Allgemeine Berichte | 09.03.2026, 10:23 Uhr

Hobbygärtner setzen wieder auf Apfelbaumveredelung

Forstingenieur Albert Jung zeigte die Vorgehensweise

Beim Seminar Veredelung von Apfelbäumen informierten sich zahlreiche Interessenten über die Vorgehensweise.
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Treis-Karden. Auf Anfrage von OB Hans Josef Bleser war es Forstingenieur Albert Jung, der als Vorsitzender des Naturschutzvereins KWA e.V., kürzlich ein Seminar über die richtige Vorgehensweise bei einer Veredelung von Apfelbäumen für eine vegetative Vermehrung (Klon) leitete.

Bis heute gibt es im Landkreis Cochem-Zell noch ca. 200 zum Teil alte Apfelsorten, deren wertvoller Genpool auf jeden Fall erhalten werden sollte.

Früher war laut Jung das Streuobst und vor allem die Pflege von Apfelbäumen für die Zusatzernährung der Familie oder eine kleinen Nebenverdienst noch üblich.

Heute dagegen scheint die Unterhaltung einer Streuobstwiese, beim einem Großangebot von Äpfeln im Supermarkt, eher nur noch ein Hobby zu sein. Trotzdem war das Interesse heimischer Apfelfreunde groß, als Jung gängige Verfahren für eine erfolgversprechende Veredelung vorführte.

Dazu hatte er zur Treiser Wildburg-Mühle zahlreiche Edelreiser unterschiedlicher Apfelsorten mitgebracht und erklärte zunächst die wichtige Vorbereitung der Fruchthölzer. Für eine Frühjahrsveredelung sind diese im Januar/Februar zu schneiden, kühl zu lagern und dann vor der Veredelung zu wässern. Jung zeigte die richtigen Schnitttechniken für eine Kopulation der Obstreiser. Ob nun Schrägschnitt, Omegaschnitt oder Geißfußveredelung, bei jeder Technik sollten die Schnittstellen scharf und sauber sein und die beiden grünen Kambium-Schichten der Edelreiser passgenau zusammengefügt werden.

Anschließend sollte die Veredelungsstelle fixiert und versiegelt werden. Während die Fixierung mit einer Bandumwicklung erfolgt, erreicht man die Versiegelung mit flüssigem Wachs oder Wundbalsam. Beide verhindern das Verdunsten des Wassers an der Schnittstelle, was eine Vertrocknung der Edelreiser zur Folge hätte. Gleichzeitig schützen sie vor schädlichem Pilzbefall. TE

Übung macht den Meister. Beim Seminar in Treis-Karden durften die Teilnehmer auch selbst mit Hand anlegen.

Übung macht den Meister. Beim Seminar in Treis-Karden durften die Teilnehmer auch selbst mit Hand anlegen. Foto: TE

Forstingenieur Alber Jung zeigte die verschiedenen Schnitttechniken bei der Veredelung von Edelhölzern.

Forstingenieur Alber Jung zeigte die verschiedenen Schnitttechniken bei der Veredelung von Edelhölzern. Foto: TE

Beim Seminar Veredelung von Apfelbäumen informierten sich zahlreiche Interessenten über die Vorgehensweise. Foto: TE

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