Allgemeine Berichte | 23.04.2021

Die verhängnisvolle G.Schichte

Heute: Die verhängnisvollen englischen Beistelltischen

von A.F. Haffenloher

Das Verhängnis begann, als G. aufwachte und erklärte, ihre Mutter sei ihr im Traum erschienen.

Das war an sich nichts Ungewöhnliches, aber diesmal erschien sie ihr als englisches Beistelltischchen und nicht, wie üblich, als ein Eichhörnchen auf Rollschuhen. Was G. daran so beunruhigte war, dass G.s Vater in der Regel aus englischen Kleinmöbeln Kleinholz zu machen pflegte. Eine Angewohnheit, deren Ursprung viele Jahre zurücklag, da hatte ihn nämlich ein Engländer darauf hingewiesen, dass man das Mittagessen eines Kollegen nicht aufisst, bevor der es gegessen hat. Während der Engländer diese Erklärung aussprach, pochte er, um seine Worte wirkungsvoll zu unterstreichen, mit seinen englischen Knöcheln auf die glatte Oberfläche eines Beistelltischchens. Dieses Pochen löste bei G.s Vater ein verheerendes Verlangen aus, dem er nicht widerstehen konnte und immer nachgeben musste. Wo er sich auch befand.

Jetzt verfluchte G. ihren Vater, aber nicht nur ihn, sondern auch meinen und einige andere Väter aus Bad Breisig und weiter weg. Außerdem verfluchte sie Vorabendserien, ihre Liebhaber aus erster Ehe, Backbleche und die Steuererhöhungen.

Es war doch nur ein Traum, versuchte ich sie zu beruhigen, nur ein Traum.

Aber er hat immer allen das Mittagessen weggegessen, schrie G., außer es gab Hühnchen in grüner Tunke. In dem Fall zog er sich beleidigt zurück und behauptete, ein Gedicht, das mit dem Wort ‚Rosen‘ beginne, erfülle nicht im entferntesten den Tatbestand eines Gedichtes. Später ging er dann in die Politik, aber als die Dinge nicht so liefen, trat er einer Protestbewegung bei, ging auf die Straße und forderte lautstark seinen eigenen Rücktritt. Ja, so war mein Vater.

War? fragte ich überrascht.

Ich habe ihn nie kennengelernt, schluchzte G., er ist sehr früh gestorben. Es passierte, als er eines Tages einem Kollegen eine Dose Pfirsiche wegaß, aber vergaß vorher die Dose abzumachen. Auch meine Mutter hat ihn nie kennengelernt. Aber seine eigene Mutter, die er angeblich nie kennenlernte, behauptet, sie sei ihm einmal bei einem Häkelkurs der Volkshochschule in Bad Bodendorf begegnet.

Da er aber rein äußerlich ganz und gar nicht ihren Vorstellungen entsprach, wechselte sie den Kurs. Seitdem schreibt sie Gedichte, die allesamt mit dem Wort ‚Rosen‘ beginnen. Es ist ein verdammter Teufelskreis, und ich fürchte, Teufelskreise sind nicht einmal richtig rund.

Dein Vater scheint ein interessanter Mann gewesen zu sein, sagte ich, sicher konnte er in jungen Jahren auf den Händen gehen und war gut in Mikado, stimmt’s?

G. sah mich einen Moment mit zusammengekniffenen Augen an, schimpfte mich dann einen Klugscheißer, drehte sich um und schlief wieder ein. Was mich betrifft, ich fand in dieser Nacht, obwohl ich wirklich alles absuchte, keine Ruhe mehr. Schließlich ging ich zur Rothaarigen gegenüber und zerkleinerte ein englisches Kleinmöbel, während sie mir Gedichte vorlas, die alle mit einem ganz bestimmten Blumennamen begannen. Es war ekelhaft.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • H. Schüller: Der Stromschlagschutz bei der Bahn ist auf dem Stand vor 100 Jahren. Deshalb passiert fast alle zwei Wochen ein Bahnstromunfall und leider kommen in keinem Bahnsystem so viele Menschen und Tiere um wie im elektrischen.

Einladung zum Neujahrsempfang

  • Boomerang : Die Koblenzer Abu-Bakkr-Moschee beziehungsweise der dahinterstehende „Verein der Islamischen Kultur Koblenz“ steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium...
  • S. Bastian: Troll! Die Ahmadiyya Muslim Jamaat werden nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.
  • Boomerang : Ich brauche keine Neujahrswünsche von einer Gemeinschaft die Friedlichkeit vorgibt, aber seit Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Basiswissen bei Trennung und Scheidung

  • Boomerang : Meine Ex-Frau ließ sich in den 90ern von mir scheiden weil sie einen anderen hätte. Ich war für 10 Jahre finanziell ruiniert und lebte trotz Vollzeit am Existenzminimum. Um den Rentenausgleich zu kompensieren hätte ich bis 74 arbeiten müssen.
Helfende Hände gesucht
Dauerauftrag
Sozialarbeiter/innen "Ausländerbehörde"
Messe GO meets BBS Andernach -  Bestellung Nr.: 0033082659
Stellenanzeige Berufskraftfahrer
Anzeige Andernach Mitte Card
Bestell-Nr.: 0012231059
Geschäftspartner für Versandhandel
Betriebsferien Karneval 2026
Empfohlene Artikel

Bendorf. Seit Anfang Dezember steht den Seniorinnen und Senioren in Bendorf der Briefkasten für Wünsche und Anregungen am Pflegestützpunkt in der Entengasse 11 zur Verfügung. Ziel ist es, Hinweise und Ideen direkt aus dem Alltag älterer Menschen aufzunehmen und in die Arbeit des Seniorenbeirats einfließen zu lassen.

Weiterlesen

Bendorf. Nach fast 25 Jahren im Dienst der Stadt Bendorf wurde Hafenmeister Alfons Schuster Ende Januar in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Bürgermeister Christoph Mohr, der Erste Beigeordnete Peter Schneider, Büroleiter Thomas Gutfrucht, der stellvertretende Werkleiter Michael Frömbgen, Personalleiter Uli Kalb und der Personalratsvorsitzende Dennis John dankten ihm im Rahmen einer Feierstunde für sein langjähriges Engagement und seine stets verlässliche Arbeit.

Weiterlesen

Sinzig-Koisdorf. Die Chorgemeinschaft Koisdorf (Chg Koisdorf) startete mit zwei bedeutenden Ereignissen in das neue Jahr: der Jahreshauptversammlung am 20. Januar und der feierlichen Verabschiedung ihres langjährigen Chorleiters Sven Scheuren am 27. Januar. Beide Termine machten eindrucksvoll sichtbar, wie lebendig, engagiert und zukunftsorientiert der Verein aufgestellt ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Landtagskandidat Guido Orthen: Mehr Sicherheit, weniger Bürokratie und bessere Bildung gefordert

„Mehr Vertrauen, weniger Kontrollstaat“

Ahrweiler. Mehr Sicherheit, bessere Bildung, finanziell starke Kommunen und der absolut notwendige Abbau lähmender Bürokratie: Das waren die zentralen Themen, die der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis 14, Guido Orthen, bei der Mitgliederversammlung der Senioren-Union, Kreisverband Ahrweiler, im Hotel „Zum Stern“ ansprach. Zunächst dankte Guido Orthen in seinem Grußwort den Mitgliedern der Senioren-Union für ihren großen Einsatz.

Weiterlesen

Allgemeine Berichte

Auszeichnung für Heinz Walbröl

Oberwinter. Am Tag des Ehrenamts des Fußballverbandes Rheinland in Höhrgrenzhausen wurde Heinz Walbröl vom TuS Oberwinter für seinen außergewöhnlichen Einsatz für den Verein geehrt. Der 85 jährige Heinz Walbröl ist eine tragende Säule des Sportvereins und ein wahres Vorbild für soziales und ehrenamtliches Engagement. Seit Jahrzehnten prägt er den Verein mit und hat Generationen von Spielern sowie Vereinsmitglieder inspiriert.

Weiterlesen

Bendorf. Auf Einladung der FDP-Stadtratsfraktion hat sich die FDP-Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis 10, zu dem auch Bendorf gehört, über die derzeit aktuellen Projekte und Probleme der Stadt informiert. Sandra Krämer, 24jährige WHU-Studentin, stammt aus Andernach, und hat Bildungs- und Wirtschaftspolitik als die aus ihrer Sicht wichtigsten Politikbereiche bezeichnet.

Weiterlesen

Physiotherapeut/in (m/w/d)
Unternehmen erfolgreich regional
Werbeplan 2026
Stellenanzeige Küchenhilfskräfte
GO Azubi Messe
Go meets BBS Andernach
Anzeige Messe Go
Pflegefachkräfte in der Tagespflege(w/m/d)
Ausbildung zur/zum Kauffrau-/mann für Büromanagement (m/W/D)
Anzeige Infotag 07.02.2026
Imagewerbung
Rosenmontag
Stellenanzeige
Karnevalssamstag
Maifeld
Karneval in Bad Bodendorf
Rückseite o. B. Vorauskasse
Stellenanzeige Kundendiensttechniker
Rosenmontagszug in Brohl