Gegenbesuch aus Kecskemét in Rheinbach
Huszadszor – Zum zwanzigsten Mal
Rheinbach. Im 20. Jahr des Austauschprogrammes zwischen dem Piaristengymnasium in Kecskemét, Ungarn, und dem Vinzenz-Pallotti-Kolleg und dem St. Joseph-Gymnasium aus Rheinbach erwiderte Ende Juni eine 13-köpfige Delegation des ungarischen Privatgymnasiums den Besuch der Pallottischülerinnen und -schüler im Mai.
Teilnahme am Regelunterricht des Vinzenz-Pallotti-Kollegs und binationale Projektarbeit bildeten die konzeptionelle Basis für den Aufenthalt der Gäste in Rheinbach. Johannes Wagner und Bernhard Vogt, die VPK-Koordinatoren für den Studienaufenthalt der Ungarn in Rheinbach, hatten ein anspruchsvolles und umfangreiches Arbeitsprogramm vorgesehen. Besuche im Rheinischen Landesmuseum, im Haus der Geschichte der Bundesrepublik und im LVR-Freilichtmuseum in Kommern nutzten die Arbeitsgruppen für den Vergleich der Museumskonzepte in Ungarn und Deutschland. Und die Schülerinnen und Schüler setzten die im ungarischen Kecskemét begonnene Projektarbeit zur Darstellung der jeweiligen nationalen Vergangenheit im öffentlichen Raum in Rheinbach fort. Dass es in Kecskemét mehr Denkmäler und Statuen gibt, war allen Schülerinnen und Schülern schnell klar. Warum? „Die Ungarn achten sehr auf ihre Geschichte und sind sehr stolz auf ihre nationalen Berühmtheiten“, resümierten Paula Bartholomeyczik und Tobias Günther (Klasse 9) mit ihren Partnern Krista Erika und Gál Gergely (Klasse 9 und 10). „In Deutschland gibt es dafür Mahnmale, die an den Holocaust erinnern.“ „In Ungarn geht man mit Geschichte offen um, die Nationalhelden werden sehr verehrt“, befanden auch Lukas Trimborn, Cara Semroch (Klasse 9) mit ihren Partnern Gracza Attila und Rádics Veronika (Klasse9 und zehn).
„Das interkulturelle Lernen des Austausches darf sich nicht darauf beschränken, die jeweils andere Kultur oberflächlich und touristisch konsumierend kennenzulernen“, erläuterten Csány Endre und Bernhard Vogt, die verantwortlichen Koordinatoren auf ungarischer und deutscher Seite, das von den beiden katholischen Gymnasien befürwortete Konzept. „Interesse und Neugier an kulturellen Unterschieden gilt es zu wecken, kulturelle Vielfalt gilt es zu schätzen.“
Was ungarische Schülerinnen und Schüler an Deutschland schätzen? „Die Mode.“ Laut Júhász Beatrix (Kasse 11) ist sie in Deutschland origineller, kreativer. „Bessere Straßen, sauberere, niedrigere und schnellere Busse. Kleinere Klassen“, findet Rádics Veronika (Kasse 10). „Wir haben viel längere Sommerferien“, glaubt Krista Erika Deutschland im Nachteil. „Aber in Deutschland ist mehr Leben im Unterricht.“ Sánta Márton erscheint Deutschland insgesamt als ein modernes Land, wenn auch seine Schule einen technologischen Vorsprung zu haben scheint: „Alle Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 haben ein Tablet, jeder Klassenraum hat Projektor und interaktives Smartboard.“
Eines ist sicher für Monori Lívia (Klasse 11) und alle anderen Austauschschülerinnen und -schüler aus Ungarn, nachdem sie Rheinbach besucht haben: „Wir wollen so oft wie möglich wieder kommen.“
