Wahlen bei der Generalversammlung der Ahrweiler Junggesellen-Schützen
Historische Silberpokale landen im Container
Ahrweiler. Unbekannte Fluthelfer haben wohl eher aus Unwissenheit bei Aufräumarbeiten im Lagerraum der Ahrweiler Junggesellenschützen im Keller der Aloissiusschule teilweise unwiederbringlichen Schaden angerichtet. Alle historischen Silberpokale sind im Container gelandet. Gleiches gilt für Uniformen mit Zubehör, den Weinvorrat, Rednerpult und Glocke. Auch die Planen des Junggesellenzeltes sind entsorgt worden. „Lediglich das große Holzwappen und Besteckkisten konnten wir noch finden.“ Das sagte Hauptmann Raphael Mausberg bei der Generalversammlung der Gesellschaft im Altenwegshof. Die Fahnen der Gesellschaft, die im Haus der Schützen hingen, hätten erhebliche Schäden davongetragen. Gewehre, Waffenschränke und Munition seien allesamt unbrauchbar. Die Waffen seien deshalb der Vernichtung zugeführt worden. Soll heißen, sie wurden vor dem Schützenmuseum von einem Bagger plattgefahren und dann entsorgt.
„Die ungefähre Schadenssumme beläuft sich auf rund 30000 Euro. Wobei einige Werte schwierig zu ermitteln sind und bei einigen Gegenständen der ideelle Wert der deutlich höhere war“, so Mausberg. Glück habe die Gesellschaft indes mit ihren wertvollsten Schätzen gehabt. Königskette, Fähnrichskette und die Interimsketten hätten die Flut unbeschadet überstanden. Weitere positive Nachrichten: Die Fahnen sind aktuell in einer Restaurierungswerkstatt und sollen pünktlich zum Großen Schützenfest in neuem Glanz erstrahlen. Die Kosten dafür übernimmt laut Mausberg die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung. Und auch neue Zeltplanen gibt es. Die Kosten dafür werden durch eine von der Bürgerschützen um Hauptmann Jürgen Knieps weitergeleitete Spende der Schützengesellschaft Attendorf in Höhe von 11000 Euro abgedeckt.
„Gemeinsam schauen unsere Gesellschaften nun nach vorne auf den Wiederaufbau und das kommende Schützenfest“, verbreitete Bürger-Hauptmann Jürgen Knieps in seiner Grußadresse Optimismus und dankte den Junggesellen für ihren unermüdlichen „Schlammeinsatz“ bei der Beseitigung der Flutschäden. Gleichzeitig warb um Nachwuchs für die von der Flut ebenfalls finanziell gebeutelte Aloisius-Jugend. Die komplette in der Grundschule gelagerte Ausrüstung von Fahnen und Uniformen bis hin zu den Säbeln und Instrumenten der jüngsten Ahrweiler Schützen ist ebenfalls durch unwissende Fluthelfer im Container gelandet.
Allen Schäden zum Trotz die Zukunft sichern, die Tradition hochhalten, das wollen die Junggesellen-Schützen. Und dies mit einem zum großen Teil neuen Vorstand. Dieser setzt sich nach den Neuwahlen wie folgt zusammen, wobei die Positionen Hauptmann und Schriftführer, um Kontinuität zu garantieren, nicht zu Disposition standen: Raphael Mausberg ist Hauptmann, Christoph Eudenbach wurde einstimmig als Fähnrich bestätigt, Christoph Hecker bleibt Schriftführer, Michael Welle löst Robert Schwerter-Stahl als Kassierer ab. König Marc Schorn gehört qua Amt dem internen Vorstand an.
Zum erweiterten Vorstand gehören die Ex-Könige Lars Angsten und Vitus Appel, die Fähnrichsbegleiter Florian Nischalke und John Rübenach sowie die Königsbegleiter Maximilian Münch (1), Maximilian Münch (2), Constantin Wenzel, Paul Knieps und Eike Dittmann. Tamboutmajor ist Niklas Sebastian, Zugführer Niederhut ist Marc Terporten, Ahrhut Stefan Jakobs, Oberhut Nico Brenner. Die Zugführer von Bachem und Walporzheim werden noch benannt. Vereinsvertreter sind: André Assenmacher für das Tambourcorps, Marc Terporten für die Niederhut, Eric Gramstat für die Ahrhut und Justin Bich für die Oberhut. Bachem und Walporzheim werden ihre Vertreter noch benennen. Die Kasse prüfen Robert Schwerter-Stahl und Lukas Jakobs.
Und auch Kurznachrichten gab es von Hauptmann Raphael Mausberg: Den Salut schießt beim Großen Schützenfest die Ahrhut mit den bereits bestellten neuen Gewehren. Die Bewirtung beim Königsvogelschießen in der Quarzkaul übernimmt diesmal Walporzheim. Der Zugbeitrag wurde auf 20 Euro festgesetzt. An sofort läuft die Anmeldefrist für den Schuss auf den Königsvogel. Anmeldeschluss beim Hauptmann ist Samstag, 28. Mai, 24 Uhr. GS
