Ehrenmedaille der Gemeinde Swisttal für Männer, die sich für die Gesellschaft in ihrer Gemeinde eingesetzt haben
Hohe Auszeichnung an sechs verdiente Bürger verliehen
Swisttal. Sechs verdiente Mitbürger wurden mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Swisttal ausgezeichnet: Ernst Ostermann, Werner Gleißner, Dr. Benno Wilders, Rolf Esch, Jakob Zimmer und Balthasar Schumacher. Allerdings wurde die Verleihungszeremonie im Rathaussaal von einer traurigen Nachricht überschattet: Werner Gleißner war am Tag zuvor verstorben und auch Jakob Zimmer musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Diese beiden Ehrungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, im Falle von Gleißner posthum, so Bürgermeisterin Peter Kalkbrenner.
Rolf Esch: 20 Jahre lang Ortsvorsteher von Miel
Rolf Esch war nicht nur zehn Jahre lang Mitglied im Gemeinderat, sondern auch 20 Jahre lang Ortsvorsteher von Miel und habe in dieser Zeit vorausschauend und mit großer Ruhe die Geschicke des Ortes geleitet, so Kalkbrenner. Nach 40 Jahren ehrenamtlicher Arbeit für Miel und Hohn habe sich Esch ins Privatleben zurückgezogen. In seiner Zeit als Ortsvorsteher habe Miel ein anderes Gesicht bekommen, Golfplatz mit Schloss und Schlossallee seien dafür schöne Beispiele. Auch für den Kauf der beiden Häuser an der Kirche und den Neubau des Feuerwehrhauses habe er sich erfolgreich eingesetzt. „Ohne den unermüdlichen Einsatz von Rolf Esch hätte Miel heute kein neues Dorfhaus und auch keinen „Platz für Jung und Alt“, so Kalkbrenner. Denn er habe sich dafür eingesetzt, dass der größte Teil des alten Sportplatzes als Grünfläche, Spielplatz, Bolzplatz und Begegnungsstätte erhalten geblieben sei. Auch an den Plänen und am Bau des Dorfhauses sei Esch maßgeblich beteiligt gewesen, erinnerte sich Kalkbrenner, denn das Dorfhaus sei von den Mielern in Eigenleistung errichtet worden. „Die Gewerke einzuteilen und selbst mitzuarbeiten war für ihn eine Selbstverständlichkeit.“ Als Gründungsmitglied des Dorfhausvereins habe er die Geschicke des Vereins zwölf Jahre lang als Vorsitzender geleitet. Auch im Kirchenvorstand sei der Geehrte fünf Jahre lang tätig gewesen und habe 20 Jahre lang den Ortsausschuss Miel als Vorsitzender geleitet. Zuletzt habe er sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Miel am schnellen Internet teilhaben könne.
Ernst Ostermann: Stellvertretender Fraktions- vorsitzender der SPD
Ernst Ostermann sei 18 Jahre lang im Gemeinderat und seinen Ausschüssen aktiv gewesen. Schwerpunkt seiner kommunalpolitischen Arbeit seien bau- und verkehrstechnische Fragen sowie soziale Probleme gewesen. Dabei habe Ostermann großen Wert auf die frühzeitige Beteiligung der Bürger gelegt und dies bei der Gemeinde immer wieder angemahnt. Ehrenamtlich habe er sich außerdem bei der Johanniter-Unfallhilfe, der Arbeiterwohlfahrt, der Freiwilligen Feuerwehr sowie im Bürgerverein Essig, im Verein Zehnthaus und im Ortsausschuss Odendorf engagiert. „Über viele Jahre hinweg erbrachte der von ihm organisierte Flohmarkt im Rahmen des Dorffestes einen erheblichen Zuschuss für die Jugend- und Seniorenarbeit im Ort“, lobte die Bürgermeisterin sein Engagement. Außerdem habe er viele Jahre die Rheinbacher und später die Swisttaler Tafel unterstützt und sammele noch heute für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, für den er auch Reisen organisieren. Der Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD sei zuletzt auch Alterspräsident des Gemeinderates gewesen, aus dem er sich 2017 zurückzog.
Balthasar Schumacher: Wehr- leiter der Gemeinde Swisttal
Balthasar Schumacher habe einen Teil der Feuerwehrgeschichte sowohl der Gemeinde Swisttal auch als auch des Rhein-Sieg-Kreises geprägt, fasste Kalkbrenner dessen Verdienste zusammen. Schon 1959 sei er in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten und habe 1965 die Jugendfeuerwehr in Miel gegründet. Anschließend absolvierte er verschiedene Lehrgänge und leitete zunächst die Löschgruppe Miel und die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Swisttal. Von 1976 bis 2002 habe er die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Swisttal geführt und sei zudem von 1981 bis 2002 stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes gewesen. In dieser Zeit habe er als erste Feuerwehr in ganz Nordrhein-Westfalen die Grundausbildung auf Gemeindeebene eingeführt, was danach landesweit übernommen wurde und bis heute Standard im Land sei. Ebenso habe er gemeinsam mit dem damaligen Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach für die Feuerwehren im Kreis einen Lehrgang für „Gefährliche Stoffe und Güter“ entwickelt und dafür die Lehrpläne und Ausbildungsvorschriften selbständig erarbeitet. Diese seien nachher von der Landesfeuerwehrschule Münster übernommen worden. 580 Feuerwehrleute habe er in unzähligen Lehrgängen auf die Tätigkeit als Gruppenführer vorbereitet, was im ganzen Land als vorbildlich gelte.
Dr. Benno Willers: Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion
Dr. Benno Willers schließlich habe seine Arbeit im Gemeinderat 1979 als sachkundiger Bürger begonnen, anschließend 24 Jahre lang dem Rat angehört und sich dort ganz prägend für die Entwicklung der Gemeinde eingebracht, denn schließlich sei er 21 Jahre lang Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion gewesen. Auch in seinem Heimatort Buschhoven habe er sich intensiv in das Dorfleben und die Dorfentwicklung sowie die Vereinsarbeit eingebracht. Mit großer Hingabe arbeitete er vor allem nach seinem intensiven politischen Engagement ortskundliche und historische Sachverhalte bezüglich Buschhoven auf und habe auch für die Errichtung des „Siebenschusssteines“ im Kottenforst 1978 gesorgt. „Besonders hervorheben möchte ich seine Arbeiten zur Aufarbeitung des Schicksals des polnischen Zwangsarbeiters Anton Wujciakowski“, so Kalkbrenner. In privater Initiative habe er für die Finanzierung einer Stele zur Erinnerung an die Ermordung des polnischen Zwangsarbeiters gesorgt, die unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie Vertretern des polnischen Generalkonsulats 2014 errichtet worden sei. Mit seiner Frau Adelheid zusammen Betreuer Willers gemeinsam mit der „Schule am Burgweiher“ ein Indien-Projekt, über dessen Fortschritt sich bei der regelmäßig auch durch persönliche Besuche vor Ort überzeugten.
Jakob Zimmer: 16 Jahre lang Ortsvorsteher von Dünstekoven
Jakob Zimmer, der krankheitsbedingt fehlte, wird seine Ehrenmedaille später erhalten. Er war 20 Jahre lang von 1994 bis 2014 Ratsherr und 16 Jahre lang Ortsvorsteher von Dünstekoven. Auch dem Sportverein rot-weiß Dünstekoven habe er 20 Jahre lang als Vorstandsmitglied zur Verfügung gestanden. Von 1994 bis 2000 sei er dort auch noch Vorsitzender gewesen und habe sich in dieser Zeit für die Gestaltung des Sportplatzes besonders eingesetzt. Dabei sei besonders die Sportplatzsanierung und Modernisierung zu nennen, bei der auch eine Flutlichtanlage gebaut worden sei. Aber auch am Umbau zum Rasenplatz 2014 sei Jakob Zimmer maßgeblich beteiligt gewesen. 1988 wirkte er beim Zusammenschluss der Ortsvereine im Ortsausschuss maßgeblich mit, indem er sich besonders für die Seniorenbetreuung einsetzte. In die Zeit seiner Vorstandstätigkeit für den Kindergarten in den achtziger Jahre, falle unter anderem der Ausbau der dritten Kindergartengruppe. Auch den Umbau der „Alten Schule Dünstekoven“ habe er durch die Organisation und Koordination der Eigenleistung maßgeblich mitgestaltet.
Werner Gleißner †: Vorsitzender des SPD-Ortsvereins
Am Tag zuvor war leider Werner Gleißner verstorben, der ebenfalls eigentlich geehrt werden sollte. Er war viele Jahre lang politisch und gesellschaftlich stark in der Gemeinde engagiert und habe für die SPD in verschiedenen Funktionen Verantwortung übernommen, so Kalkbrenner. Mit Unterbrechungen gehörte er dem Vorstand des Ortsvereins von 1979 bis 2015 an und habe sich in seiner Zeit als Vorsitzender vor allem um den Austausch mit dem Partner-Ortsverein Zossen in den neuen Bundesländern verdient gemacht. Auch ein jährlicher Gedenktag zum Antikriegstag am 1. September sei ihm zu verdanken. Zwischen 1979 und 1999 war er acht Jahre lang mit Unterbrechungen Mitglied des Swisttaler Gemeinderates und habe in einer für die SPD schwierigen Zeit nach dem Ausscheiden von sieben Ratsmitgliedern für ein gutes halbes Jahr den Vorsitz der Fraktion übernommen. Damit habe er wesentlich zur Stabilisierung der Verhältnisse im Gemeinderat beigetragen. Mehr als 30 Jahre lang sei Werner Gleißner in der Arbeiterwohlfahrt Swisttal aktiv gewesen, für die er unzählige Veranstaltungen und Fahrten organisiert und betreut habe. Besonders zu nennen sei der bis vor Kurzem monatlich stattgefundene „Swisttal-Treff“ im Dorfhaus Morenhoven, zu dem er die Senioren hin- und zurückgefahren habe. Organisiert habe er auch die Rumänen-Hilfe der AWO Swisttal für ein Caritas-Kinderheim in Satu Mare, das Projekt schaute er sich vor Ort an und knüpfte auch dort Kontakte. Mitglied war er außerdem bei der Freiwilligen Feuerwehr, der Theatergruppe Odendorf und dem Naturschutzbund Deutschland.
JOST
