Allgemeine Berichte | 27.04.2016, 09:11 Uhr

Der Rhein-Sieg-Kreis informiert

Hochzeitstauben

Ein schöner Brauch mit bitteren Folgen

Rhein-Sieg-Kreis. Wenn der „schönste Tag im Leben“ ansteht, soll alles perfekt sein für den Start in den neuen Lebensabschnitt. Für viele Brautpaare gehört zu einer romantischen Eheschließung auch, Tauben als Boten des Glücks, in den Himmel aufsteigen zu lassen.

Die schöne, symbolische Geste, die den frisch geschlossenen Bund fürs Leben „besiegeln“ soll, hat leider oft bittere Folgen: Immer öfter sind in Innenstadtbereichen weiße Tauben zu beobachten, die seit Tagen an einem Ort verweilen. Sie erscheinen desorientiert und manchmal auch schon abgemagert und krank.

Diese Tiere sind oftmals weiße Lach- oder Pfauentauben, die nicht gelernt haben, sich selber ihre Nahrung zu beschaffen oder überhaupt in freier Natur zu überleben. Mit ihren zusätzlichen Federn an den Füßen oder ihren fächerartig aufgestellten Schwanzfedern sehen sie zwar sehr hübsch aus. „Sie haben aber nicht den Orientierungssinn und die Flugfähigkeit der weißen Brieftauben. Dadurch finden die Tiere nicht wieder zurück nach Hause zum Züchter“, erläutert Dr. Hanns von den Driesch, Leiter des Kreisveterinäramtes. Das hat tragische Konsequenzen: Die Tauben bleiben dort, wo sie „ausgesetzt“ wurden. Weil sie durch die langen Federn schlecht laufen können oder auch eine eingeschränkte Sicht haben, werden sie schnell Opfer von Greifvögeln oder dem Straßenverkehr beziehungsweise verenden an Krankheiten.

„Wenn Sie bei Ihrer Trauung unbedingt weiße Tauben fliegen lassen möchten, dann achten Sie bei der Auswahl des Züchters bitte darauf, dass wirklich nur gut trainierte Brieftauben aufsteigen, die den Weg zu ihrem heimatlichen Taubenschlag ohne Probleme finden können“, appelliert Dr. Hanns von den Driesch. „Noch besser wäre es jedoch, ganz auf den Einsatz der Tiere zu verzichten und als Alternative Hochzeitsballons aufsteigen zu lassen.“

Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

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