Allgemeine Berichte | 08.09.2017

70 Jahre IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz

IHKs unterstreichen Kernforderungen der Wirtschaft

Im Gespräch mit Dr. Volker Wissing

Als zentrale Forderungen an die Landesregierung stellen die IHK-Vertreter die Stärkung der Aus- und Weiterbildung, die Sicherung der Exportstärke und die Förderung von Unternehmensgründungen in den Mittelpunkt.privat

Koblenz. Zum 70-jährigen Bestehen der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz haben die vier IHKs im Land bei einem Pressegespräch ihre zentralen Forderungen an die Landesregierung gegenüber dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing unterstrichen. Die IHK-Vertreter mahnten, die derzeitige Boom-Phase dazu zu nutzen, langfristig gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. In den Mittelpunkt stellen die IHKs die Stärkung der Aus- und Weiterbildung, die Sicherung der Exportstärke und die Förderung von Unternehmensgründungen.

Der Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Präsident der IHK Trier, Peter Adrian, verwies auf die derzeitige Konjunkturlage: „Bei Steuereinnahmen in Rekordhöhe hat das Land jetzt alle Chancen, um für schlechtere Zeiten vorzubeugen, den Haushalt zu konsolidieren und zukunftweisende Investitionen zu tätigen.“

Zur beruflichen Bildung in Rheinland-Pfalz sagte der Präsident der IHK Pfalz, Albrecht Hornbach: „Die Verantwortlichen müssen alles daran setzen, das Image der dualen Aus- und Weiterbildung in der Öffentlichkeit wieder zu stärken.“ Hierzu fordern die IHKs, dass in allen allgemeinbildenden Schulen eine Berufs- und Studienorientierung verlässlich angeboten wird, und dabei Vorteile, Chancen und Vielfalt der beruflichen Bildung beworben werden. Zudem müsse das Land leistungsfähige Berufsschulen in den Regionen sichern. Mischformen beruflicher und akademischer Bildung, wie die Dualen Studiengänge, sollten praxisnah, qualitätsorientiert und bedarfsgerecht ausgebaut und die Entwicklung neuer Modelle unterstützt werden.

Die Präsidentin der IHK Koblenz, Susanne Szczesny-Oßing, unterstrich in ihren Ausführungen zur rheinland-pfälzischen Außenwirtschaft, wie sehr die heimische Wirtschaft in einem besonders exportorientieren Bundesland wie Rheinland-Pfalz von offenen Märkten profitiert. Sie forderte: „Die Landespolitik muss freien Handel auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene offensiv unterstützen. Sie sollte konsequent und öffentlichkeitswirksam für diese Position werben. Bei ihrer Beteiligung über den Bundesrat an Ratifizierungsprozessen für Freihandelsabkommen ist ein klares Votum der Landesregierung pro Freihandel erforderlich.“ Zudem sollte die Außenwirtschaftsförderung des Landes auf den Prüfstand gestellt werden, damit sie noch stärker als bisher dem individuellen Bedarf von Unternehmen Rechnung tragen könne – und beispielsweise die Mitnutzung von Auslandsreisen und Messebeteiligungen anderer Bundesländer ermöglichen.

Für ein besseres Gründungsklima setzte sich der Präsident der IHK für Rheinhessen, Dr. Engelbert J. Günster, ein. Dies beginne schon in den Schulen: „In den meisten Schulen ist ‚Unternehmertum‘ als Unterrichtsinhalt kaum verankert. Hier sollte die Landesregierung aktiv durch die Ergänzung der Rahmenlehrpläne im Bereich Wirtschaft tätig werden – zumal Dr. Wissing Rheinland-Pfalz zum Gründerland Nummer 1 machen möchte.“ Es gehe aber nicht nur darum, klassische Gründungen, technologieorientierte Startup-Gründungen und Unternehmensnachfolgen als echte Karriereoptionen herauszustellen, sondern auch konkret durch den Zugang zu Finanzierungs- und Fördermitteln zu begünstigen. Hier forderte Günster einen leichteren Zugang zu Wagniskapital. Als Beitrag zu einem besseren Gründerklima wertete er auch ein einfacheres und gründungsfreundliches Steuersystem und weniger bürokratischen Aufwand.

Pressemitteilung der

IHK Koblenz

Als zentrale Forderungen an die Landesregierung stellen die IHK-Vertreter die Stärkung der Aus- und Weiterbildung, die Sicherung der Exportstärke und die Förderung von Unternehmensgründungen in den Mittelpunkt.Foto: privat

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