Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr und Jugendrotkreuz
„Hilfe von nebenan“ wird beansprucht
Ökumenische Unterstützung ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt – Schon 50 Freiwillige
Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Zeiten der Corona-Krise haben sich vielerorts Gruppen und Vereine zur aktiven Nachbarschaftshilfe gefunden und bereit erklärt. Nicht überall kommen sie zum Zuge oder werden beansprucht. In der Kreisstadt sieht das anders aus. Dort bieten die Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr und mit Unterstützung des Jugendrotkreuzes einen ehrenamtlichen Einkaufsdienst während der Zeit der Corona-Krise an. Das Besondere: der Dienst ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Von den Kirchen kommt der erste Anschub. Hier werden die, die helfen wollen mit denen, die Hilfe nachfragen, zusammengebracht. Weil der Dienst kontaktlos startet, unterstützen die Initiatoren auch auf andere Weise. Wenn beispielsweise ein Einkäufer nicht in Vorleistung treten will oder kann und eine Vorabzahlung des Einkaufs nicht möglich ist, wird gerne zwischenfinanziert. Ziel ist es dann, dass Helfer und Nutzer zusammenfinden und die Hilfe ohne weiteres Zutun der Projektleitung funktioniert. „Von dem Projekt fühlte ich mich auf eine gewisse Art angezogen“, berichtet nun eine der rund 50 ehrenamtlich tätigen, die sich für als Helfer bislang meldeten. Sie kümmere sich in der Corona Pandemie auch um ihre Eltern und stellte fest: „Es hat mich irgendwie fasziniert, mithelfen zu können und einen Dienst zu übernehmen für Leute, die in dieser schwierigen Zeit auf Hilfe angewiesen sind. Daher habe ich mich gemeldet und zur Verfügung gestellt.“ Die Helferin, die nicht namentlich genannt werden möchte, wurde einer Hilfsbedürftigen Person, Frau K., zugeteilt. „Meine anfänglichen Befürchtungen im Blick auf Kommunikationswege, Kostenfragen sowie auf hygienische Bedenken lösten sich schnell auf. Denn durch das Koordinationsteam wurde mir ein Leitfaden an die Hand gegeben, mit dessen Hilfe mein Dienst in doppelter Hinsicht abgesichert war. Erstens brachte ich mich und Frau K. nicht in Gefahr und zweitens hatte ich eine Stütze im Rücken, an die ich mich im Ernstfall und bei Problemen wenden konnte. Das gab mir Sicherheit“, so die Helferin, die sofort tätig wurde: „Am gleichen Tag noch rief ich Frau K. an, die sich zugegebenermaßen sehr über meine Hilfe freute. Wir kamen ins Gespräch und ich hatte den Eindruck, dass sie sich nicht nur über eine Hilfe beim Einkauf, sondern auch über ein offenes Ohr freute. Nichtsdestotrotz teilte sie mir zügig in ihrem perfekten Dialekt ihre Einkaufswünsche mit. Bis heute habe ich es noch im Ohr. Den Einkauf lieferte ich ab, vor der Türe stand ein Korb dafür. Ein weiteres Mal nutzte sie die Chance zu einer kleinen Unterhaltung. Ich fand es bereichernd das Gefühl zu haben Frau K. in ihrer Einsamkeit etwas abzuholen und sie zu begleiten. Rund 30 Personen haben sich bislang bei „Hilfe von nebenan“ gemeldet und um Einkaufshilfe im Supermarkt oder der Apotheke gebeten. Da es rund 50 Helfer gibt, haben die Organisatoren noch Luft nach oben und freuen sich, wenn sie weitere Hilfe vermitteln können. Wer Hilfe benötigt oder anbietet, kann sich unter (0 26 41) 24 540 oder (0 26 41) 34 737 für die „Hilfe von nebenan melden.“
