Bildkalender mit historischen Ansichten von Ransbach-Baumbach produziert
Heimatgeschichtliche Aufnahmen erinnern an frühere Zeiten
Helmut Baaden und Egon Korzilius stöberten in ihrem Bilderarchiv
Ransbach-Baumbach. Als Helmut Baaden vor zwei Jahren den historischen Kalender einer Nachbargemeinde sah, dachte er sich „Das können wir für Ransbach-Baumbach auch machen.“ Bereits in seiner Jugendzeit interessierte er sich für alte Mercedes, schlachtete diese aus oder setzte sie instand. Auch hat er eine Vorliebe für alte Möbel. Das Faible für das Festhalten der Zeitgeschichte seiner Heimatstadt liegt wohl in der Familie, denn bereits sein Onkel, Dr. Franz Baaden, hat Heimatgeschichte geschrieben.
Alte Fotos für neuen Kalender
Helmut Baaden sammelt alte Bilder. Rund 200 Aufnahmen aus alten Zeiten befinden sich in seinem Besitz.
Das älteste Bild ist aus dem Jahr 1890. Da sind schon ein paar schöne Schätze dabei. Zusammen mit Egon Korzilius, der ebenfalls ein Bilderarchiv mit historischen Fotos sein eigen nennt, durchforstete er diese und stellte sie der Kalender Manufaktur für die Produktion eines Kalenders zur Verfügung. Vor circa einem Jahr kam es zum ersten Kontakt und seit einigen Wochen kann man den Kalender mit den tollen alten Ansichten der Töpferstadt und seinen Bewohnern erwerben. Er zeigt zum Beispiel eine Aufnahme des Stadtteils Ransbach, von Baumbach aus gesehen aus dem Jahr 1909 mit einer handschriftlichen Widmung und einem inzwischen abgerissenen Fabrikgebäude. Ein Bild von Männern zu Musterung vor dem Zweiten Weltkrieg ist ebenfalls enthalten. Hier findet sicher der ein oder andere Ransbach-Baumbacher ein Familienmitglied wieder. Auch ein Hochzeitsfoto ist enthalten und weitere Aufnahmen, die die Zeitgeschichte Ransbach-Baumbachs vor Augen führen.
Bilder sollen Zeitgeschichte überliefern
In Ransbach-Baumbach ist der Bildkalender für 2019 mit den historischen Ansichten der Stadt in der Bücherkiste erhältlich. Er ist im Format DIN A3 aufgelegt und kostet 18 Euro. Da der Kalender nach dem Drucken der Seiten von Hand weiterverarbeitet wird, kann er einzeln nachgefertigt werden. Es handelt sich daher nicht um eine Massenproduktion. Die Kalender werden nach Bedarf gedruckt.
Warum Helmut Baaden dieses Projekt in Angriff genommen hat, erklärt er folgendermaßen: „Wenn wir jetzt die Geschichte nicht aufschreiben und festhalten, ist es in ein paar Jahren vorbei und niemand erinnert sich mehr daran. Dann gibt es diese Informationen nicht mehr.“
Da ist wohl etwas Wahres dran. Umso wichtiger ist es, die in den Aufnahmen festgehaltenen Ansichten und Ereignisse aus früheren Zeiten zu dokumentieren. Auch der Kalender ist ein Teil Stadtgeschichte und in 50 oder 100 Jahren, wie auch immer Ransbach-Baumbach sich bis dahin weiterentwickelt hat, ein schönes Relikt der Vergangenheit.
Helmut Baaden mit dem historischen Kalender – er betrachtet das Bild der Hochzeit seiner Großeltern.
