Allgemeine Berichte | 14.06.2021

Eichenprozessionsspinnerbefall im Verbandsgemeindegebiet

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Direkte Bekämpfung kann nur in Einzelfällen erfolgen

Eichenprozessionsspinnerbefall. Foto: VG Vallendar

VG Vallendar. Im Verbandsgemeindegebiet wurde im letzten Jahr an zahlreichen Baum- und Gehölzbeständen wieder der Befall des Eichenprozessionsspinners festgestellt. Die vorwiegend bei der Baumart Eiche vorkommende Schmetterlingsart neigt insbesondere bei trockenen und warmen Jahren zu sehr starker Vermehrung. Es ist also gerade nach den letzten Hitzejahren von einem starken Befallsdruck im gesamten Verbandsgemeindegebiet auszugehen.

Die Larven der Schmetterlingsart besitzen ab einem bestimmtem Stadium Brennhaare, die eine große gesundheitliche Gefahr für den Menschen darstellen. Bei Kontakt mit der Haut können starke Überempfindlichkeitsreaktionen des menschlichen Immunsystems (Hautausschläge, Atemnot usw.) ausgelöst werden. Nach Eiablage im Herbst schlüpfen ca. Anfang Mai die Raupen. Bis zur Verpuppung durchlaufen die Raupen dann verschiedene Entwicklungsstadien. Die Raupen fressen die austreibenden Blätter. Von Beginn an leben die Raupen in den typischen Gespinstnestern und begeben sich von hier aus wie in einer Prozession auf Nahrungssuche. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni/Anfang Juli. Nach ca. 3 bis 4 Wochen erscheint dann der Falter. Leider bleiben die Nester als feste Gebilde lange erhalten. Die darin anhaftenden Raupenhaare können auch über längere Zeit bei Kontakt allergische Reaktionen auslösen. Die Gespinstnester finden sich um unteren Stammbereich bis in die Krone hinein und können je nach Raupenanzahl bis zu einem halben Meter groß werden. Eine akute Gefahr ist also im wesentlichen während der Fraßzeit der Raupen gegeben.

Nester werden beseitigt

Die Verbandsgemeindeverwaltung lässt auf gemeindeeigenen Flächen bei besonders gefährdeten Bereichen (nur bebaute Ortslage, Spielplätze, Kindergärten usw.) die Nester durch eine Spezialfirma beseitigen. Diese direkte Bekämpfung kann aber nur in Einzelfällen erfolgen, da diese auch nur begrenzt wirksam ist. Im Bereich von öffentlichen Grünanlagen werden befallene Bäume daher primär abgesperrt. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollten allerdings berücksichtigt werden:

Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen

- Befallene Areale meiden, Raupen und Gespinste nicht berühren.

- Bei Kontakt mit den Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel und Abduschen.

- Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dabei sollte auf den möglichen Kontakt mit den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners hingewiesen werden.

Besitzer von Eichen in privaten Gartenanlagen werden daraufhin gewiesen, dass die Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchzuführen ist.

Laien verwechseln den Befall des Eichenprozessionsspinners häufig mit dem Befall von Gespinstmotten. Nach milden, schneearmen Wintern und hohen Temperaturen im Frühjahr kommt es zur Massenvermehrung von Gespinstmotten. Auch das Verbandsgemeindegebiet war im letzten Jahr vom Befall stark betroffen. Die Raupen der Gespinstmotten befallen im Frühjahr verschiedene Laubgehölze (v.a. Traubenkirsche, Apfel, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Weiden u.ä.), vereinzelt tritt Befall auch in Grasbeständen auf. An Eichen ist der Befall von Gespinstmotten nicht bekannt. Die Raupen fressen die Blätter und überziehen dabei die Gehölze mit einem weißen Gespinst. Es kann zum kompletten Kahlfraß kommen. Von den Raupen und Gespinsten geht aber keine Gefahr für den Menschen aus. Auch die Gehölze erholen sich schnell wieder, eine Bekämpfung der Falterart ist im öffentlichen Bereich wenn überhaupt nur in Einzelfällen erforderlich. Bis Mitte Juni leben die Raupen im Schutz des weißen Gespinstes, seilen sich dann an langen Fäden zum Stammfuß ab und verpuppen sich dort. Die Larven der ca. 50 Gespinstmottenarten haben unterschiedliche Färbungen, aber nie die für den Eichenprozessionsspinner typischen langen Haare.

Pressemitteilung Fachbereich 2

Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen,

Umwelt- und Naturschutz

Ursula Völl

Eichenprozessionsspinnerbefall. Foto: VG Vallendar

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Wir helfen im Trauerfall
Dusch WC - Unterboden
Stellenanzeige Bauleitung / Kalkulation / Projektleitung / Verkauf
Stellenanzeige Zahntechniker, 2. Anzeige "2+1 Aktion"
10 Jahre HSH Heizung Sanitär Herschbach in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Empfohlene Artikel
Sportplatz Miesenheim
37

Die Stadt Andernach investiert weiterhin in die Instandhaltung und Modernisierung ihrer Sportanlagen. Ziel ist es, die Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Schulen sowie Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportler langfristig zu sichern. Jetzt den vollständigen Beitrag lesen im BLICK aktuell RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Brigitte Thilmann-Hilger war es wichtig ihren Abschied in Würde und mit einem schölnen Konzert zu begehen.
28

Brigitte Thilmann-Hilger und ihre Solistinnen und Solisten, das Ensemble und der Chor präsentierten ein Musik-Potpourri aus fast 30 Jahren. Was es mit dem ungewöhnlichen Titel des Konzerts auf sich hat, beantwortet Brigitte Thilmann-Hilger im Interview mit BLICK aktuell. Jetzt den vollständigen Beitrag lesen im BLICK aktuell RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel