Allgemeine Berichte | 13.09.2017, 09:01 Uhr

Die eigenen Wurzeln besser begreifen

Heimatverein Villip zeigt Exponate aus der Region unter dem Titel „Macht und Pracht“

Handwerk, Kunst und Adel im geschichtlichen Zusammenhang erklärt

Eine mit Originalinventar ausgestattete Wohnstube gewährtEinblicke in den Alltag der vorigen Generationen. Fotos: CEW
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Wachtberg-Villip. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals öffnete das kleine Heimatmuseum an der Grundschule in Villip am zweiten Sonntag im September 2017 von 11 bis 13 Uhr seine Türen. In den ehemals nüchternen Räumlichkeiten ist seit der Entstehung des Heimatmuseums ein Ort geworden, in dem Geschichte anschaulich und wirklichkeitsnah präsentiert wird. Viele Exponate aus privaten Haushalten, Repliken von wertvollen Fundstücken aus Wachtberg und historische Dokumente bieten ein Bild von Villip, Villiprott und Holzem, wie es spannender kaum sein könnte.

Nicht nur der höchst interessante Lebensweg des Holzemers Anton Raaff, der als Tenor und Zeitgenosse Mozarts fast die ganze europäische Welt bereist hat, ist hier anschaulich dokumentiert. Ulf Hausmanns und seine Mitstreiter wissen noch eine ganze Menge Hintergründe zu ergänzen, die den Blick in vergangene Zeiten lebendig werden lassen. Neben Musik und Kunst gehört ein großer Teil der Ausstellung handwerklichen Exponaten aus verschiedenen Jahrhunderten und natürlich auch aus Großmutters Zeiten. Eine Webstube mit historischem Webstuhl und den zugehörigen Weberschiffchen findet man in der Nachbarschaft mit einer Ecke, die als Schusterwerkstatt mit Originalwerkzeug und Arbeitsmitteln aus vergangener Zeit nachgebaut wurde. Auch landwirtschaftliche Ausrüstung und Werkzeug ist hier zu bestaunen. Auf welche Weise anno dazumal mancher Acker bewirtschaftet wurde, scheint heutzutage erstaunlich. In einem kleinen Raum nebenan wurde eine Wohnstube nachgestellt, wie es sie vor Urzeiten in vielen Häusern gab und heute fast in Vergessenheit geraten sind. Kleinodien wie der Fritzdorfer Goldbecher findet man hier zwar nicht im Original, aber doch als qualitativ hochwertige Replik, die von einem ehemaligen Leiter des Heimatmuseums, einem Goldschmied, für das Museum hergestellt wurde.

Ein kleiner Lagerraum abseits der Ausstellung beherbergt noch etliche Utensilien und vor rund 40 Jahren von der Gemeinde übernommene Katasterkarten, die noch passend aufbereitet werden müssen, um später die Ausstellung zu bereichern.

„Die bunte Mischung von ländlicher Ackerwirtschaft bis zum bäuerlichen Leben und zu den Burgen“, sei hier dokumentiert. Zudem würden passend zum heutigen Thema „Macht und Pracht“ Werden und Wirken der beiden Burgen in Villip in den Mittelpunkt gestellt. Eine der beiden Burgen, die Burg Gudenau, ist den meisten Bewohnern sowie Besuchern des Drachenfelser Ländchens bekannt. Weniger bekannt, jedoch nicht weniger interessant, ist die sogenannte Motte der Rolande von Villip. Dabei handelte es sich um ein Gebäudeensemble, das in der Mitte eines Grabens aufgestellt wurde, und in dessen Zentrum in erhöhter Position ein Turm stand. Um den Turm herum waren angrenzend zum Graben Palisaden angeordnet. Die Gipsdarstellung einer solchen Motte, die unter den Burgformen des 7. und 8. Jahrhunderts eingeordnet wird, findet man im Treppenabgang, der in die Räume des Heimatmuseums führt.

Ulf Hausmanns hält viele Hintergrundinformationen zum TenorAnton Raaff und den weiteren Exponaten für die Besucher bereit.

Ulf Hausmanns hält viele Hintergrundinformationen zum Tenor Anton Raaff und den weiteren Exponaten für die Besucher bereit. Foto: Chris Weber

Ulf Hausmanns übernimmt Spenden von Karl Josef Schwalbeinem treuen Mitstreiter aus Bad Godesberg.

Ulf Hausmanns übernimmt Spenden von Karl Josef Schwalb einem treuen Mitstreiter aus Bad Godesberg. Foto: Chris Weber

Eltiche antike Domukente zeugen von den Wurzelnder Bevölkerung des Drachenfelser Ländchens.

Eltiche antike Domukente zeugen von den Wurzeln der Bevölkerung des Drachenfelser Ländchens. Foto: Chris Weber

Eine mit Originalinventar ausgestattete Wohnstube gewährt Einblicke in den Alltag der vorigen Generationen. Fotos: CEW Foto: Chris Weber

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