Einsatztag der Feuerwehr Kobern-Gondorf
Hausbrand, Verkehrsunfall und Bergungen forderten die Wehr
Kobern-Gondorf. Langsam schwillt der durchdringende Heulton der Sirene wieder ab. Im Gerätehaus der Feuerwehr Kobern-Gondorf machen sich derweil die Einsatzkräfte für das nächste Übungsszenario fertig. Die dritte von insgesamt vier Übungen an diesem Samstag.
Nacheinander verlassen die Feuerwehrfahrzeuge den Hof; gemeldet wurde eine Rauchentwicklung in einem Haus. Mehrere Personen werden vermisst. An der Einsatzstelle wird zuerst die Lage erkundet. Dies übernimmt der Zugführer mit seinen beiden Gruppenführern. Es werden zwei Abschnitte gebildet. Der eine kümmert sich um die Suche nach den vermissten Personen, der andere übernimmt die Brandbekämpfung. Schläuche werden ausgerollt, der Angriffstrupp geht unter schwerem Atemschutz in das verrauchte Haus vor. Schnell können die Personen im Gebäude ausfindig gemacht und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Hier werden sie vom Rettungsdienst weiter betreut. Indes erfolgt die Brandbekämpfung. Die Installation des Lüfters bringt abschließend den gewünschten Effekt. Das Gebäude wird entraucht, und letzte Glutnester zeigen sich. „Feuer aus!“, wird gemeldet. Das Übungsszenario wurde erfolgreich abgearbeitet. Alsbald geht es zurück zum Gerätehaus, dort wird die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt, denn: „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz!“
Der Einsatzübungstag der Wehr begann bereits morgens mit der Begrüßung der Kameraden durch den Wehrführer Timm Hartig. Es folgte die Einteilung der Mannschaft für das erste Szenario. „Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen“, lautete das Einsatzstichwort. Die Situation vor Ort: Ein Fahrzeug liegt auf der Seite, ein weiteres Fahrzeug hängt mit den Vorderrädern über einer Straßenkante in der Luft. Beide Fahrzeugführer sind in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Außerdem liegt eine dritte Person unter einem der Fahrzeuge. Auch hier wird als Erstes die Lage erkundet und beurteilt, Abschnitte gebildet und erste Maßnahmen eingeleitet: Betreuung der Verletzten, Sicherstellen des Brandschutzes, Absicherung der Einsatzstelle zur Eigensicherung, Sicherung der Fahrzeuge. Die Batterien werden abgeklemmt, auslaufende Flüssigkeiten aufgefangen. Zusammen mit dem Rettungsdienst wird dann die patientengerechte Rettung der Fahrzeuginsassen abgestimmt. Ein Fahrzeugführer wird durch den Kofferraum gerettet. Die zweite Person muss mit Hilfe von hydraulischen Rettungsgeräten aus dem Fahrzeug befreit werden. Die dritte, unter dem Fahrzeug liegende Person kann durch Einsatz von Hebekissen geborgen werden. Für kurze Aufregung an der Einsatzstelle sorgt ein Gaffer, dem es gelingt, dicht an die Einsatzstelle zu kommen, um Fotos zu machen, sowie einer der beiden Fahrer, der gewaltsam gegen den anderen Fahrer vorgehen will. Alltägliche Szenen, die unnötigerweise die zusätzliche Aufmerksamkeit verlangen und Arbeit der Einsatzkräfte behindern.
Zwei betrunkene Jugendliche sind verantwortlich für das dritte Übungsszenario. Vom Alkoholrausch motiviert, haben sich die beiden Zugang zu einem stillgelegten Erzstollen verschafft. Einem Passanten sind das aufgebrochene Tor und die vielen herumliegenden Bierflaschen aufgefallen. Der vorgehende Trupp entdeckt beide Jugendliche tief im Stollen. Beide sind unterkühlt und müssen herausgetragen werden. Aufgrund der engen Platzverhältnisse im Stollen eine anstrengende Aufgabe. Aber durch Teamwork kann auch diese Aufgabe von der Mannschaft gelöst werden.
Im letzten Szenario war noch einmal der ganze Einsatz gefragt. Auf der Mosel treibt herrenlos eine Jacht. Nach einer Verpuffung kann sich die Bootsbesatzung durch den Sprung ins Wasser ans Ufer retten. Nur der Kapitän der Jacht verfängt sich in einer Leine und muss von der Besatzung des Feuerwehrbootes gerettet werden. Das Einsetzen einer Tauchpumpe verhindert letztlich das Sinken der Jacht. Der erste „Einsatztag“ ist geschafft.
Für Übungsplaner und Mannschaft war es ein erfolgreicher Tag, der beim gemeinsamen Grillen gemütlich seinen Ausklang fand.
Zwei alkoholisierte Jugendliche aus einem Stollen zu bergen, war die letzte Aufgabe der Kobern-Gondorfer Feuerwehr an diesem Tag.
