Allgemeine Berichte | 27.04.2021

Naturerlebnisbegleiter werden über die Vogelfauna in den Moselweinbergen informiert

Heimische Vogelfauna schützen

Lebensraum in Moselweinbergen erhalten

Die Zippammer fühlt sich in den vielfältigen Strukturen der Moselweinberge besonders wohl. Foto: © Martin Becker

Region. Referenten der Oberen Naturschutzbehörde des Landes Rheinland-Pfalz informieren angehende Naturerlebnisbegleiter über die Vogelfauna in den Moselweinbergen sowie über Schutzgebiete zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensräume.

Im Rahmen der Ausbildung der Naturerlebnisbegleiter durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel dreht sich alles rund um die heimische Flora und Fauna in der Moselregion. Die Obere Naturschutzbehörde des Landes Rheinland-Pfalz, die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, unterstützt die Ausbildung mit qualifizierten Fachbeiträgen.

Moselhänge bieten Lebensraum für verschiedenste Vogelarten

Zuletzt standen in einem Online-Seminar am 13.04.2021 die an der Mosel heimischen Vögel im Fokus. Volker Hartmann, Artenschutzreferent bei der SGD Nord, informierte über die Vogelfauna der Moselweinberge. Aufgrund ihres sommerwarmen und wintermilden Klimas weisen die Hänge des Moseltals eine sehr artenreiche Vogelfauna auf. Dieser besondere Lebensraum zeichnet sich aus durch einen Reichtum an verschiedenen Strukturen, wie Rebflächen und Weinbergsbrachen, Felsen, Gebüsche, Gewässer, Grünland, lichte Wälder und Siedlungen. Gemeinsam mit verschiedensten Kleinstrukturen und -biotopen (z.B. Trockenmauern, Wegesäume, offener Boden) herrschen hier hervorragende Lebensbedingungen und damit auch ein entsprechendes Nahrungsangebot für viele Vogelarten.

Im Verlauf des Jahres sind entlang der Mosel unterschiedlichste Vogelarten zu beobachten. Während manche Arten die Region vorrangig zur Brutzeit im Frühjahr und Sommer nutzen, gibt es andere, die hier überwintern und Zugvögel, die die Region zur Rast nutzen. Es gibt jedoch auch zahlreiche Arten, die hier ihren Ganzjahreslebensraum finden.

Zu den Vogelarten, die häufig bis sehr häufig als Brutvogel in den Moselhängen anzutreffen sind, zählen Amsel, Rotkehlchen, Kohlmeise und Buchfink. Die Zippammer hingegen gilt als seltener und stark gefährdeter Brutvogel der Region – sie wird auch als Leitart der Moselweinberge bezeichnet. Ihr deutschlandweiter Verbreitungsschwerpunkt liegt in Rheinland-Pfalz. Besonders die moseltypischen Kleinstrukturen sind für sie ein idealer Lebensraum: Sonnige Felsen und Trockenmauern dienen als Brut- und Sonnplatz, Gebüsche als Singwarte und Versteck und die offenen, niedrig bewachsenen Rebflächen und andere Grünlandflächen der Nahrungssuche. Zum Schutz dieser Art ist es daher besonders wichtig diese Kleinstrukturen zu erhalten bzw. neu anzulegen. Davon profitieren neben der Zippammer auch viele weitere Arten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen.

Schutzgebiete zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Bereits am 26.01.2021 fand ein Online-Seminar zum Thema Natura 2000 statt, geleitet von Mona Christ, Mitarbeiterin der SGD Nord. Unter der Bezeichnung Natura 2000 versteht man das weltweit größte zusammenhängende Netz von Schutzgebieten. Dieses setzt sich zusammen aus den Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebieten und speziellen Vogelschutzgebieten sowie einem über die Schutzgebiete hinausgehenden Schutz besonderer Arten innerhalb der Europäischen Union. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung und Erhaltung der biologischen Vielfalt, der natürlichen Lebensräume und wild lebenden Tiere und Pflanzen in Europa.

Rheinland-Pfalz trägt mit 120 FFH-Gebieten und 57 Vogelschutzgebieten auf circa 385.000 ha zum Natura 2000-Netz bei. Dies entspricht circa 20% der Landesfläche. Eine Bewirtschaftung von Flächen innerhalb von Natura 2000-Gebieten ist möglich, sofern die dortigen Lebensräume und Arten dadurch nicht erheblich beeinträchtigt werden. Eine angepasste Nutzung kann hier zum Erhalt von Lebensräumen und Arten beitragen. So auch im Bereich der Moselhänge. Hier drohen beispielsweise ehemals weinbaulich genutzte Flächen zu verbuschen. So geht die Lebensraumeignung dieser Flächen für Arten verloren, die an die trocken-warmen Verhältnisse in offenen Weinbergsflächen angepasst sind. Der Bewuchs wird daher auf vielen solcher Brachen in regelmäßigen Abständen durch Mulchen, Mahd oder Beweidung entfernt. So kann der Lebensraum für viele moseltypische Arten erhalten werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Naturschutz in Rheinland-Pfalz finden Sie im LANIS (Landschaftsinformationssystem) unter www.naturschutz.rlp.de.

Informationen zur Ausbildung von Naturerlebnisbegleiter*innen erhalten Sie beim DLR Mosel, Martina.Engelmann-Hermen@dlr.rlp.de, 06531-956-156, www.lebendige-moselweinberge.de

Pressemitteilung

DLR Mosel

Die Zippammer fühlt sich in den vielfältigen Strukturen der Moselweinberge besonders wohl. Foto: © Martin Becker

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