Allgemeine Berichte | 23.04.2019

Die Gleichstellungsbeauftragte informiert:

Hexenverfolgung in Zeiten des Umbruchs

Beim Apriltreffen des Offenen Frauentreffs hielten Barbara Beckmann und Rebecca Eckart, die beide im Helferteam des Offenen Frauentreffs mitwirken, einen Vortrag zum Thema „Hexenverfolgung in den Zeiten des Umbruchs“.Foto: privat

VG Puderbach. Beim Apriltreffen des Offenen Frauentreffs hielten Barbara Beckmann und Rebecca Eckart, die beide im Helferteam des Offenen Frauentreffs mitwirken, einen Vortrag zum Thema „Hexenverfolgung in den Zeiten des Umbruchs“. Auch dieses Mal waren wieder viele Frauen der Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Ute Starrmann zum Frauenfrühstück gefolgt.

Der Glaube an Hexen ist uralt. Schon in den antiken Hochkulturen und Naturreligionen gab es weise Frauen, die als Heilerinnen hoch angesehen waren. Erst mit Erstarken des Christentums wird auf jede Art der Zauberei die Todesstrafe verhängt. Die Hexe galt im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit als eine Frau, die Männer anlockt und ins Verderben bringt. Der Glaube an Magie ist in dieser Zeit weit verbreitet.

Die als Hexen angeklagten Frauen wurden als Sündenbock für Missernten, Unwetter, Todesfälle, Hungersnöte und Kriege missbraucht. Hebammen kannten sich mit Heilkräutern aus und leisteten Hilfe bei der Geburt. Die landläufige Meinung war, dass Hebammen mit schlechten Säften in Berührung kommen und sich dadurch anfällig für den Teufel machten. Frauen seien besonders empfänglich für die Einflüsterungen des Teufels, weil sie von Natur aus schlecht sind.

In Deutschland schreibt Heinrich Kramer, Inquisitor für Oberdeutschland, den „Hexenhammer“ – ein Handbuch für die systematische Verfolgung und Vernichtung von Hexen. In der Mehrheit wurden Frauen verfolgt, aber auch Männer und Kinder sind unter den Opfern. Um 1520 ebbte die erste Welle der Hexenverfolgungen ab, da mit Beginn der Reformation immer mehr kirchliche und weltliche Personen die Verfolgung ablehnten. Mit Verschärfung der konfessionellen Gegensätze zu Anfang des 17. Jahrhunderts und dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, der Hunger, Leid und Not mit sich bringt, kommt es zur zweiten Welle der Hexenverfolgungen in Deutschland.

Durch Verhöre und Folter wurden Geständnisse erzwungen. Die Kirche übergab die Angeklagten für die Vollstreckung an die weltliche Gerichtsbarkeit. Die Prozesse waren eine gute Einnahmequelle, da die Angeklagten selbst für ihren Prozess aufkommen mussten. Hier bei uns wurde der Uhrenturm in Dierdorf als Gefängnis und Folterkammer genutzt. Auf einer Anhöhe zwischen Dierdorf und Marienhausen wurden die Urteile durch Verbrennung vollstreckt. 91 Menschen wurden in Dierdorf verbrannt, darunter vier Männer. Schätzungen zufolge gab es in Deutschland ca. 25 000 Opfer.

Warum ist es wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen? Auch heute noch gibt es Stigmatisierungen und Ausgrenzungen, z.B. Mobbingopfer, und in vielen Ländern außerhalb Europas lebt der Hexenglaube weiter, z.B. in Indien und in einigen afrikanischen Ländern. Durch die Medien bekannt geworden ist der Fall des jungen Hope, der als Hexenkind von seiner Familie ausgestoßen worden ist. Die Dänin und Entwicklungshelferin Anja Ringgren Lovén nahm sich des Jungen an. Der Offene Frauentreff hat im Anschluss an den Vortrag Spenden gesammelt für ein Waisenhaus in Nigeria, in dem Kinder, die der Hexerei bezichtigt werden, betreut werden.

Der nächste Offene Frauentreff findet am 8. Mai 2019 statt. An diesem Termin soll nach Daufenbach zum Landgasthof Haag gewandert werden. Anmeldungen bitte bis zum 05. Mai 2019 an Ute Starrmann, Tel. 02684-5700 oder per E-Mail an ute.starrmann@online.de.

Beim Apriltreffen des Offenen Frauentreffs hielten Barbara Beckmann und Rebecca Eckart, die beide im Helferteam des Offenen Frauentreffs mitwirken, einen Vortrag zum Thema „Hexenverfolgung in den Zeiten des Umbruchs“.Foto: privat

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