Allgemeine Berichte | 27.06.2025, 14:08 Uhr

Für LBM war Starkregen im Wiedtal nicht vorhersehbar

Hochwasser der Wied soll für die „ewige Baustelle“ in Altwied gesorgt haben

Das Dilemma mit der Stützmauer und der Straßensperrung sollte im August enden

Fast drei Jahre Bauzeit für diese Stützmauer in Altwied.  Fotos: HEP
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Altwied. Starkregen gab und gibt es wohl nicht im Wiedtal. So ähnlich drückt sich das Landesamt für Mobilität (LBM) in Cochem zu der „ewigen Baustelle“ in Altwied gegenüber Blick aktuell aus: „...viele (Stark-)Regenereignisse sorgten für einen ständig hohen Pegelstand der Wied, die die Arbeiten im betreffenden Bereich nicht zugelassen haben. Daher war das Problem nicht vorhersehbar.“

Die Verzögerung der öffentlichen Bauarbeiten ist also durch das nicht vorhersehbare Hochwasser begründet. Zusätzlich wurde wohl unter der Fahrbahn noch belastetes altes Material entdeckt. Und das: „...trotz im Vorfeld durchgeführter zahlreicher Baugrunderkundungen mit vielen einzelnen Bohrkernentnahmen“, schreibt das LBM und weiter: „Zur Klärung, ob es sich dabei um gefährlichen Abfall handelt, musste eine Analyse in Auftrag gegeben werden. Das Ergebnis zeigte, dass der Grenzwert für gefährliche Abfälle überschritten war; das Material musste nach Antrag und Genehmigung ordnungsgemäß entsorgt werden.“

Für weitere Verzögerungen sorgen laut LBM auch Baufirmen: „Der Asphalttermin konnte nicht eingehalten werden. Nach Rücksprache mit dem Asphaltmischwerk wurde der Baufirma ein frühestmöglicher Asphaltliefertermin für die 27. KW (30. Juni bis 6. Juli 2025) in Aussicht gestellt. Da dies wiederum zu einer Verzögerung führen würde, haben wir den Bauunternehmer am heutigen Tage nochmals auf die Dringlichkeit hingewiesen.“

Die Firma aus Altenkirchen, die von September 2022 bis August 2023 für 2,2 Millionen Euro den Ausbau der L255 sowie die angrenzenden Stützbauwerke am linken Ufer der Wied auf einer Länge von 255 Metern - das Bauwerk stützt die oberhalb der Wied gelegene Landesstraße L 255 ab - verantwortlich ist, reagierte nicht auf kritische Fragen von Blick aktuell.

Also keine Antworten auf: "Warum konnten Sie den Zeitplan nicht einhalten? Hatten Sie zu wenig Maschinen oder Kräfte eingesetzt? Warum konnten Sie nicht absehen, dass Hochwasser an der Wied möglich ist und dafür entsprechend vorsorgen? Wann sind oder wurden die Stützbauwerke fertig?"

Bezogen auf Maschinen und Bauarbeiter: Obwohl derzeit nur zwei Radlader und ein Bagger in der Baustelle stehen, behauptet das LBM: „Das Problem rührte nicht von zu geringem Einsatz von Maschinen und Bauarbeitern her.“

Und wegen des ganzen Dilemmas leiden Melsbach und Autofahrer, die ins Wiedtal oder wieder raus wollen. Vor allem die Melsbacher sind enorm belastet mit Lärm und Abgasen, denn seit September 2022 sind die Friedrich-Ebert-Straße in Melsbach, hier ist auch die Grundschule, und die Altwieder Straße die einzigen Zu- und Abfahrten ins untere Wiedtal, da die Durchfahrt in Altwied wegen der „ewigen Baustelle“ gesperrt ist. Es grenzt fast an ein Wunder, dass es in der engen scharfen Kurve in Melsbach noch keine schweren Unfälle gegeben hat, aber Staus sind morgens und nachmittags angesagt, vor allem, wenn Busse und schwere Lastwagen oft nur durch das Rangieren weiterkommen.

Eigentlich sollte die „ewige Baustelle“ ab September 2022 in 75 Wochen, das wäre der April 2023 gewesen, fertig sein. „Über den Stand der Arbeiten und die aufgetretenen Verzögerungen haben wir stets aktuell in der Presse informiert“, heißt es weiter vom LBM. So wird auch jetzt das Bauende vermutlich im August sein.

„Trotz anderweitiger Umstände, die nicht durch den LBM zu vertreten sind, verstehen wir den Unmut der Verkehrsteilnehmer, den diese Verzögerungen vor Ort mit sich bringen. Auch liegt es uns fern, die Verkehrsteilnehmer absichtlich zu verärgern“, steht abschließend in der Erklärung.

HEP

Es scheint, als würde die neue Straße in Altwied schmaler als die bisherige werden.

Es scheint, als würde die neue Straße in Altwied schmaler als die bisherige werden.

Seit fast drei Jahren fließt der Hauptverkehr ins Wiedtal über die Gefällstrecke von Melsbach.

Seit fast drei Jahren fließt der Hauptverkehr ins Wiedtal über die Gefällstrecke von Melsbach.

Fast drei Jahre Bauzeit für diese Stützmauer in Altwied. Fotos: HEP

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