Freiwillige Feuerwehr Dieblich hielt Übung ab
Hilfeleistung in unwegsamen Gelände gelungen
Dieblich. Bei der letzten Übung der Dieblicher Wehr stand technische Hilfeleistung auf dem Plan. Doch dieses Mal sollte die Übung etwas anders ablaufen als gewohnt. Zu Beginn erläuterte Wehrführer Björn Diehl die vorhandenen „Rettungskarten Forst“, über die die Feuerwehr verfügt. Zugleich bestimmte er Lukas Hain zum Gruppenführer für diese Übung.
Keine genaue Position
Noch während der Einteilung der Mannschaft läutete das Handy des Wehrführers. Der Initiator der Übung, Feuerwehrkamerad Werner Sauer, meldete sich und gab an, dass er bei Waldarbeiten unter einem umstürzenden Baum begraben worden sei. Leider konnte er nicht seine genaue Position, sondern nur zwei Rettungspunkte angeben, zwischen denen er sich befinde. Für die Mannschaft hieß es: „Sofort aufsitzen.“ Während der Fahrt suchte Gruppenführer Hain die entsprechenden Punkte in der Karte. Über Funk wurde das nachfolgende Mannschaftstransportfahrzeug in Kenntnis gesetzt, dass es Richtung Naßheck gehe und der Verunglückte dort in einem Waldstück sein müsse. Bei der Anfahrt wurde dann in einem Waldweg ein Fahrzeug entdeckt. Der Gruppenführer und Einsatzleiter ließ die Einsatzfahrzeuge in dem Waldweg abstellen und die Mannschaft absitzen. Nachdem er den Befehl erteilt hatte, alle Geräte, die zur Rettung der Person nötig sein könnten, bereit zu machen, begab er sich mit seinem Melder auf die Suche nach der Person in das unwegsame Gelände.
Schwere Verletzung
Auf Rufen konnte der eingeklemmte Waldarbeiter unter einer abgebrochenen Baumkrone ausfindig gemacht werden. Die Betreuung des Verletzten wurde vom Melder übernommen, während seitens des Gruppenführers die Lage genauer erkundet und über Funk die Mannschaft zur Unfallstelle gelotst wurde. Bei der Erkundung wurde festgestellt, dass sich ein Ast der Baumkrone durch das Bein des Verunglückten in den Boden gebohrt hatte. Die Pfählungsverletzung wurde bereits erstversorgt, während ein sogenannter Bereitstellungsplatz für die technischen Rettungsgeräte eingerichtet wurde. Während der Angriffstruppführer den Stamm unterbaute, hatte sich der Angriffstruppmann mit Schnittschutzhose und Kettensäge ausgerüstet. Nachdem der Verletzte mit Decke, Helm und Stifneck gegen weitere Verletzungen geschützt war, wurde vorsichtig damit begonnen, den Verunglückten zu befreien. Da es zwischenzeitlich zu dämmern begann, wurde das Waldstück von weiteren Trupps ausgeleuchtet. Dies geschah unter anderem mit einem neuen Akku-Lichtmast. Dieser war vor Kurzem dank einer großzügigen Spende angeschafft und auf dem Mannschaftstransporter deponiert worden.
Nachdem die Baumkrone weitestgehend entfernt war, musste der durch das Bein ragende Ast letztlich mit einer kleinen Handsäge durchtrennt werden. Danach konnte der Stamm mit vereinten Kräften weggehoben werden. Im nächsten Schritt wurde der Verletzte vorsichtig auf eine Trage gehoben und dort dann weiter erstversorgt. Da die Unfallstelle auch für einen Krankenwagen nicht anzufahren war, musste der „Waldarbeiter“ noch aus dem Waldstück herausgetragen werden.
Nach der Rückkehr ins Gerätehaus wurde die Übung Revue passieren gelassen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten hatte alles gut funktioniert. Es war eine anspruchsvolle und sehr realistische Übung, bei der die Mannschaft ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt hat. Dank ging an Werner Sauer, der sich dieses Szenario ausgedacht und sehr gut vorbereitet hat.
Eine Baumkrone hatte einen Waldarbeiter unter sich begraben und verletzt und musste sorgfältig entfernt werden.
