Allgemeine Berichte | 28.05.2021

Linus Heuser (18) absolviert seinen Freiwilligendienst in den Caritas-Werkstätten in Nauort

„Hier ist kein Tag wie der andere!“

Linus Heuser (links) begleitet die Beschäftigten der Caritas-Werkstätten im Arbeitsalltag. Die Arbeit macht dem 18-jährigen riesigen Spaß: „Es ist abwechslungsreich und es wird einfach nicht langweilig“, sagt er. Fotos: privat

Nauort. Nach Abschluss seines Fachabiturs und einem Jahr als Praktikant in der Medientechnik, wollte Linus Heuser vor einer beruflichen Entscheidung gerne noch die Arbeit mit Menschen kennenlernen. Daher entschied sich der 18-Jährige für einen Freiwilligendienst in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn. Seit August vergangenen Jahres arbeitet Linus Heuser nun bereits als sogenannter Freiwilliger im Betrieb in Nauort.

„Ich konnte mir gut vorstellen eine Ausbildung als Physiotherapeut zu machen. Hier hatte ich mich schon informiert, aber erstmal war es mir wichtig, noch mehr praktische Arbeitserfahrung zu sammeln. Den Betrieb der Caritas-Werkstätten in Nauort kannte ich, weil ich ganz in der Nähe wohne und auch in Nauort Fußball spiele“, nennt der junge Mann die Beweggründe für seine Wahl. Nachdem er seine Bewerbung geschrieben hatte, ging es ziemlich schnell: Ein Vorstellungsgespräch, drei Tage Hospitation zum Kennenlernen von Einsatzbereich und Mitarbeitenden - und dann war die Entscheidung getroffen. „Am Anfang war ich natürlich aufgeregt und habe mich gefragt, wie ich mit allem umgehen kann. Ich hatte vorher noch keine Berührungspunkte zu Menschen mit Behinderungen. Die Aufregung ging aber schnell vorbei. Es hat mir geholfen, dass die Beschäftigten so sympathisch sind und einfach direkt auf mich zugekommen sind. Und auch die Kollegen sind immer da, wenn ich Fragen habe“, erzählt Linus Heuser.

Circa 45 Menschen mit geistiger oder psychischer Beeinträchtigung sind in den Caritas-Werkstätten in Nauort beschäftigt. Neben der Beruflichen Qualifizierung und der Teilhabe am Arbeitsleben ist auch die Entwicklung der Persönlichkeit ein bedeutsames Ziel.

Linus Heuser hat als Freiwilligendienstler ganz unterschiedliche Aufgaben: „Ich begleite die Beschäftigten im Arbeitsalltag und unterstütze auch mal selbst in der Produktion. Kein Tag ist wie der andere. Der Alltag ist super abwechslungsreich und es wird einfach nicht langweilig. Das gefällt mir richtig gut. Auch an die ganzen Hygiene-Regeln und an das Tragen der Maske habe ich mich gewöhnt. Das ist schon längst völlig normal für mich“, so Heuser.

„In den vergangenen Jahren war es manchmal gar nicht so leicht, passende Bewerberinnen und Bewerber für unseren Betrieb zu finden. Umso mehr haben wir uns natürlich gefreut, als wir mitten im Corona-Jahr wieder tatkräftige Unterstützung bekommen haben“, berichtet Oliver Schmidt-Maibaum, Betriebsleiter der Caritas-Werkstätten in Nauort. „Freiwilligendienstler können die Arbeit der Werkstätten auf ganz unterschiedliche Art und Weise unterstützen. Bei persönlichen Interessen und Stärken können auch eigene Ideen eingebracht und beispielsweise im Rahmen kreativer Projekte verwirklicht werden“, wirbt der Betriebsleiter.

Wer sich für einen Freiwilligendienst entscheidet, arbeitet in der Regel ein Jahr in seiner Einsatzstelle. „Ein junger Mensch in der Phase der beruflichen Findung kann diese tolle Gelegenheit nutzen, das soziale Berufsfeld kennenzulernen und sich auszuprobieren“, betonte Schmidt-Maibaum. Freiwillige erhalten ein monatliches Taschengeld von derzeit rund 410 Euro, die Sozialversicherungsbeiträge werden übernommen und die Fahrtkosten zum Einsatzort können erstattet werden. Neben der praktischen Arbeit werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Fachstelle Freiwilligendienste im Bistum Limburg begleitet. Im Rahmen von Seminaren und Bildungstagen werden Erfahrungen ausgetauscht und wichtige Berufskompetenzen vermittelt.

Für Linus Heuser waren die Erfahrungen, die er bisher in seinem Freiwilligendienst sammeln durfte, zukunftsweisend: „Die Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich meinen Ausbildungswunsch nochmal geändert habe. Im Moment bin ich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Heilerziehungspfleger und kann mir auch gut vorstellen, meinen Einsatzort für den praktischen Teil beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn zu finden“, blickt er optimistisch nach vorne.

Es gibt noch freie Plätze!

Wer eine Auszeit nach dem Schulabschluss braucht, eine berufliche Orientierung sucht und/oder sich engagieren und neue Erfahrungen sammeln möchte, der sollte sich für einen Freiwilligendienst bewerben! Wichtig: Ihr müsst über 16 Jahre alt sein. Die Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Nauort bieten Plätze für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Ein Freiwilligendienst wird für verschiedenen Ausbildungen und Studiengänge als Pflicht- oder Vorpraktikum anerkannt.

Weitere Infos gibt es unter www.cw-wwrl.de oder direkt bei Oliver Schmidt-Maibaum, Betriebsleiter der Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Nauort, unter Telefon 02601/91189-22 sowie per E-Mail an oschmidt-maibaum@caritaswerkstaetten-wwrl.de.

Linus Heuser (18) wollte Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen sammlen und entschied sich für einen Freiwilligendienst in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Nauort.

Linus Heuser (18) wollte Erfahrungen in der Arbeit mit Menschen sammlen und entschied sich für einen Freiwilligendienst in den Caritas-Werkstätten Westerwald-Rhein-Lahn in Nauort.

Linus Heuser (links) begleitet die Beschäftigten der Caritas-Werkstätten im Arbeitsalltag. Die Arbeit macht dem 18-jährigen riesigen Spaß: „Es ist abwechslungsreich und es wird einfach nicht langweilig“, sagt er. Fotos: privat Foto: Picasa

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