Allgemeine Berichte | 04.11.2024

Hochwasserpartnerschaft Ahr: zehnjähriges Bestehen mit Aus- und Rückblicken

„Hohe Strahlkraft auf andere Hochwasserpartnerschaften“

Jubiläumsveranstaltung war zugleich die 20. Sitzung des überregionalen Konstrukts

Die Bürgermeister Guido Nisius (VG Adenau, links) und Johannes Bell (VG Brohltal, rechts) im Interview. Fotos: DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Heimersheim. Hochwasser und Starkregenereignisse, vor allem im Zusammenhang mit der Ahr und ihren Nebengewässern – diese Problematik war auch schon vor der verheerenden Flutkatastrophe 2021 ein Thema. So gründete sich vor zehn Jahren die seither stetig gewachsene „Hochwasserpartnerschaft Ahr“, der heute Vertreter der Städte, Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden im Einzugsbereich der Ahr, also die Landkreise Ahrweiler, Euskirchen, Vulkaneifel sowie die rheinland-pfälzische Struktur- und Genehmigungsbehörde Nord angehören - als eines von insgesamt 24 Konstrukten dieser Art in Rheinland-Pfalz. Neben den Themen der Gewässerwiederherstellung, des überörtlichen Maßnahmenplans, der örtlichen Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte sowie der privaten Vorsorge der Bürger ist die Hochwasserpartnerschaft einer der Mosaiksteine des Hochwasserrisikomanagements für das Ahrtal. Unter anderem werden Fachvorträge gehört, Informationen über die Wissenschaft eingeholt und Umsetzungsvorschläge für den Hochwasserschutz erarbeitet.

Entwicklungeiner Sturzflutgefahrenkarte

Zur Starkregenvorsorge entwickelte man eine Sturzflutgefahrenkarte, in der drei Starkregenszenarien basierend auf dem Starkregenindex dargestellt werden. Die Arbeitsgruppen der Hochwasserpartnerschaft widmen sich auch dem flächendeckenden Aufbau eines aufeinander angestimmten Hochwassermeldesystems durch Pegel im gesamten Kreis sowie dem Wasserrückhalt in der Fläche. Diese Maßnahmen brachten Erfahrungswerte, auf deren Basis die Internetseiten des Landes zur Verhaltensvorsorge überarbeitet werden konnten. Bei Gefahrenlagen informiert die Kreisverwaltung die Bevölkerung fortlaufend. Derzeit wird eine crossmediale Kommunikationsstrategie für die Kreisverwaltung Ahrweiler entwickelt. Anlässlich des Jubiläums kam man kürzlich in der Landskroner Festhalle zur 20. Sitzung zusammen, diesmal jedoch nicht auf reiner Arbeitsebene, sondern auch, um anlässlich des Jubiläums zurück- und vorauszublicken. Im Rahmen einer interaktiven Präsentation zeigten Barbara Manthe-Romberg, Birgit Heinz-Fischer, Martina Ludwig, Corinna Becker und Sophie Ertel die Fortschritte und Ergebnisse der bisherigen Arbeit.

Hochwasserschutz alsGemeinschaftswerk von Kommunen, Staat und Betroffenen

Landrätin Cornelia Weigand betonte die hohe Frequenz der Hochwasserpartnerschaft-Workshops, insbesondere nach der Flutkatastrophe. „Der Hochwasserschutz ist eine gemeinsame Sache von Kommunen, Betroffenen und des Staates. Zugleich ist uns allen bewusst geworden, dass es gerade für die Umsetzung technischer Hochwasserschutzmaßnahmen eines verbindlicheren Rahmens bedarf. Die Grundsatzbeschlüsse zur Errichtung eines entsprechenden Gewässerzweckverbandes zusammen mit dem Land haben alle Kommunen bereits getroffen“, so Weigand. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder unterstrich die Strahlkraft, die die Ahr-Partnerschaft mittlerweile auf andere Hochwasserpartnerschaften im Land ausübe. Die Ministerin zog Bilanz: „Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen 25 Jahren insgesamt fast 1,2 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Dazu zählen große Investitionen in technische Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deiche, Polder, Hochwasserschutzmauern und Rückhaltebecken – insbesondere am Oberrhein. Daneben liegt der Fokus aber auch auf naturnahem Hochwasserschutz: Seit 1995 wurden bereits rund 1.600 Kilometer Fließgewässer in 1.800 Projekten renaturiert.“

Digitaler Hydro-Zwilling modelliert und visualisiert Hochwasserszenarien

Katrin Eder blickte aber auch nach vorne: „In wenigen Tagen stellen wir im Ministerium unseren Zukunftsplan Wasser vor, der unsere Richtschnur für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sein soll. Zugleich entwickeln wir den 7-Punkte-Plan zur Hochwasservorsorge weiter und auch den digitalen Hydro-Zwilling des Landes, der gerade in die Pilotphase mit Ingenieurbüros gestartet ist. Mit dessen Hilfe sollen unter anderem regional differenzierte Starkregen- und Hochwasserszenarien modelliert und visualisiert, Maßnahmen zur Vorsorge und Schutz entwickelt und auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.“

Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder zog Bilanz und blickte voraus.

Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder zog Bilanz und blickte voraus.

Die Bürgermeister Guido Nisius (VG Adenau, links) und Johannes Bell (VG Brohltal, rechts) im Interview. Fotos: DU

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
3+1 Aktion
150 Jahre Zeitungstradition
150-jähriges Jubiläum Krupp Verlag
150 Jahre Zeitungstradition
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay
505

Sinzig. Am Donnerstagmorgen, dem 16. Juli, führte ein umgestürzter Baum um 8.37 Uhr zu einem Stromausfall in Sinzig und Bad Breisig. Die Energienetze Mittelrhein (enm), die Netzgesellschaft der Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe), reagierte prompt und begann, die Stromversorgung schrittweise wiederherzustellen. Bereits um 9.12 Uhr waren zehn der insgesamt 15 betroffenen Trafostationen wieder in Betrieb.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Adobe Stock
4122

Eine Woche lang hattet Ihr die Möglichkeit, Eure Lieblingseisdielen im BLICK aktuell-Land zu nominieren und das Ergebnis einfach gigantisch! Ihr habt insgesamt 42 Eisdielen nominiert. Jetzt seid Ihr gefragt: Stimmt in unserem großen Voting für Eure persönliche Lieblingseisdiele ab und unterstützt Euren Lieblingseismacher!

Weiterlesen

15.07.: Schwerer Verkehrsunfall zwischen Traktor und LKW
790

Die Traktorfahrerin wurde schwerstverletzt

15.07.: Schwerer Verkehrsunfall zwischen Traktor und LKW

Meudt. Bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Traktor und einem Lkw ist die Fahrerin des landwirtschaftlichen Fahrzeugs am heutigen Tag schwerstverletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen beabsichtigte die Traktorfahrerin von der L 300 nach links in einen Wirtschaftsweg abzubiegen. Zeitgleich setzte der hinter ihr fahrende Lkw zum Überholen an. Dabei kam es zum Zusammenstoß beider Fahrzeuge.

Weiterlesen