Kasernensturm in Rheinbach
Heldenhafter Kampf der Bundeswehr-Elite gegen Rheinbacher Narren blieb erfolglos
Kasernenältester Oberst i.G. Wolfgang E. Renner musste angesichts der jecken Übermacht kapitulieren
Rheinbach. In der fünften Jahreszeit geschehen oft merkwürdige Dinge, und so fand sich der „Blick aktuell“-Reporter plötzlich als „embedded journalist“ zwischen den Fronten eines erbitterten Kampfes um die Vorherrschaft in der Rheinbacher Tomburg-Kaserne wieder. Der englische Begriff bezeichnet einen zivilen Kriegsberichterstatter, der einer kämpfenden Militäreinheit zugewiesen wird: Dazu auserkoren, den heldenhaften Kampf der geballten Elite des Kommandos Strategische Aufklärung, des Streitkräfteunterstützungskommandos G6, des Führungsunterstützungsregiments 28 und der Führungsunterstützungsbrigade 900 gegen eine drohende Invasion durch uniformierte Truppen sämtlicher Karnevalsvereine der Rheinbacher Kernstadt für die Nachwelt festzuhalten.
Den Verteidigern schlotterten die Knie
Unter dem Kommando des Kasernenältesten Oberst i.G. Wolfgang E. Renner, der am 1. Januar die Führung des Betriebszentrums IT-System der Bundeswehr in Rheinbach übernommen hatte, hatten sich auf der fahrbaren Verteidigungsstellung auch der Kasernenkommandant Oberstleutnant Matthias Ansperger, Oberst Otto Jarosch vom KSA, Oberst Hoffmann vom BITS und Andreas Burow vom Netzkontrollzentrum samt Kanonier Stabsfeldwebel Stefan Kresse mit geistlichem Beistand des evangelischen Standortpfarrers Norbert Prey eingefunden, um den anrückenden Gruppen Widerstand zu leisten. „Männer, diesmal bleiben wir standhaft!“, schwor Renner seine wackeren Mitstreiter ein, denen allerdings schon die Knie schlotterten, als sie von Ferne die Pauken und Trompeten der anrückenden Narrenschar hörten.
Erste Zweifel am Erfolg der Verteidigungsstrategie kamen auf, als sich herausstellte, dass die imposante Kanone auf der Verteidigungsstellung nur über fünf Schuss Munition verfügte, die auch noch nass geworden war und beim Abfeuern statt eines donnernden „Rumms“ nur ein zaghaftes „Puff“ von sich gab. Die Eroberer unter dem Befehl des stets siegreichen Stadtsoldaten-Kommandanten Willi Hohn hielten sich die Bäuche vor Lachen und schickten zunächst die Tollitäten als Kanonenfutter an die Front, da sie von diesen „Waffen“ nichts zu befürchten hatten. Als jedoch die 60 Mann starke Angriffsformation der Stadtsoldaten die schreckenerregende Böllerkanone vor dem Kasernentor in Stellung brachte, machten sich hinter dem Standortältesten erste Auflösungserscheinungen bemerkbar. Nachdem zwei lausige Spanische Reiter aus Pappe niedergewalzt waren, schossen die Stadtsoldaten-Kanoniere das verbarrikadierte Tor blitzschnell sturmreif.
Die weiße Fahne wurde geschwenkt
Die eingeschüchterten Verteidiger räumten angesichts der Überzahl der Angreifer, die noch 150 Mann der befreundeten Rheinbacher Karnevalsgesellschaften als Kampfreserve in der Hinterhand hatten, fluchtartig ihre Stellung und schwenkten die weiße Fahne. Widerstandslos beugten sie sich der Rheinbacher Prinzessin Eve I. (Evelyn Mros), dem Queckenberger Dreigestirn mit Prinz Willi I. (Stefanie Häger), Jungfrau Wilma I. (Birgit Meurer) und Bauer Wilhelm I. (Martina Maus) sowie den Kinderprinzenpaaren aus Rheinbach mit Prinz Marvin I. (Kramer) und Prinzessin Laura I. (Tiedemann) sowie aus Oberdrees mit Prinz Andre II. (Zavelberg) und Prinzessin Sonja I. (Neuhalfen).
Im rappelvollen Mannschaftsquartier verkündete anschließend Oberst i.G. Wolfgang E. Renner offiziell die Kapitulation und überreichte Stadtsoldaten-Kommandant Willi Hohn den Kasernenschlüssel stellvertretend für alle Rheinbacher Karnevalsgesellschaften. Zum elften Male übernahm nun Blau-Weiß-Präsidentin Sigrid Wirsberg als Moderatorin das Mikrofon und führte zusammen mit Kasernenkommandant „Mattes“ Ansperger durch das Programm.
Karnevalistisches Programm im Mannschaftsquartier
Die bunt kostümierten Jecken erlebten ebenso wie Bürgermeister Stefan Raetz und seine beiden Stellvertreter Claus Wehage und Tamara Vogt ein abwechslungsreiches karnevalistisches Programm mit Beiträgen aller Karnevalsgesellschaften der Stadt. Diesmal machten die „närrischen Schornbuscher“ den Auftakt, gefolgt von der musikalischen Darbietung der „ProSecos“. Das Narrencorp „Blau Gold“ Rheinbach unter dem Kommando von Dieter Beckmann zeigte ebenfalls seine große Verbundenheit der Bundeswehr. Schließlich hat Beckmann viele Jahre als Standortfeldwebel das Bild der Tomburg-Kaserne mitgeprägt. Angeführt von ihrem Kommandanten Hajo Müller präsentierte anschließend die Gro-Rhei-Ka Narrenzunft Prinzengarde als älteste Rheinbacher Karnevalsgesellschaft ihr Programm. Zum Schießen war der drollige Auftritt der Minis aus Palmersheim, dem Nachwuchs der „Palm Beach Girls“. Auch das Karnevalskomitee Blau-Weiß präsentierte sich von seiner tänzerischen Seite, das Stadtsoldatencorps ließ seine Tanzgruppen auftreten, begleitet vom eigenen Musikzug unter der Leitung von Simona Thelen, bevor im Vorraum des Saales die After-Erstürmungsparty mit Livemusik der Kasernenband „Gate 5“ begann. VJ
