Heimathelden: Koblenz: Claudia und Michael Ludewig helfen Katzen in Not
Koblenz. Echte Heimathelden gibt es direkt vor unserer Haustür. Ein Beispiel dafür sind Claudia und Michael Ludewig, ein Ehepaar aus einem kleinen Ort in der Nähe von Koblenz. In ihrem liebevoll restaurierten alten Haus ist ein inzwischen weithin bekanntes Katzenschutzhaus entstanden: das „Piratennest“.
Claudia und Michael Ludewig sind die erste und zweite Vorsitzende der Koblenzer Katzenhilfe e.V.. Ihr Einsatz für Katzen in Not und für den Tierschutz in der Region ist außergewöhnlich und verdient große Anerkennung.
Engagement mit Herz und Fachwissen
Der Weg von Claudia Ludewig war nicht immer einfach. In ihrer Jugend fehlten ihr die Möglichkeiten, ihre Begabungen über eine höhere Schulbildung oder ein Studium weiterzuentwickeln. Doch sie blieb beharrlich und fand ihren eigenen Weg.
Bereits als Kind kam sie durch ihre Nenn-Oma mit dem Katzenschutz in Berührung – eine Leidenschaft, die sie bis heute begleitet. Seit rund 40 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für Katzen in Not. Trotz familiärer Verpflichtungen bildete sie sich später auf eigene Kosten und nach Feierabend intensiv weiter. Heute ist sie unter anderem diplomierte Tierheilpraktikerin, Katzenpsychologin, Tierernährungsberaterin und Tierphysiotherapeutin.
Ein großer Teil ihres Hauses dient als Katzenpflegestation für Kitten sowie für kranke und behinderte Fund- und Abgabekatzen. Die Einrichtung ist vom Veterinäramt geprüft und anerkannt. Viele der aufgenommenen Tiere können nach ihrer Genesung – geimpft, gechippt und registriert – in ein liebevolles neues Zuhause vermittelt werden.
Claudia Ludewig widerlegt dabei auch verbreitete Vorurteile über Tierschützerinnen und Tierschützer. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in einer großen Patchworkfamilie mit vier Kindern und zehn Enkeln. Zeitweise wohnen sogar vier Generationen unter einem Dach – selbstverständlich inklusive einiger eigener Tierschutzkatzen.
Michael Ludewig bildet den ruhigen Gegenpol zur energiegeladenen Claudia. Der mehrfach qualifizierte Handwerksmeister ist im Haus für Umbau und Ausbau der Katzenstation verantwortlich. Beruflich arbeitet er in leitender Position im Gebäudemanagement, engagiert sich aber daneben ebenso intensiv im Tierschutz.
Besonders bei der Aufzucht von Katzenbabys spielt er eine wichtige Rolle. Wenn mutterlose Kitten versorgt werden müssen, übernimmt er regelmäßig das Füttern – im Homeoffice sogar in seinen Arbeitspausen, notfalls alle zwei Stunden. Auch besonders scheue oder verstörte Tiere fassen bei ihm schnell Vertrauen.
Gemeinsam mit seiner Frau ist er außerdem im Einsatz, wenn ausgesetzte oder verletzte Katzen gemeldet werden. Häufig müssen die Tiere mit speziellen Fallen gesichert und anschließend sofort tierärztlich versorgt werden. Viele Abende und Wochenenden verbringen die beiden deshalb auf Fahrten zu Tierarztpraxen oder Kliniken.
Einsatz über den Alltag hinaus
Zum Engagement des Ehepaars gehört weit mehr als die unmittelbare Tierhilfe. Öffentlichkeitsarbeit, Website und Social-Media-Auftritt, Spendenaktionen, Vereinszeitschrift sowie Gespräche mit Sponsoren, Verwaltung und Politik gehören ebenso zu ihren Aufgaben.
Denn die Kosten sind hoch: Rund 50.000 Euro Tierarztkosten im Jahr fallen für die Schützlinge des Vereins an. Da sich die Koblenzer Katzenhilfe e.V. ausschließlich aus Spenden finanziert, investieren die Ludewigs immer wieder auch eigene Mittel.
Derzeit arbeitet Michael Ludewig außerdem an einem weiteren großen Projekt: Eine zweite große Katzenpflegestelle in Koblenz zieht in ein neues Haus um. Mit Unterstützung der Else-Schütz-Stiftung konnte das Gebäude erworben werden. Unter seiner fachkundigen Leitung wird es nun renoviert und zu einer größeren, veterinäramtlich genehmigten Einrichtung für Katzen in Not ausgebaut.
Immer häufiger wenden sich auch Katzenhalterinnen und Katzenhalter an den Verein, die durch steigende Tierarztkosten oder andere Schwierigkeiten in Not geraten sind. Die Ehrenamtlichen umd Michael und Claudia Ludewig helfen dann unbürokratisch mit Rat und Unterstützung und informieren über verantwortungsvolle Katzenhaltung – damit Tierleid möglichst verhindert wird.
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