Lehrlings-„Frühstück“ des Tischler-Handwerks an der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr
Hilfreiches Konzept für die Berufsausbildung
Bad Neuenahr. Die Schreiner-Innung Ahrweiler hatte zu einem Lehrlingsfrühstück in die Berufsbildende Schule (BBS) in Bad Neuenahr eingeladen. In der Holzwerkstatt kamen neben den 20 Auszubildenden (Azubis) im ersten Lehrjahr auch Vertreter der Innung, der Handwerkskammer (HWK) Koblenz und vom Bildungswerk zusammen, um die „Neuen“ im Tischler-Handwerk von Beginn ihrer Ausbildung an schon mit den entsprechenden Ansprechpartnern während ihrer dreijährigen Ausbildung vertraut zu machen. Die Schulleiterin, Frau OStD‘in Kontakis begrüßte die Runde und gratulierte den Azubis zu deren exzellenter Berufswahl. Der Klassen- und Fachlehrer der Tischler-Klasse, Marc Mertens, der selbst zunächst auch eine Tischler-Lehre absolviert hatte, Weiterbildungsmaßnahmen nutzte, sich zum Techniker und Meister ausbilden ließ und noch ein Studium Lehramt an der RWTH Aachen draufsetzte und nunmehr als Lehrkraft an der BBS tätig ist, moderierte die Informationsveranstaltung, die in dieser Form nur an der BBS in Bad Neuenahr durchgeführt wird. Mertens startete mit einer Vorstellungsrunde der „Offiziellen“: Zunächst stellte Judith Cramer sich selbst und ihre Aufgaben als Lehrlingswartin der Innung vor. Sie wird die Azubis regelmäßig mit einem Newsletter mit den aktuellsten Informationen der Innung versorgen. Der Obermeister der Innung, Maik Rönnefahrt, stellte seine Aufgaben vor und bot den Azubis an, bei Problemen mit ihm jederzeit in Kontakt treten zu können. Danach begann eine erste Vorstellungsrunde der Azubis, wobei sie ihre Beweggründe für die Berufswahl aber auch ihren Weg zu dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb darstellten. Gleich in der ersten Runde traten zwei Besonderheiten zu Tage. Einer der Azubis hatte den Beruf gewählt, weil er als Voraussetzung, zur Berufsfeuerwehr gehen zu können, einen Handwerksberuf „mitbringen“ müsse. Lena, eine der beiden jungen Damen, die in diesem Lehrjahr mit dem Tischlerberuf begonnen haben, arbeitet im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) in Köln-Wahn, darf aber in der BBS in Bad Neuenahr zur Schule gehen, weil ihr Wohnort im Kreis Ahrweiler liegt. Bezüglich der Motivation waren sich alle einig, dass sie gerne mit Holz arbeiteten, und dass Kreativität, Vielseitigkeit und Präzisionsarbeit des Berufs lockten.
Petra Laudemann, die vor 30 Jahren selbst das Tischlerhandwerk erlernt hatte und inzwischen Mobilitätsberaterin der HWK Koblenz ist, stellte die Möglichkeiten von dreiwöchigen Praktika im Ausland vor.
Mitarbeiter mit interkulturellen Kompetenzen
Im Zeitalter der Globalisierung würden Fremdsprachenkenntnisse immer mehr zu einem entscheidenden Qualitätsmerkmal bei der Ausbildung, und Betriebe wünschten sich Mitarbeiter mit interkulturellen Kompetenzen und Erfahrungen. Leider sei die Zahl der Auszubildenden mit Auslandserfahrung immer noch verschwindend gering, da für viele ein Aufenthalt nur schwer zu finanzieren sei. Hier kommen Stipendien im Rahmen des EU-Förderprogramms „Erasmus +“ zum Tragen. Darüber hinaus bewertete Petra Laudemann Ahrweiler als einen „Luxus-Landkreis“, denn die Handwerkskammer Ahrweiler fördere derartige Auslands-Praktika zusätzlich, mit dem Ergebnis, dass die anfallenden Kosten komplett übernommen werden und die Azubis gemeinsam mit ihren Betrieben zumindest finanziell unbekümmert planen könnten. Frau Schwarz vom Bildungswerk der rheinland-rheinhessischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH in Bad Neuenahr erläuterte die Möglichkeiten ihres Hauses hinsichtlich Nachhilfe und Prüfungsvorbereitung im Rahmen von „assistierter Ausbildung“ (AsA) und „Ausbildungsbegleitenden Hilfen“ (abH). Auch Claudia Wildermann, Ausbildungscoach der HWK Koblenz umriss kurz ihre Aufgaben und bot ihre Hilfe an, bevor Stephan Kindler, Mitglied des Prüfungsausschusses der Innung seine Unterstützung zusagte, um gemeinsam einen erfolgreichen Weg über die Gesellenprüfung Teil 1 und Teil 2 bis hin zur Lossprechungsfeier zu gehen.
Ausbildungsablauf, berufliche Perspektiven, Nachhilfeangebote
Er informierte aber auch über die notwendigen Leistungen, die dazu von den Azubis erbracht werden müssten. Alles in Allem wurden in den sehr informativen 90 Minuten Informationen über den Ablauf der Ausbildung, berufliche Perspektiven und Nachhilfeangebote gegeben. In seiner zusammenfassenden Bewertung forderte der Obermeister Maik Rönnefarth, der die Möglichkeit eines vierwöchigen Lehrlingsaustauschs zwischen Betrieben ansprach, die Azubis dazu auf, sich von Anfang an aktiv einzubringen, denn in einem Ausbildungsvertrag gehe es um beides, sowohl um eine Hol- wie auch um eine Bringschuld. Einer erfolgreichen Berufsausbildung im Tischlerhandwerk sollten mit diesem sehr hilfreichen Konzept der Innung eigentlich keine Hindernisse mehr im Weg stehen.
