Rheinbacher Urgestein feierte unter Corona-Bedingungen
Hermann Josef Hausmann feierte 90. Geburtstag
Rheinbach. Hermann Josef Hausmann war niemand, der sich viel Ruhe gönnte. Er gehörte stets zu denen, die mitgestalteten und aktiv in den Vereinen, aber auch in der Politik, mitmischten.
Obwohl er nicht in Rheinbach geboren wurde, zählt der Jubilar zu den Persönlichkeiten der Stadt.
Gebürtig aus Kall in der Eifel, zog es Hermann Josef Hausmann am 2. Januar 1952 nach Rheinbach, wo er als Buchhalter und Mädchen für alles bei Elektromeister Jakob Schmitz (Schmitzen Köbes) eine Anstellung fand.
Ihm kam zugute, dass er mit seinen Vorgesetzten verwandt war und somit in deren Haushalt leben konnte.
Schon damals war die Beziehung von Minni, so der Kosename seiner Freundin und heutigen Ehefrau, und Hermann Josef nicht einfach, da sich das Paar nur am Wochenende sehen konnte. Was sich für beide auch in der dann kommenden Zeit nicht änderte, bis er 1956 seine Minni zur Frau nahm. Mit ihr ist er im nächsten Jahr 65 Jahre verheiratet und kann dann mit seiner Minni die „Eiserne Hochzeit“ feiern. Sie haben eine Tochter und zwei Enkelkinder. Hausmann konnte mit seiner Frau das Geschäft von Jakob Schmitz übernehmen und dieses durch Anpassung des Warenangebotes erfolgreich ausbauen. Er konzertierte sich auf Radio- und Fernsehtechnik, Minni baute gleichzeitig ein erfolgreiches Porzellan- und Haushaltswarengeschäft auf.
Ihre Selbstständigkeit gaben die beiden Hausmanns aus Altersgründen 1992 auf. Das Wirken des Unternehmers zeigt, dass er stets aktiv in vielen Bereichen in Rheinbach war.
Seit der Übernahme seines Geschäftes unterstützte er den Gewerbeverein als aktives Mitglied, bei dem er einige Jahre als Vorsitzender antrat. In den Folgejahren war er als Schatzmeister und Beisitzer aktiv.
Die alle zwei Jahre erscheinende Bürgerinformation in Einheit mit dem Einkaufsführer, der mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren an alle Haushalte verteilt wird, hat der Jubilar mitgegründet und jahrelang dafür die Anzeigen bei den Rheinbacher Betrieben akquiriert. Bei dem damaligen Messeverein Rheinbach, der Anfang der siebziger Jahre gegründet wurde, war Hermann Josef Hausmann Gründungsmitglied, 1. Vorsitzender und Schatzmeister.
Er war ebenfalls Gründungsmitglied des Rheinbacher „Landsturms“, ist mehrere Jahrzehnte Mitglied bei den Hubertusschützen, bei den Stadtsoldaten, dem Brauchtumsverein, Ehrensenator beim NCR Blau Gold Rheinbach und dem Angelverein „Bonner Sportangler“.
„Heute bin ich noch ein begeisterter Kegler des Kegelklubs „Geheime Millionäre“ dem ich 1956, unmittelbar nach Gründung, beigetreten bin“, berichtet Hausmann. „Obwohl mir das Kegeln heute schwerer fällt als damals, ist mir die Teilnahme wichtiger als der Sieg“, ergänzt der Jubilar mir einem Augenzwinkern. Zwölf Jahre lang hatte er als Präsident das Zepter in der Hand.
Für seine Stadt saß Hermann Josef Hausmann zwei Legislaturperioden im Rheinbacher Stadtrat.
Jedoch stimmte es den Jubilar etwas traurig, dass er seinen Geburtstag wegen der Corona-Verordnungen nur auf Distanz feiern konnte. „Aber das Telefon hat den ganzen Tag nicht still gestanden“, freute sich Hausmann über die vielen Glückwünsche, die ihn von Weggefährten und Freunden erreichten.
Der Präsident des Kegelklubs und Vorsitzender des Brauchtumsvereins Karl Heinz Joisten gratulierte dem Jubilar unter Einhaltung der Corona-Verordnungen im Namen der Vereinsmitglieder.
„Wenn das Leben wieder in normalen Bahnen verläuft, werden wir die Geburtstagsfeier gebührend nachholen“, versprach Hermann Josef Hausmann. EICH
