Allgemeine Berichte | 31.08.2016

Grandiose Eröffnungsveranstaltung der 10. Wachtberger Kulturwochen

Himmel und Unterwelt, Mozart und Tango

Das Borea Barockorchester, unter anderem mit Solistin Sophia Simeonov auf der Klarinette, begeisterte die Zuhörer.Gemeinde Wachtberg/mm

Wachtberg-Gimmersdorf. Kann man das noch toppen? Musik vom Feinsten, Musikerinnen und Musiker, die begeistern, Solisten, die ihre Zuhörer in den Bann schlagen. Daneben imposante Kunst, dunkle Hohlwege, helles Licht, inspiriert von der etruskischen Kultur und deren Himmelsgott Tinia calusna. Das Auftaktkonzert der 10. Wachtberger Kulturwochen mit Ausstellungseröffnung im Atelier von Michael Franke in Gimmersdorf war ein fulminanter Start ins diesjährige Kultur-Jubiläum.

Erfolgreiche Entwicklung

Gastgeber Michael Franke betonte in seiner Begrüßung vor rund 180 Gästen die besondere Verbundenheit der Wachtberger zur Kunst und dankte der Gemeinde für die Zusammenarbeit. „Die Kulturwochen sind ein solcher Erfolg“, sagte er und prophezeite in fester Überzeugung, dass es sicher noch weitere große Jubiläen dieser Art geben werde. Auch Bürgermeisterin Renate Offergeld brachte ihre Freude über diesen besonderen Kultur-Geburtstag im Ländchen zum Ausdruck. Niemand der Initiatoren hätte seinerzeit wohl zu hoffen gewagt, sagte sie, dass diese Veranstaltungsreihe eine solche Entwicklung nehmen würde.

Seit einigen Jahren seien die Kulturwochen Teil des Rheinischen Kultursommers, hob sie hervor und zählte einige darunter laufende Events auf - die Kölner Lichter, die Brühler Schlosskonzerte -, um dann voller Stolz hinzuzufügen: „… und die Wachtberger Kulturwochen!“

Standing Ovations

Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Borea Barockorchester unter der Leitung des Niederbachemers Dr. Robert Wittbrodt vorbereitet. Spannend gestalteten die mitunter noch recht jungen Musikerinnen und Musiker des Ensembles den Abend, wechselten sich doch in zeitlich schönem Gleichklang Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart mit Tangomusik von unter anderem Astor Piazzolla ab. Gleich zu Beginn, bei Mozarts Allegro aus dem Violinkonzert D-Dur KV 218, verblüffte der junge Casper Hesprich mit seinem Solo auf der Violine. Dessen professionelle Darbietung wird den einen oder anderen Zuhörer sicher zu einem zweiten Blick ins Programmheft und auf das beigefügte Infoblatt zur Vita der einzelnen Solisten veranlasst haben … geboren 2001. Gleich zwei Solisten traten beim nächsten Mozart-Programmpunkt, dem Andantino – Rondo: Allegro aus dem Konzert in C-Dur für Flöte, Harfe und Orchester KV 299, hervor. Susanne Schietzel-Mittelstraß begeisterte mit ihrem Spiel auf einer rund hundert Jahre alten hölzernen Böhm-Flöte, Daniel Noll überzeugte auf der Harfe. Meisterlich!

Aber das Konzert hielt noch weitere Überraschungen bereit. Nach der Pause, in der der Wachtberger Partnerschaftsverein die Gäste mit Getränken verwöhnte, wurde der Auftritt von Sophia Simeonov zu einem neuerlichen Highlight des Konzertes. Bei Mozarts Adagio – Rondo: Allegro aus dem Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 zog die 19-Jährige mit ihrem Solopart auf der Klarinette die Zuhörer in ihren Bann. Bravo-Rufe und Standing Ovations belohnten die junge Musikerin für ihr Können. Begeisternd und bravourös gestaltete schließlich die brillante Elisa Wittbrodt beim abschließenden Rondo aus dem Violinkonzert in A-Dur KV 219 ihren Part auf der Violine.

Sprühende Leidenschaft

Dass das Orchester vielseitig ist, bewies es mit der im Wechsel zu den Mozart’schen Kompositionen perfekt dargebotenen Tangomusik. Piazzollas „Chiquilín de Bachín“, „Vuelvo al sur“ und der bekannte „Libertango“ sowie Stücke von Gerardo Matos Rodríguez und Carlos Gardel sprühten in der musikalischen Interpretation der Musikerinnen und Musiker nur so vor purer Leidenschaft. So verwunderte es auch nicht, dass sich diese Spielfreude später in der Zugabe widerspiegelte … Piazzollas Tangoklassiker „Oblivion“.

Himmlische Erdentiefe

Dem obersten Himmelsgott der Etrusker in dessen gleichzeitiger Eigenschaft als Gott der Erdentiefe hat Michael Franke seinen neuesten Ausstellungszyklus „Tinia calusna“ gewidmet. Er setzt damit seine künstlerische Auseinandersetzung mit der etruskischen Kultur fort. Wie bereits in seiner letzten Ausstellung „Àntron“ sieht er in dieser eine große ursprüngliche Bedeutung selbst für unsere heutige Kultur.

Aus vor Ort gefertigten Skizzen konzipiert er seine großformatigen Ölgemälde. Da brechen Felsschluchten auf, gleißendes Licht fällt ein, oder Hohlgänge enden in tiefem Dunkel. „Ich freue mich, hier in Wachtberg diese etruskische Kultur zu zeigen“, so Franke. Seiner Einladung zu einer persönlichen Führung durch die Ausstellung am Sonntag nach dem Eröffnungskonzert folgten dann auch viele interessierte Kunstliebhaber gerne. Sogar ein Symposium zum Thema ist in seinem Atelier geplant – am Freitag, 23. September. Die Ausstellung wird zudem in Italien zu sehen sein, in den etruskischen Zentren Viterbo, Orvieto und Chiusi.

Die Ausstellung „Tinia calusna“ von Michael Franke ist noch bis Sonntag, 11. September zu sehen im Atelier Franke, Ließemer Straße 3, Wachtberg-Gimmersdorf – jeweils nach telefonischer Anmeldung unter Tel. (01 63) 36 61 68 9. Weitere Infos: www.michaelfranke.eu. Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

In der Pause verwöhnte der Wachtberger Partnerschaftsverein die Gäste mit Getränken.

In der Pause verwöhnte der Wachtberger Partnerschaftsverein die Gäste mit Getränken.

Michael Franke widmet sich in seiner Ausstellung „Tinia calusna“ erneut der etruskischen Kultur. (

Michael Franke widmet sich in seiner Ausstellung „Tinia calusna“ erneut der etruskischen Kultur. (

Das Borea Barockorchester, unter anderem mit Solistin Sophia Simeonov auf der Klarinette, begeisterte die Zuhörer.Fotos: Gemeinde Wachtberg/mm

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