Kunstrasenplatz an der Brauerstraße hatte sich in eine Winterlandschaft verwandelt
Hermann Krings - ein Mann sogar für alle (Schnee)-Fälle
Mendig. Früh aufstehen hieß es für einige Verantwortliche der SG Eintracht Mendig/Bell am vergangenen Sonntag. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte sich der Kunstrasenplatz an der Brauerstraße in eine Winterlandschaft verwandelt. Das Spiel gegen den SV Morbach, das am Sonntag um 14.30 Uhr angepfiffen werden sollte, stand auf der Kippe. Was tun? Schiedsrichter Richard Kochanetzki aus Weitersburg hatte für 11 Uhr zunächst eine Platzbesichtigung anberaumt, ließ sich im Vorfeld aber von SG-Geschäftsführer Hermann Krings über den Zustand des Geländes informieren. „Für uns als Verein war das eine blöde Situation. Wir hatten zwar einige verletzte Spieler, wollten die Partie aber unbedingt über die Bühne bringen. Mit dieser Ausgangslage konnten wir zunächst nicht richtig umgehen, aber als Verein wollten wir uns nichts vorwerfen lassen.“ Gesagt, getan: Mit einem XXL-Schneeschieber und dem vereinseigenen Pflegetraktor wurden die Seitenauslinien, die Torauslinien und die beiden Strafräume vom Schnee befreit. Mit dem Unparteiischen Kochanetzki, der das Spiel trotz der dünnen Schneedecke auf jeden Fall anpfeifen wollte, stand Frings ebenso im ständigen telefonischen Kontakt wie mit dem Morbacher Trainer Thorsten Haubst, der die Abfahrt des Mannschaftsbusses auf 11.30 Uhr festgesetzt hatte. Und pünktlich verließ das Gefährt „das grüne Morbach“, so Haubst. Und kam eineinhalb Stunden später im grünen Mendig wieder an. Die warme Mittagssonne und Temperaturen um acht Grad plus brachten den Schnee vollständig zum Schmelzen, der Kunstrasenplatz präsentierte sich in einem nahezu perfekten Zustand. Was blieb, waren ein paar Schneereste am Rand. Die Räumungsarbeiten waren im Endeffekt umsonst, aber auf die Strahlkraft der Sonne wollte sich morgens um 10 Uhr niemand verlassen. Als Schiedsrichter Kochanetzki das Spiel pünktlich um 14.30 Uhr anpfiff, hatte Hermann Krings längst seinen Stammplatz (in der Sprecherkabine) eingenommen: Schließlich mussten ja die Aufstellungen noch verlesen werden. Ein Mann für alles eben.
Der vereinseigene Pflegetraktor leistete wertvolle Dienste.
