Hotelier spricht Hausverbot aus
Hausrecht oder Behinderung der Amtsausübung?
Bürgermeisterin Renate Offergeld prüft juristische Seite
Wachtberg. Das Jahr 2016 scheint für Wachtberg das Jahr der historischen Premieren zu werden. Zuerst ein historisch ungekanntes Unwetter, dann eine Glanzleistung der Zusammenarbeit beim Neubau einer wichtigen Brücke, nun ein Hausverbot für die Bürgermeisterin an einem der bisher wichtigsten Versammlungsorte Wachtbergs.
Nachdem sich die Wogen um die ersten beiden Ereignisse bereits geglättet haben, herrscht um den ungewöhnlichen Vorgang im Hotel Görres großes Rätselraten und Kopfschütteln. Fakt ist, dass der Hotelier des Hotels Görres Frau Offergeld vor einiger Zeit aus unbekanntem Grunde Hausverbot erteilt hat. Angesichts dieses unerhörten Vorgangs blickte bereits mancher Verein ratlos drein, denn die Bürgermeisterin gehört bei vielen Veranstaltungen schlichtweg dazu. Deshalb überdenken mittlerweile einige Vereine die Wahl ihres Veranstaltungsortes, zumal Wachtberg reichlich Alternativen bietet.
Überdies ist Renate Offergeld Amtsträgerin und Mitglied in vielen Vereinen Wachtbergs und hat so nicht lediglich repräsentative Funktionen, sondern ist in vielen Fällen wichtige Akteurin bei Versammlungen. Mancher sieht die demokratisch gewählte Bürgermeisterin an der Ausübung ihres Amtes und an der Wahrnehmung ihrer Rechte als Vereinsmitglied und Funktionärin gehindert.
Nicht nur deshalb gibt es fraktionsübergreifend vollen Rückhalt für Renate Offergeld. Sie ist überdies bekannt als eine Person, die kompromissbereit Konflikte im Gespräch zu lösen versucht. Was kann also derart dramatisch sein, dass es ein Grund wäre, einer Bürgermeisterin ein Hausverbot zu erteilen? Das fragen sich viele Bürger in Wachtberg und wünschen sich, dass eine gute Lösung zum Besten aller gefunden wird. Die Bürgermeisterin selbst äußerte sich auf Anfrage nicht direkt zu dem Vorgang. Um keine Spekulationen anzuheizen, möchte sie erst nach einer juristischen Prüfung des Vorgangs Stellung nehmen.

Also ich finde schon, dass soetwas in die Öffentlichkeit gehört. Die Angelegenheit kenne ich nur aus dem Artikel, aber er hat mich sofort interessiert. Letztlich kann der Wirt zwar der Dame persönlich Hausverbot erteilen, aber der Bürgermeisterin als solche ist eine Unverschämtheit. Wenn es derartig zugeht, dann muss man auch einfach mal in Kauf nehmen, dass die Kundschaft wegbleibt und der Laden pleite geht.
Ob diese - offenbar eher persönliche - Geschichte überhaupt in die Öffentlichkeit oder gar in den politischen Streit gehört, sei einmal dahingestellt. Interessant sind dabei jedoch die zahlreichen veröffentlichten Reaktionen auf das Hausverbot. Dem Wirt scheint die Abwesenheit von Frau Offergeld so am Herzen zu liegen, dass er sogar bereit ist, auf Einnahmen zu verzichten. Frau Offergeld scheint die Angelegenheit hingegen so peinlich zu sein, dass sie die zahlreichen Gelegenheiten zur Klarstellung nicht genutzt hat.
Es wäre sicher ihrem Amt dienlicher gewesen, wenn die Bürgermeisterin dieses persönliche Problem auch persönlich mit dem Wirt gelöst hätte. Immerhin scheint die Sache inzwischen durch ein Kompromissangebot von Herrn Görres an die Bürgermeisterin bereinigt worden zu sein. Noch schöner wäre es allerdings gewesen, wenn Frau Offergeld etwas gelebte Bürgernähe bewiesen und der Öffentlichkeit diese Posse erspart hätte.