Allgemeine Berichte | 14.05.2018

Am 2. Juni wird eine neue 13 Kilometer lange Georoute offiziell eröffnet

Höllisch: Teufelsberg bis Caaner Schweiz

Ein schmaler Weg führt durch eine Felswand – Ehrenamtliche sorgten für die Sicherung und Brücke

Bei der Pressekonferenz in Caan stellten (v.l.) Wolfgang Zirfas, Roland Lorenz,Jasmin Weber, Christoph Eul und Frank Herrmann die neue Georoute vor.

Caan. Als „Höllischen Pfad“ könnte die neue Georoute „Vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz“ bezeichnet werden. Denn der Weg, er gleicht in den Felsen der Caaner Schweiz eher einem Klettersteig, verlangt Nervenstärke und Schwindelfreiheit. Denn der nur 20 Zentimeter breite Pfad führt an einer Stelle durch eine steile Felswand, die tief runter bis ins Sayntal reicht. Zur Sicherheit haben Ehrenamtler ein Halteseil installiert.

Apropos Ehrenamtler: Die wurden jetzt bei einer Pressekonferenz im Caaner Dorfgemeinschaftshaus, bei dem die Georoute der Öffentlichkeit präsentiert wurde, von Ortsbürgermeistern und Verbandsgemeinde-Beigeordnetem gelobt.

„In der Caaner Schweiz haben fünf Ehrenamtliche eine Brücke über einen kleinen Bach gebaut, wohin es keine Straßenzufahrt gibt. Ohne die Ehrenamtler wäre die Brücke viel zu teuer geworden“, erklärte der Caaner Ortsbürgermeister Roland Lorenz und fügte hinzu: „Wir ziehen hier alle an einem Strang.“ So hat das ganze Projekt um die 10.000 Euro gekostet.

Malerisch-spannende Route

Die etwa 13 km lange Georoute „Vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz“ verläuft durch eine reizvolle Landschaft mit tief eingeschnittenen Tälern, einem Hochplateau mit Fernsichten und hat zahlreiche geologische Besonderheiten. Die werden auf Infotafeln des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus erläutert.

Im Nordwesten der Georoute liegt die Caaner Schweiz mit ihren schroffen Felsklippen. Im Nordosten ergoss sich vor Millionen von Jahren flüssige Lava aus dem Pfahlberg-Vulkan. Heute ist der erodierte Vulkankegel mit 346 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt des Rundwanderwegs. Obwohl einst in der Caaner Grube Rainstück Ton im Tief- und Tagebau gewonnen wurde, erinnert heute nichts mehr an den Bergbau in diesem Ort.

Am nördlichen Ortsrand von Nauort haben Georoutenwanderer an einem Panoramapunkt einen weiten Ausblick in den Westerwald. Eine Infotafel erklärt die geologischen Prozesse, die die heutige Landschaft formten.

Im Norden der Georoute liegt Nauort: „Die Gemeinde wurde im 20. Jahrhundert von der Bimsindustrie geprägt“, erläuterte Ortsbürgermeister Frank Herrmann und betonte: „Infostationen berichten von der Bims-Entstehung durch den Vulkanismus der Eifel und die Verarbeitung des Baustoffs in zahlreichen Betrieben im Umland.“

Nach Süden hin führt die Georoute in das tief ins Schiefergebirge eingeschnittene Brexbachtal. Zahlreiche markante Felsformationen geben dem Tal seinen wilden Charakter und bieten Einblicke in die Geologie des Westerwalds. Auf dem Teufelsberg, von dem aus es ebenfalls eine tolle Aussicht gibt, erläutert eine Informationsstele die Geologie und die Rohstoffe der Umgebung.

Rund 200 km Wanderwege im Kannenbäckerland

Wolfgang Zirfas, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, erinnerte daran, dass man sich schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht hatte, um gemeinsam mit der VG Höhr-Grenzhausen Wanderwege anzulegen und auszuschildern.

„Das Wanderwegenetz der VG Ransbach-Baumbach umfasst heute 126 km, in der VG Höhr-Grenzhausen sind es weitere 86 km, sodass wir im Kannenbäckerland über rund 200 km Wanderwege verfügen“, führte Wolfgang Zirfas aus und hofft, dass sich auch die Verbandsgemeinden Wirges und Montabaur anschließen.

Christoph Eul vom gleichnamigen Planungsbüro in Nauort wies auf die touristische Bedeutung der neuen Georoute hin: „Vom Rhein aus ist Caan die erste Gemeinde im WW-Kreis und damit auch das Einfallstor zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, der sich über den gesamten Westerwald erstreckt. Für die neue Georoute war auch ein wissenschaftlicher Beirat vor Ort. Daher wird der Weg nach Rheinland-Pfalz-Standard ausgeschildert, also wie der Rheinsteig.“

Beworben wird der neue Pfad vom Geopark Westerwald-Lahn-Taunus (Braunfels), Westerwald Touristik-Service (Montabaur) und den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen und Ransbach-Baumbach, von der in Caan auch die für Tourismus zuständige Jasmin Weber anwesend war.

Offiziell eröffnet wird die Georoute „Vom Teufelsberg zu Caaner Schweiz“ am Samstag, 2. Juni an der Grillhütte in Caan und auch ein paar Aktionen am Nauorter Sportplatz sind vorgesehen.

Im Ort Caan passiert außer der Infotafel am Dorfgemeinschaftshaus weiter nichts, denn die Gaststätte „Zur Linde“ ist seit einiger Zeit geschlossen: „Hierfür suchen wir dringend einen Pächter“, gab Ortsbürgermeister Lorenz den Journalisten abschließend mit auf den Weg. HEP

Ehrenamtliche bauten in dem unwegsamen Geländediese Metallbrücke über den kleinen Bach. Fotos: HEP

Ehrenamtliche bauten in dem unwegsamen Gelände diese Metallbrücke über den kleinen Bach. Fotos: HEP

In dieser Felswand in der Caaner Schweiz sorgt ein Halteseil für Sicherheit.

In dieser Felswand in der Caaner Schweiz sorgt ein Halteseil für Sicherheit.

Bei der Pressekonferenz in Caan stellten (v.l.) Wolfgang Zirfas, Roland Lorenz, Jasmin Weber, Christoph Eul und Frank Herrmann die neue Georoute vor.

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