Sankt Martins-Feier in Dierdorf
„Ich kann auch mein Spielzeug mit einem anderen Kind teilen“
Kirchenandacht und Zuckerbrezeln am Martinsfeuer - Kinder hatten gute Ideen, was man alles teilen kann
Dierdorf. Ist schon eine tolle Geschichte, die die Kinder in der katholischen Kirche hörten und anschließend auch spielten. Da kommt einer auf einem Pferd geritten, in einer kalten Winternacht, und teilt seinen Mantel mit einem armen Bettler, der kurz vor dem Erfrieren ist. Die Kinder haben den Sinn auch komplett begriffen. „Ich könnte zum Beispiel mein Spielzeug mit einem anderen Kind teilen, das nichts zum Spielen hat“, sagte ein Junge auf die Frage von Diakon Wilfried Voigt, was man denn noch teilen könnte, außer seinem Mantel. Voraussetzung fürs Teilen ist natürlich die Bereitschaft, etwas vom eigenen Besitz abzugeben, und an dem Punkt fängt die Sache für den einen oder anderen Zeitgenossen schon wieder an schwierig zu werden. So gesehen, kann Sankt Martin nicht nur für die Kinder in Dierdorf, sondern auch für Erwachsene ein löbliches Vorbild sein. Den Kindern des Kindergartens unter der Leitung von Silvia Dills hat die kleine Andacht vor dem Marsch zum Martinsfeuer jedenfalls gut gefallen und sie lauschten andächtig den Worten ihrer „Chefin“, die in verständlichen Worten die Geschichte vorlas. Im Verlauf der halbstündigen Kirchenzeit fielen bei den Fürbitten-Gebeten Sätze wie „Lass uns lieb zueinander sein, nicht so neidisch, nicht so streitsüchtig, nicht so schadenfroh“ oder „Lass uns freigebig sein, hilf uns, dass wir nicht immer das Beste und das Meiste für uns behalten wollen“.
Gesungen wurden die bekannten Lieder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“, „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Ich geh mit meiner Laterne“. Monika Hachenberg, ebenfalls Erzieherin in Dierdorf, begleitete die Kinder auf der Gitarre. Bernhard Bätzing bediente die Orgel. Richtig Spaß hatten die Kinder beim Spielen der Martinsgeschichte: Connor Becks ritt auf einem Steckenpferd rund um den Altar herum, bremste sein Pferd, als er auf den Bettler (Sebastian Platz) traf, und gab ihm ein Stück seines feuerroten Mantels. Dann ritt er weiter und der Bettler hüllte sich in das Stück Stoff ein. Ähnliches passierte anschließend draußen auf dem Marktplatz, wo sich ein als Sankt Martin gekleideter Reiter auf einem echten Pferd eingefunden hatte.
Martinsfeuer im Vollmondschein
Außer den Kindergarten-Kindern waren auch ein paar Kleine aus der Grundschule zur Martinsfeier in der Kirche gekommen. Währenddessen warteten draußen schon ein paar hundert Dierdorfer mit ihren Kindern auf dem Beginn des Martinszugs durch die Stadt und zum Feuerplatz neben dem Kindergarten Holzbachfrösche. Angeführt wurden sie von „St. Martin“ Herbert Brühl auf seinem treuen Fuchshengst „Cowboy“.Die Jugendfeuerwehr und das Blasorchester Maischeid und Stebach begleiteten den Umzug mit Fackeln und Musik. Am Zielort angekommen, brannte schon das Feuer lichterloh in der dunklen Nacht, die aber passend zu den Laternen der Kinder von einem goldglänzenden Vollmond beschienen wurde. Erzieherinnen und Eltern hatten am Kindergarten den Getränkestand mit Punsch und Kakao vorbereitet, wo man sich mit heißen Getränken aufwärmen konnte. Hier wurden die Teilnehmer der Prozession von Stadtbürgermeister Thomas Vis begrüßt, der allen einen schönen Martinsabend und eine besinnliche Vorweihnachtszeit wünschte. Anstehen lautete dann die Devise vor dem Transportwagen der Freiwilligen Feuerwehr Dierdorf, in dem die schmackhaften großen, gezuckerten Teigweckmänner herbeigeschafft worden waren. Einfach nur lecker, lautete das Urteil der Kinder und auch etlicher Elternteile, die sich die Gelegenheit nicht entgehen ließen, noch einmal Kindheitserinnerungen aufkommen zu lassen. Alles in allem eine wieder mal sehr gelungene Veranstaltung.
In der kleinen Andacht in der katholischen Kirche St. Clemens in Dierdorf hörten die Kinder Geschichten über Sankt Martin und sangen Lieder.
Herbert Brühl machte wieder eine gute Figur als Sankt Martin auf seinem treuen Westernpferd „Cowboy“. Kinder und Eltern waren begeistert von der Atmosphäre vor dem leuchtenden Martinsfeuer.
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