Allgemeine Berichte | 02.03.2026

Appell an Gemeinschaftssinn: Saubere Wege für ein lebenswertes Erpel

Hundekot in Erpel wird zum Dauerärgernis

Der Fronbogen mit dem Schriftzug „Herrlichkeit Erpel“ ist historisches Wahrzeichen der Ortsgemeinde – viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass sich dieser Anspruch auch im Alltag widerspiegelt.

Erpel. Erpel am Rhein ist weithin als „Herrlichkeit Erpel“ oder auch „die alte und freie Herrlichkeit“ bekannt. Der Ort steht für ein lebendiges Miteinander, Brauchtum und Mittelrheinromanik. Aber in letzter Zeit ist es mit dieser Herrlichkeit in Erpel nicht weit her. Viele Bürgerinnen und Bürger klagen über ein Ärgernis, das das Wohlgefühl im Ort empfindlich stört: Hundekot auf den Straßen, Gehwegen und in unmittelbarer Nähe von Kita und Grundschule.

Überall – von der Rheinpromenade bis in die Feldwege am Ortsausgang von Orsberg finden sich Verunreinigungen, die weit über ein gelegentliches Missgeschick hinausgehen. Eltern berichten, dass Kinder regelmäßig in Haufen treten oder ausrutschen. Auch das Manövrieren eines Kinderwagens werde zunehmend zur Herausforderung.

Eine Mutter schildert, dass sie kaum eine Chance habe, den Wagen „unfallfrei“ durch den Ort zu manövrieren, ohne anschließend Kot von den Rädern entfernen zu müssen. Anwohnerinnen und Anwohner berichten, dass vor ihren Haustüren fast täglich Hundehaufen liegen – ein Ärgernis, das die Lebensqualität spürbar beeinträchtigt. Eine Anwohnerin beschreibt, dass sie in den Blumenbeeten an der Straße nie ohne Handschuhe arbeiten könne, weil sie sonst regelmäßig in Hinterlassenschaften greife.

Viele Hundebesitzer selbst sind betroffen und verärgert über das Verhalten einzelner Mitbürgerinnen und Mitbürger. „Ich habe immer einen Beutel an der Leine – was ist so schwer daran, es einfach aufzuheben?“ fragt eine Hundehalterin empört. „Man merkt doch, wenn der Hund stehenbleibt, um solche Haufen zu machen! Wenn man das nicht bemerkt, ist man auch nicht in der Lage, sich um das Tier artgerecht zu kümmern“, so eine weitere Stimme aus der Nachbarschaft.

Pflicht zur Beseitigung – was gilt rechtlich?

Auch rechtlich ist die Situation eindeutig geregelt. In der Gefahrenabwehrverordnung der Verbandsgemeinde Unkel heißt es in § 2 Abs. 4, dass Halter und Führer von Hunden dafür sorgen müssen, dass öffentliche Anlagen, Gehflächen und Straßen nicht mehr als verkehrsüblich verunreinigt werden. Bereits erfolgte Verunreinigungen sind unverzüglich zu beseitigen.

Wer dieser Verpflichtung vorsätzlich oder fahrlässig nicht nachkommt, handelt gemäß § 5 der Verordnung ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann nach § 74 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Kostenlose Beutel – wo gibt es sie?

Das Mitführen und Benutzen geeigneter Kotbeutel ist in vielen Kommunen in Rheinland-Pfalz Standard. Kostenlose Hundekotbeutel können bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Unkel abgeholt werden. Zudem gibt es Beutelspender an einigen beliebten Spazierwegen in der Verbandsgemeinde.

Ein weiteres Ärgernis: Katzen in Beeten und Sandkästen

Ein weiteres Ärgernis, das von einigen Einwohnerinnen und Einwohnern beklagt wird, ist die Verunreinigung von Gärten, Blumenbeeten und Sandkästen durch Katzenkot. Dass freilaufende Katzen nicht ohne Weiteres von fremden Grundstücken ferngehalten werden können, ist vielen bewusst. Frustrierend ist es dennoch – insbesondere dann, wenn man im eigenen Garten mit Hinterlassenschaften konfrontiert wird oder Kinder im heimischen Sandkasten betroffen sind.

Natürlich besteht für Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer keine Verpflichtung, solche Verunreinigungen eigenständig zu verhindern. Gleichwohl gibt es einige ungiftige Pflanzen, deren Duft von Katzen häufig gemieden wird und die als unterstützende Maßnahme dienen können. Dazu zählen beispielsweise Lavendel, die sogenannte „Verpiss-dich-Pflanze“ (Coleus canina), Zitronenmelisse, Weinraute oder auch Currykraut (Helichrysum italicum). Eine Garantie für dauerhaften Schutz bieten sie nicht – sie können jedoch im Einzelfall helfen, Katzen von bestimmten Bereichen fernzuhalten.

Im Mittelpunkt steht ein respektvolles Miteinander – mit Verständnis für Tierhalterinnen und Tierhalter ebenso wie für die berechtigten Interessen der Nachbarschaft.

Ein Aufruf an alle – für ein sauberes Erpel

Erpel lebt von seinem Gemeinschaftsgefühl und dem respektvollen Miteinander. Saubere Straßen und sichere Gehwege sind dabei keine Nebensache, sondern Ausdruck gegenseitiger Rücksichtnahme. Dabei ist klar: Die Tiere selbst tragen keinerlei Schuld. Verantwortlich sind ausschließlich die Halterinnen und Halter, die nicht nur gesetzlich verpflichtet sind, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu beseitigen, sondern auch im Sinne des fairen Miteinanders Verantwortung tragen.

Der überwiegende Teil der Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer in Erpel handelt vorbildlich und nimmt diese Pflicht selbstverständlich wahr. Umso bedauerlicher ist es, dass das rücksichtslose Verhalten einzelner Personen das Bild aller trübt und für wachsenden Unmut sorgt.

Ebenso klar ist: Frust und Ärger dürfen sich niemals gegen die Tiere richten. Maßnahmen wie das Auslegen von Giftködern sind nicht nur gesetzeswidrig, sondern gefährden das Leben von Mensch und Tier und sind aufs Schärfste zu verurteilen. Ziel kann und darf nur ein verantwortungsbewusstes Handeln der Menschen sein – für eine saubere, sichere und lebenswerte „alte und freie Herrlichkeit Erpel“.

Der Fronbogen mit dem Schriftzug „Herrlichkeit Erpel“ ist historisches Wahrzeichen der Ortsgemeinde – viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich, dass sich dieser Anspruch auch im Alltag widerspiegelt. Foto: Daniela Simon

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