zoo Neuwied

Ägyptische Landschildkröte.Foto: Zoo Neuwied

Chinesische Weichschildkröte. Foto: Zoo Neuwied/Thorben Maur

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Mit Unterstützung der BUGA-Freunde Koblenz haben die Stadtgärtner drei Beete in Lützel und Stolzenfels mit den Staudenmischungen der Bundesgartenschau 2026 bepflanzt.
24

Die bevorstehende Bundesgartenschau 2029 wirft bereits ihre Schatten voraus, und in Koblenz zeigt sich der eigens für das Obere Mittelrheintal entwickelte BUGA-Staudenmix in ersten Pflanzungen. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen hat in den Stadtteilen Lützel und Stolzenfels drei Flächen neu gestaltet und dabei wertvolle Unterstützung vom Staudenteam der Freunde der Bundesgartenschau Koblenz e.

Weiterlesen

Brandneue XXL-Lebendfalle – liebevoll „lange Liesel“ genannt.
43

Nach 4 Wochen bangen Wartens und kilometerweiten Tagesdistanzen der Hündin konnte die clevere Dackelmischlingshündin Lotte nur 1 Woche nach dem Einschalten der Hundesuchhilfe Saving Paws Vulkaneifel, Südeifel und Umgebung von den Spezialisten gesichert werden. Der erste Einsatz für die neue, zusätzliche XXL-Lebendfalle endet mit einem emotionalen Happy End und einer ganz besonderen Überraschung. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Olivenbäume im Ahrtal.
57

Olivenbäume zwischen Weinbergen, auf landwirtschaftlichen Flächen und in privaten Gärten: Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist im Ahrtal längst keine reine Zukunftsvision mehr. Und dies dank des Oliven-Experten Oliver Heimermann. Seit mehr als 15 Jahren experimentiert er mit dem Anbau der mediterranen Pflanzen. Nun soll aus den bisherigen Erfahrungen eine gemeinsame Initiative entstehen. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag
First Friday Anzeige für November
Pflegefachkraft  in der Tagespflege gesucht
125-jähriges Jubiläum - Aktionsanzeige
Weitere Artikel
Symbolbild
5429

A61 ab November mit Einschränkungen

Ab dem 09.11.: Einspurige A61 - Fahrzeit einplanen

Sinzig. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes plant umfangreiche Gehölzpflegearbeiten auf der A61 zwischen dem Autobahndreieck Sinzig und der Anschlussstelle Niederzissen in Richtung Koblenz/Ludwigshafen.

Weiterlesen

Die Mittelahr präsentierte sich an den fünf Veranstaltungswochenenden von ihrer besten Seite
2377

Mittelahr. Mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern und bestem Herbstwetter ist der Weinherbst Mittelahr 2026 erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 26. September bis zum 25. Oktober fand das beliebte Wein- und Wanderevent an fünf Wochenenden auf dem Rotweinwanderweg und in den Weinorten Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr statt. Das bewährte Zusammenspiel aus Wein- und Gastronomieständen entlang der Strecke sowie ergänzenden Angeboten in den Orten sorgte erneut für großen Zuspruch.

Von Nicolas Bäcker aus Dernau

Weiterlesen