Trotz schwieriger Bedingungen wurde 2016 erstmals ein kleiner Gewinn erzielt
Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr zog Bilanz
Spielbankabgabe war um 132.000 Euro gesunken - Jahresgewinn betrug 16.000 Euro
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler hat 2016 im dritten Jahr ihres Bestehens zum ersten Mal einen Gewinn eingefahren. Das geht aus dem Jahresabschluss 2016 hervor, den der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig verabschiedete. Demnach wurde bei einer Bilanzsumme von 778.000 Euro ein Gewinn von immerhin 16.000 Euro eingefahren.
Die Gesellschaft ordnete seit ihrer Gründung im Jahre 2013 die Aktivitäten der Kurverwaltung strukturell neu und betätigt sich nunmehr in den Bereichen „Kurpark & Heilwasser“, „Kultur & Events“ sowie „Gesund & Aktiv“, um die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler als Gesundheits-und Tourismusstandort für die Zukunft optimal auszurichten.
Investitionen in die kurörtliche Infrastruktur fortgesetzt
Hierzu habe die Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler mbH die Investitionen in die kurörtliche Infrastruktur fortgesetzt, indem sie im April und im Mai 2016 den zweiten Bauabschnitt zur Sanierung der städtischen Heilquelle „Großer Sprudel“ abschloss, heißt es in dem Jahresbericht. In 2016 habe man zudem die Distribution des „Bad Neuenahrer Heilwassers“ mithilfe eines neuen Partners verbreitert und belieferte nunmehr auch die örtliche Hotellerie und Gastronomie. Hervorzuheben sei hier die Kooperation mit dem Steigenberger Hotel, welches das „Bad Neuenahrer Heilwasser“ als „Gruß an den Gast“ auf allen Hotelzimmern darbiete, so Geschäftsführer Christian Senk. Die Besucherzahlen der „Klangwelle Bad Neuenahr-Ahrweiler“ seien mit über 16.000 Gästen erneut gestiegen, dabei habe man die Besucher bereits auf die Landesgartenschau 2022 einstimmen können. Denn dann werde auch die Klangwelle ein Highlight bilden, schließlich habe die Heilbad Gesellschaft den Vertrag mit der Produktionsfirma vorzeitig bis 2022 verlängern können.
Verringerung dürfte sich wohl fortsetzen
Durch die Neufassung des Spielbankgesetzes Rheinland-Pfalz habe sich leider der Mittelfluss aus der Spielbankabgabe an die Gesellschaft in 2016 deutlich verringert. So belief sich der Anteil der Heilbad Gesellschaft auf nur noch 842.000 Euro – eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr von 132.000 Euro.
Weil sich die Verringerung der Spielbankabgabe auch in Zukunft wohl fortsetzen werde, sei das Ziel für das Jahr 2017 die Sicherung und nachhaltige Erhöhung eigener Einnahmen gewesen. So habe man etwa die Preisstrukturen der Veranstaltungsreihe „Wiener Klassik“ für die aktuelle Spielzeit moderat überarbeitet, sodass die Finanzierung eines kulturellen Highlights im städtischen Veranstaltungskalender nachhaltig gesichert sei. Auch die nach drei Jahren im wesentlichen unveränderten, sehr moderaten Preisstrukturen der Leitveranstaltung „Klangwelle Bad Neuenahr-Ahrweiler“ habe man angepasst, wodurch die Kapitalausstattung und damit die Ausbaufähigkeit dieser Veranstaltung nochmals gesteigert wurde. „Die Gesellschaft verbesserte mithin ihre eigene Ertragskraft planmäßig, so Senk.
Außerordentliches Improvisationstalent erforderlich
Im Frühjahr und Sommer 2017 habe die Stadt, nach mehreren gutachterlichen Untersuchungen zur Bausubstanz, allerdings den Betrieb der von der Heilbad Gesellschaft genutzten Kurparkliegenschaften durch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen einschränken müssen. Dies habe ein außerordentliches Improvisationstalent erfordert, um den Gästen dennoch ein angenehmes Veranstaltungserlebnis darbieten zu können. 2018 wolle man daher alternative Veranstaltungsorte suchen, um einen Interimsbetrieb für die unausweichliche Abbruch-und Neubauzeit der Kurparkliegenschaften vorzubereiten. CDU-Fraktionssprecher Christoph Kniel freute sich, dass das Ergebnis 2016 deutlich über dem des Vorjahres lege, welches mit hohen Instandhaltungs- und Reparaturkosten belastet gewesen sei, insbesondere beim großen Sprudel. Zudem hätten sich zum ersten Mal die durch eine Gesetzesänderung begründeten Einnahmeverringerungen aus der Spielbankabgabe mit einem Minus von 132.000 Euro ausgewirkt. Doch dank eines verringerten Aufwands und besserer Erlöse habe man per Saldo dennoch ein positives Ergebnis erzielen können. Auch sonst bleibe die Heilbad Gesellschaft aktiv, der neue Klinikführer zeige das Leistungsspektrum der hier ansässigen Kliniken sehr anschaulich und informativ. „Die CDU-Fraktion ist der Auffassung, dass wir mit der Heilbad Gesellschaft gut aufgestellt sind, wobei die Optimierung der Zusammenarbeit mit den übrigen Akteuren aus dem Bereich Gesundheit- und Tourismusstandort in der kommenden Zeit angegangen werden muss“, machte er klar.
Weitere Anstrengungen sind erforderlich
„Der Lagebericht der Gesellschaft weist aus, dass vom hoch motivierten Team alles getan wurde, um das Unternehmen weiter in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“, lobte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Kasel die Heilbad Gesellschaft. Wenn angesichts zurückgegangener Erlöse aus der Spielbankabgabe, weiter erforderlicher Investitionen in die kurörtliche Infrastruktur und bestehender Probleme angesichts des Gebäudezustands der Konzerthalle am Ende des Geschäftsjahres dennoch ein positives Ergebnis stehe, unterstreiche das das erfolgreiche Arbeiten. Doch der Lagebericht weise auch aus, dass weitere Anstrengungen zur Gestaltung einer positiven Entwicklung erforderlich und in Teilen bereits auf den Weg gebracht worden seien. Damit leiste die Heilbadgesellschaft auch einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des Tourismus in der Stadt, wie ihm von vielen Seiten immer wieder bestätigt werde. „Gerade dieses nachhaltige Invest wird weiter zu intensivieren sein“, wünschte er sich und versprach die uneingeschränkte Unterstützung der SPD.
FWG lobt den „guten Job“
Auch FWG-Fraktionsvorsitzender Gregor Sebastian versprach eine positive Begleitung des Vorhabens. Sowohl das Geschäftsjahr 2016 als auch 2017 seien von vielen unvorhersehbaren Ereignissen geprägt gewesen, und die Heilbad Gesellschaft habe dennoch einen kleinen Gewinn erwirtschaftet. „Das Team hat hier einen guten Job gemacht und für die Stadt viele neue Impulse gegeben, um sie noch attraktiver zu machen“, lobte Sebastian. Die FWG sehe es auch positiv, wie das Zusammenspiel mit den Kliniken funktioniere und wünsche der Heilbad Gesellschaft auch weiterhin ein außerordentliches Improvisationstalent angesichts anstehender Herausforderungen.
JOST
