Allgemeine Berichte | 22.01.2019

Der Förderverein Mahnmal Koblenz erinnert

„Holocaust“-Gedenktag

Am Sonntag, 27. Januar um 16.30 Uhr

Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Reichensperger Platz.Förderverein Mahnmal Koblenz

Koblenz. Es ist eine gute und wichtige Tradition, dass der Förderverein Mahnmal Koblenz mit Kooperationspartnern am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an die verfolgten, geschundenen und ermordeten Menschen in Koblenz und Umgebung erinnert. Der Tag wird seit 1996 offiziell in der Bundesrepublik, in Koblenz seit 1998 und weltweit seit 2005 begangen.

Seit vielen Jahren erinnert der Deutsche Bundestag in einer Feierstunde an die Befreiung des KZ Auschwitz an diesem Tag und damit an die Menschheitsverbrechen Hitler-Deutschlands. Wie andere Landtage auch hält der Landtag von Rheinland-Pfalz aus diesem Anlass eine Sondersitzung ab – und zwar immer am 27. Januar eines jeden Jahres.

Vor einem Jahr, am 27. Januar 2018, fand die Sondersitzung des Landtages im Neuen Justizzentrum Koblenz statt. 2019 veranstaltet der Landtag die zentrale Gedenksitzung des Landes wieder in Mainz, im Interims-Plenarsaal des Landtages in der Steinhalle des Landesmuseums Mainz mit Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und geladenen Gästen.

In der Sondersitzung sprechen Landtagspräsident Henrik Hering und Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht dieses Jahr der Novemberpogrom 1938, die sog. Reichspogromnacht, und seine Folgen für die Menschen. Dazu spricht die Zeitzeugin Frieda Shulamit Schwarz. Sie ist Tochter des damaligen Mainzer Kaufmanns Markus Laub, der im Zuge der „Reichspogromnacht“ in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wurde.

Später kamen er, seine Ehefrau und ein Sohn im Holocaust um. Die Tochter Frieda überlebte durch einen Kindertransport und lebt heute in Israel.

Gedenkveranstaltung am 27. Januar in Koblenz

Das Thema „Reichspogromnacht“ des Landtages greift der Förderverein Mahnmal Koblenz mit seinen Veranstaltungen in Koblenz auf. Im Mittelpunkt stehen hier elf jüdische Familien, Nachbarn unserer Eltern und Großeltern, die bei dem Novemberpogrom drangsaliert, erniedrigt, misshandelt und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Diejenigen von ihnen, nicht rechtzeitig fliehen konnten oder wollten, kamen im Holocaust um.

Die Veranstaltungen beginnen am Sonntag, 27. Januar, um 16.30 Uhr mit einer Statio am Mahnmal. Oberbürgermeister David Langner erinnert an die Schicksale dieser Koblenzer jüdischen Glaubens, während Schülerinnen und Schüler der Hans Zulliger-Schule und der Diesterweg-Schule deren Biografien mit einer Rose am Mahnmal anbringen.

In der anschließenden Gedenkstunde in der Citykirche begrüßt Oberbürgermeister David Langner. Die Ansprache hält der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mahnmal Koblenz Joachim Hennig. Danach lesen Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums aus Briefen der jüdischen Familie Hermann. Die Gedenkstunde endet mit dem christlich-jüdischen Gebet. Umrahmt wird die die Stunde musikalisch von Herrn Höss (Orgel) und Frau Czupka (Flöte). Veranstalter ist der Förderverein Mahnmal Koblenz, Christlich-jüdische Gesellschaft für Brüderlichkeit, Freundschaftskreis Koblenz-Petah Tikva, Kulturamt der Stadt Koblenz.

Weitere Informationen unter: www.mahnmalkoblenz.de

Das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Reichensperger Platz.Foto: Förderverein Mahnmal Koblenz

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