Christliche Gemeinden in der Neuwieder Innenstadt
Heiligabend in sieben Kurzgottesdiensten feiern
Neuwied. Sieben christliche Gemeinden in der Neuwieder Innenstadt haben eine Antwort auf die Frage gefunden, wie in Zeiten von Corona Heiligabend gefeiert werden kann. Sie bieten 10-Minuten-Gottesdienste an und laden zum Stationenrundweg ein.
Heiligabend wird in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr an sieben Orten in Neuwied alle halbe Stunde ein Kurzgottesdienst von 10 Minuten gefeiert. Die Besucher sind eingeladen, so viele Gottesdienste, wie sie möchten, zu besuchen.
Ein Flyer informiert darüber, wo die Gottesdienste mit welchem Inhalt stattfinden. Praktische Abreißzettel für die Kontaktverfolgung sind darin auch abgedruckt. „Wir möchten den Menschen an diesem wichtigen Abend einen Impuls auf den Weg geben“, sagt Pfarrer Tilmann Raithelhuber. Sich auf den Weg machen, ist Inhalt, aber auch Prinzip dieser besonderen Art, Gottesdienste zu feiern. „Kaum eine Geschichte der Bibel berichtet von so vielen Personen, die sich auf den Weg gemacht haben, wie die Weihnachtsgeschichte“, meint Pastor Walter Jakobeit, „da ist es gut, wenn auch wir uns bewegen“. Schon gleich zu Beginn der biblischen Erzählung machen sich Maria und Josef auf den Weg und das entsprechende Bibelzitat hat der Veranstaltung den Namen gegeben: „Da machte sich auf“.
Auf dem Plakat wandern Josef und Maria gerade an der Raiffeisenbrücke vorbei. Kurzgottesdienste gibt es an folgenden Orten: Liebfrauenkirche, Ev. Kirche Heddesdorf, Mennonitische Brüdergemeinde Neuwied, St. Matthiaskirche, Marktkirche, Herrnhuter Brüdergemeine und Heilig-Kreuz-Kirche. Jeder Gottesdienst nimmt Figuren aus der Weihnachtsgeschichte auf, die sich auf den Weg gemacht haben, wie Maria und Josef, Hirten, Engel und Könige. In der Herrnhuter Brüdergemeinde wird Licht eine wichtige Rolle spielen.
„Aus dem Hören der Weihnachtsgeschichte folgt aber auch, dass wir jene nicht vergessen, die heute auf der Flucht sind“, sagt Dechant Thomas Darscheid.
Einen entsprechenden Impuls wird es in der Heilig-Kreuz-Kirche geben.
Bei der Planung wurde klar: Es gibt keinen Gottesdienst im Jahr, an den höhere Erwartungen gestellt werden, als an den zum Heiligabend. Jede Gemeinde hat ihre eigenen, teils sehr festen Traditionen in der Liedauswahl, der Uhrzeit, der Zielgruppe und in der Gestaltung der Gottesdienste.
Dieses Jahr ist aber all das in gewohnter Weise nicht machbar. Mit dem Angebot der Stationengottesdienste will man die Weihnachtsgeschichte aber dennoch erlebbar machen. „Weil man einen Einblick in viele Gemeinden bekommen kann, sehen wir eine Chance für die Vielfalt der Ökumene“, sagt Pfarrerin Karen Wilson. „Und vielleicht übertreffen wir mit dieser Form ja doch die eine oder andere Erwartung“, ergänzt Pfarrer Werner Zupp, der sich mit einem blinzelnden Auge Schnee für diesen besonderen Heiligabend wünscht
