Ehrenamtliche Arbeit des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz
"Hospiz macht Schule - Das Leben hat alle Farben"
Projekt an der Martinschule Grundschule Andernach durchgeführt
Andernach. „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Mit diesen Worten beschloss der 2. Vorsitzende des Fördervereins Hospizbewegung Andernach-Pellenz, Pfarrer Cordes, seine Rede zur Projektpräsentation „Hospiz macht Schule“ an der Martinschule Grundschule Andernach. Dieser Satz fand volle Zustimmung bei den zahlreich erschienenen Eltern, die gespannt darauf warteten, dass ihre Kinder die gemeinsame Arbeit mit den ehrenamtlich tätigen Hospizhelferinnen Hannelore Bermel, Christa Berger, Heidrun Lappe, Dorothee Schünemann-Diederichs, Gabriele Theisen und Babette Thomsen vorstellen.
Eine Woche lang hatte sich die Klasse 4a intensiv mit dem Thema Abschiednehmen - Verlust, Tod und Trauer - auseinandergesetzt. Jeder Tag stand unter einem besonderen Schwerpunkt. Handlungsorientiert und in vielen Gesprächen innerhalb ihrer Kleingruppe konnten die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Erfahrungen, ihre Fragen, aber auch ihre Ängste in diesem geschützten Raum einbringen. Sensibel griffen die Hospizdamen, die eine spezielle und intensive Schulung für diese Aufgabe erhalten hatten, alle Äußerungen klärend auf. Auf diese Weise erfuhren die Kinder eine Wertschätzung ihrer Gefühle und ihrer Persönlichkeit sowie ein Ernstnehmen ihres Weltbildes. Die Kinderärztin Frau Dr. Pudelko-Groh ließ es sich nicht nehmen, das Projekt mit ihrem Fachwissen zu unterstützen. Die Klasse hatte viele Fragen zum Thema Krankheit gesammelt, die nun fachgerecht und kindorientiert beantwortete wurden.
Wer nun als Leser vorschnell glaubt, dass in dieser Woche aufgrund des Themas Lachen und Freude verbannt waren, irrt sich. Leben und Sterben sind untrennbar miteinander verbunden. Der Tod gehört zum Leben dazu, wird aber leider zu oft ausgegrenzt und tabuisiert.
Aufgaben wurden mit großer Ernsthaftigkeit umgesetzt
„Gib deinen Gefühlen Zeit und Raum“ lautete die Aufforderung für eine Aufgabe. Mit Fingerfarben gestalteten die Kinder „Gefühlbilder“. Jede Farbe hatte für die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Stellenwert auf der „Gefühlspalette“ für Mut, Glück, Lebenslust, aber auch für Trauer, Alleinsein und Wut. Leben in seiner Bandbreite erfahrbar machen und erfahren war eine Zieldimension, die erfolgreich umgesetzt wurde. Mit großer Ernsthaftigkeit schrieben die Kinder am letzten Tag Trost- und Dankesbriefe an einen geliebten Menschen.
Von Seiten der anwesenden Eltern kamen nur positive Rückmeldungen. Besonders hervorgehoben wurde, dass es innerhalb der Familie zu intensiven, tiefgehenden Gesprächen kam. Die Rektorin Frau Calovini und die Klassenlehrerin Frau Bengel hatten sich, in pädagogischer Verantwortung ihren Schülerinnen und Schülern gegenüber, dieser wichtigen und bedeutsamen gesellschaftlichen Aufgaben geöffnet und diese uneingeschränkt unterstützt.
Der Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz übernahm einmal mehr die Kosten für die gesamten Materialien wie auch im Vorfeld für die Ausbildung der Hospizhelferinnen. Einen besonderen Dank an die Kinder für ihre Offenheit, ihr behutsames Miteinander und ihre Ernsthaftigkeit.
Jeder Tag stand unter einem besonderen Schwerpunkt.
Mit Fingerfarben gestalteten die Kinder „Gefühlbilder“.
