Getreideernte hat auch in Swisttal begonnen
Hohe Erträge - niedrige Preise
Swisttal. „Ist der Mai kühl und nass, füllt es den Bauern Scheun‘ und Fass“, sagt ein landläufiges Sprichwort, und in diesem Jahr scheint es zu stimmen. „Die Ertragserwartungen für die laufende Ernte sind insgesamt gut“, meldet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Wenn auch mit zwei bis drei Wochen Verzögerung gegenüber dem Durchschnitt der Jahre rollen nun seit einigen Tagen auf den Swisttaler Feldern schier unermüdlich die Mähdrescher. Als erstes wurde die Wintergerste gemäht, diese ist schon fast eingebracht. Schon sieht man die Stoppelfelder mit den seit einigen Jahren typischen Rundballen. Es folgen die übrigen Getreidearten Winterweizen, Triticale, Roggen, Hafer und die Braugerste. Auch der in den letzten Jahren vermehrt angebaute Raps ist fast soweit.
Im vergangenen Jahr wurde in Nordrhein-Westfalen Getreide auf einer Fläche von insgesamt 506 181 Hektar angebaut. Wichtigste Getreideart ist der Winterweizen mit rund 238 Tsd. Hektar, gefolgt von der Wintergerste mit rund 115 Tsd. Hektar. Roggen, in früheren Zeiten das wichtigste Brotgetreide, wurde nur auf rund 18 Tsd. Hektar geerntet, Getreide als Viehfutter immerhin auf mehr als 56 Tsd. Hektar.
Da das Getreide gut durch den Winter gekommen ist und es - anders als im Vorjahr - keine Frostschäden erlitten hat und es zudem im Mai - wenn die Getreidepflanzen in der stärksten Wachstumsphase den größten Wasserbedarf haben - ergiebig regnete, werden hohe Erträge erwartet. Ernteausfälle gab es nur sehr punktuell, da wo Ende Juni und Anfang Juli lokal begrenzte Gewitter und Hagelschauer waren.
Preise unter dem Vorjahr
So ganz ungeteilt wird die Freude der Landwirte über die gute Ernte dennoch nicht sein. „Die Preise für Getreide liegen in dieser Ernte deutlich unter dem Vorjahr und sie sind leider weiter auf Talfahrt“, so die Landwirtschaftskammer. Bereits seit dem Ende des vergangenen Jahres würden die Preise an den großen Warenterminbörsen in Chicago und Paris fallen. Grund sind die ebenfalls guten Ernteaussichten in den wichtigsten Anbauregionen wie Nordamerika, Westeuropa und den Schwarzmeerländern wie Russland, Ukraine und Kasachstan. Die Experten rechnen daher mit weltweit weiter sinkenden Getreidepreisen.
„Ich bin aber dennoch zufrieden“, erklärt der Morenhovener Landwirt Georg Schmitz, als er auf seinem bereits abgeernteten Feld das Stroh, der Fachmann nennt es Silage, zu runden Ballen presst. Die Rundballen haben seit einigen Jahren die früher üblichen Quaderballen abgelöst, da sie einfacher zu transportieren sind. Rund 200 Kilogramm wiegt so ein Rundballen, größere bringen es auf bis zu 400 Kilogramm. Georg Schmitz braucht die Silage als Einstreu für sein Vieh, vom Niederrhein und insbesondere auch aus den Niederlanden kommen Aufkäufer, die die Silage z.B. für die Streu auf den dortigen Erdbeerfeldern verwenden.
In Swisttal hoffen die Landwirte nun, in den nächsten Wochen auch die weiteren Getreidearten trocken einbringen zu können.
Die Rundballen bestimmen nun für einige Zeit das Landschaftsbild.
