18. Hunnenlager in Wormersdorf
Hunnen belagerten die Tomburg
König Attila (Bernhard Leesemann) und sein Gefolge zeigten Sitten und Gebräuche aus einer vergangenen Zeit
Wormersdorf. Allen historischen Erkenntnissen zum Trotze sind die Hunnen wohl doch nicht in den Weiten Pannoniens nach vernichtenden Niederlagen spurlos verschwunden. Den Beweis für ihr Dasein lieferte kürzlich das Hunnenlager am Fuße der Tomburg. Eine weithin sichtbare weiße Rauchsäule verkündete die Anwesenheit der Hunnenhorden. Die Tomburger Hunnenhorde 1993, mit König Attila (Bernhard Leesemann) an der Spitze, erwarteten an dem Wochenende rund 250 Männer und Frauen des Reitervolkes in ihren Jurten. Bereits zum 18. Mal erwartete die Besucher und die Hunnen der anderen Stämme ein abwechslungsreiches und schönes Fest. Überlieferte Bräuche und Erzählungen aus der Hunnenzeit lebten an diesen beiden Tagen neu auf.
Zwölf Vereine hatten ihre Jurten auf dem Platz aufgebaut und zeigten detailgetreu, wie es wohl in jener Zeit bei den gefürchteten Hunnen zugegangen sein mag. In der Mitte des Lagers hatte König Attila mit seinem Gefolge die lange Tafel unter einem Zeltdach aufgebaut. Standesgemäß nahm König Attila auf seinem Thron die Huldigungen und Geschenke seiner Gäste in Empfang. „Leert den Krug in einem Zug“, hieß es beim Begrüßungstrunk der eintreffenden Gäste am Samstag und Sonntag. Marco Schmidt führte jeden Gast an dem Feuer vorbei zu Attilas Thron und jeder der Gäste erwies dem Oberhaupt der Tomburger Hunnen seine Ehrerbietung und Huldigung, verbunden mit der Bitte, an der Tafel teilzunehmen.
Bereits am Samstag konnten die Gäste und befreundeten Vereine die Bauchtänzerinnen vom Stamm Sarafi erleben. Sie hatten sich fantasievoll orientalisch gewandet und begeisterten die Anwesenden mit ihren Tänzen. Traditionell konnten sich die Hunnen im Bogenschießen messen. Je drei Vertreter der zwölf Hunnenvereine stellten sich dem Wettkampf mit Pfeil und Bogen. Die Besten wurden mit einem Fässchen Gerstensaft belohnt. Aufgeregt war am Samstag vor allem Marco Schmidt aus Rheinbach, seit mehr als einem Jahr Mitglied der Tomburger Hunnenhorde. Neben seinem Auftritt als Feuerspucker stand auch die feierliche Zeremonie der Namensverleihung für Marco Schmidt an. Erst, wenn der Neuling sich im Verein verdient gemacht hat, darf er bei Attila den Antrag auf Verleihung eines Hunnennamens stellen. Am Ende der Zeremonie der Namensverleihung darf sich Marco Schmidt in Zukunft als Hunne Bleda unter seinen Mitbrüdern bewegen.
Eheschließung im Schein des Lagerfeuers
Aber auch für das Oberhaupt der Tomburger Hunnen stand an diesem Tag ein besonderes Ereignis an. Er ging während des Lagers den Bund der Ehe nach Hunnentradition mit seiner „Attilöse“, Monika von Sturm, ein. Als Trauzeugin fungierte im Lagerfeuerschein seine echte Ehefrau Hanni. Auch am Sonntag, nach einem ausgiebigen Frühstück, kamen weitere Gäste in das Lager. Sehr zur Freude von König Attila gaben sich auch die Tomburg-Ritter die Ehre und leerten mit ihm den Begrüßungsbecher. Weitere Namensgebungen und eine Schamanenernennung folgten an diesem Sonntag. Besonders freuten sich die Gastgeber über den Besuch zahlreicher Vertreter der Vereine aus Wormersdorf und aus der Stadt Rheinbach.
Die Tomburger Hunnenhorde nutzte am Ende des Lagers die Gelegenheit, sich bei allen Helfern erkenntlich zu zeigen, „denn ohne all diese fleißigen Hände könnten wir all diese Aufgaben nicht bewältigen“, erklärte der Vorsitzende der Tomburger Hunnenhorde, Torsten Koll.
Alle Gäste wurden von König Attila persönlich begrüßt. Hier bitten die Tomburg-Ritter um einen Platz an der Tafel des Königs.
