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Etwa 100 Vertreter von Auszubildenden trafen sich im Koblenzer Zentrum für Ernährung und Gesundheit

HwK erhält 1,7 Mio. Euro für Fortbildung

Ministerpräsidentin Malu Dreyer will mit Bonus Meistertitel und Existenzgründung attraktiv machen

08.03.2018 - 16:23

Koblenz. „Wir brauchen Sie alle, denn wir haben nicht genug junge Leute in allen Berufen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu etwa 100 jungen Auszubildendenvertretern (JAV). Die waren von der Landesregierung zum 15. Jugend- und Auszubildendenvertretungsforum ins Zentrum für Ernährung und Gesundheit der Handwerkskammer Koblenz eingeladen worden.


1.000 Euro für die bestandene Meisterprüfung und 2.500 Euro für die Existenzgründung


Malu Dreyer unterstrich ihre Worte auch mit Taten: „Die HwK Koblenz erhält eine Zuwendung von fast 1,7 Millionen Euro für die Meisterausbildung und die Selbstständigmachung im Handwerk“, versicherte die Ministerpräsidentin.

So bekommt jeder, der nach dem 1. Januar 2017 seine Meisterprüfung bestanden hat oder noch besteht einen Aufstiegsbonus über 1.000 Euro. Meister, die ab 1. Januar 2017 eine Existenz gründeten, oder dies noch machen erhalten einen Bonus von 2.500 Euro.

So will das Wirtschaftsministerium die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung unterstreichen und den Weg der beruflichen Fortbildung als gleichwertige Alternative zum ersten akademischen Abschluss noch attraktiver machen.

So begründete Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt in einem Interview durch Moderator Markus Appelmann die zweckgebundene Zuwendung an die HwK Koblenz.

Zuvor hatte HwK-Hauptgeschäftsführer Alexander Baden bei seiner Begrüßung auch die HwK Koblenz vorgestellt: „Wir haben fast 19.500 Handwerksbetriebe mit über 8000 Auszubildenden, von denen wir viele in ihren Arbeitsverhältnissen betreuen.“ Baden beklagte, dass der Trend zum Studium eine prekäre Situation auf dem Ausbildungsmarkt bringe; „Wir geben Tipps zum Ausbildungsstart und unsere Berater gehen in die Betriebe, damit es kaum zu Lehrabbrüchen kommt“, erläuterte Baden die HwK-Aktionen.


Malu Dreyer: „Gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zum Meister“


Malu Dreyer lobte die JAV: „Diese jungen Menschen geben Impulse an Ausbilder und Vorstände und übernehmen im Betrieb früh Verantwortung.“ Die Ministerpräsidentin versprach für Rheinland-Pfalz eine gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zum Meister: „Keine schulische Ausbildung darf mehr Geld kosten. Auch bei Ergotherapie und ähnlichen Gesundheitsberufen müssen die Kosten abgeschafft werden“, sagte die Ministerpräsidentin.

Was die Politiker noch für die Bildung tun müssten, wollte Moderator Markus Appelmann vom HwK-Vizepräsidenten Joachim Noll, er ist auch Ausbildungsleiter bei Daimler in Koblenz, und von Bernhard Meiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Koblenz wissen. Joachim Noll forderte einen besseren und kostenfreien ÖPNV für Auszubildende: „Sie müssen die Möglichkeit haben, ganz früh morgens an ihrem Ausbildungsplatz zu erscheinen, möglichst kostenfrei. Solche Azubi-Tickets gibt es bereits in Hessen. Wer von Kastellaun nach Mainz will, braucht zweieinhalb Stunden“, kritisierte der HwK-Vizepräsident.

Den Forderungen konnte sich Bernhard Meiser nur anschließen. Seiner Ansicht nach müsse die Bildungsqualität der Schulabgänger angehoben werden: „Abitur muss bedeuten, die jungen Leute sind wirklich hochschulreif und müssen weder Studium noch Ausbildung wechseln oder abbrechen.“


Es wurde „Tacheles“ geredet


Bei den folgenden Diskussionen wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, damit die Auszubildendenvertreter laut Moderator wirklich „Tacheles“ reden konnten und keine Scheu hatten Betriebe, Chefs oder Ausbilder zu kritisieren

. HEP

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Kommentare
Uwe Klasen :
Klimawandel, Starkregen: Eine Koinzidenz ist noch keine Korrelation und bedeutet erst recht noch keine Kausalität
Uwe Klasen:
Solange solche Fehlkonstruktionen wie z.B das DSGVO aus Brüssel kommen oder vergleichbarer Unsinn, solange wird es auch kein "Europa United" geben!

Ein echter Hingucker

juergen mueller:
Hat unsere Stadt keine anderen Probleme? Die erst einmal zu lösen und dafür Geld zu investieren wäre angebracht und sinnvoller als sich immer nur auf die Suche nach Dingen zu begeben, die zwar "echte Hingucker" sein mögen, aber erst einmal überflüssig sind. Anscheinend ist diese Dringlichkeit solcher zu bewältigenden Aufgaben in den Köpfen unserer Volksvertreter noch nicht angekommen, ebenso wie die Tatsache, dass es immer leicht ist, Gelder auszugeben, egal ob sinnvoll oder nicht, die auf dem Rücken der Steuerzahler erwirtschaftet werden. Der Ideenreichtum der Politik scheint grenzenlos zu sein.
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