Allgemeine Berichte | 04.11.2014, 09:14 Uhr

Im vergangenen Jahr brachen 972 Jugendliche im Rhein-Sieg-Kreis ihre Ausbildung ab

Hohe Ausstiegsquote aus der Lehre

„Und … tschüss!“ – Viele Azubis kehren ihrem Ausbildungsbetrieb vorzeitig den Rücken. Zu viele, sagt die Gewerkschaft NGG. Eine hohe Abbrecherquote könne sich kein Betrieb leisten. Erst recht keine Branche mit Fachkräftemangel. NGG
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Rhein-Sieg-Kreis. Azubis steigen oft aus: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat eine zu hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern im Rhein-Sieg-Kreis beklagt. Nach Angaben der NGG haben im vergangenen Jahr insgesamt 972 Auszubildende ihre Lehre vorzeitig beendet. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW), die der NGG für den Rhein-Sieg-Kreis vorliegen. Danach liegt die aktuelle Abbrecherquote bei rund 27 Prozent. „Wenn im Rhein-Sieg-Kreis jeder vierte Jugendliche im letzten Jahr seine Lehre abgebrochen hat, ist das ein Problem – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels“, sagt Ernst Busch.

Die Gründe

Die Gründe für Ausbildungsabbrüche sind nach Ansicht des Geschäftsführers der NGG Köln vielfältig: „Arbeitgeber schieben den schwarzen Peter gern pauschal den Jugendlichen und ihrer angeblich mangelnden Ausbildungsreife zu. Damit machen es sich Chefs aber viel zu einfach. Natürlich gibt es leistungsschwächere Schüler. Aber genauso gibt es Betriebe, denen selbst die nötige ‚Ausbildungsreife‘ fehlt, weil den Jugendlichen einfach zu wenig vermittelt wird.“ Statt immer wieder das Klagelied von der angeblich geringen Qualifikation der Azubis anzustimmen, sollten Arbeitgeber mehr Zeit und Mühe in die Ausbildung investieren.

Enorme Arbeitsbelastung

Viele Jugendliche hielten auch wegen der teilweise enormen Arbeitsbelastung nicht durch. Insbesondere dann, wenn sie wegen Personalmangels im Betrieb als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt würden. „Da ist Enttäuschung vorprogrammiert“, so Busch. Damit die Lehre weder für Jugendliche noch für Chefs zum Frustfaktor wird, sucht die NGG in Nordrhein-Westfalen in der Gastro-Branche gemeinsam mit den Arbeitgebern nach Möglichkeiten, wie die Attraktivität der Ausbildung erhöht werden kann. „Im Rhein-Sieg-Kreis haben letztes Jahr insgesamt 87 Jugendliche ihre Lehre in der Gastronomie abgebrochen. Dass hier etwas für die Ausbildung getan werden muss, haben viele Arbeitgeber in der Branche mittlerweile verstanden. Und mit denen ziehen wir jetzt an einem Strang“, sagt Ernst Busch.

Pressemitteilung der

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Köln

„Und … tschüss!“ – Viele Azubis kehren ihrem Ausbildungsbetrieb vorzeitig den Rücken. Zu viele, sagt die Gewerkschaft NGG. Eine hohe Abbrecherquote könne sich kein Betrieb leisten. Erst recht keine Branche mit Fachkräftemangel. Foto: NGG

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