Seniorennetzwerk feierte sein zehnjähriges Bestehen
„Ich mit anderen für andere“
Ältere Mitbürger pflegen gemeinsame Interessen vom Tanzen über das Singen bis zu Theater und viel Kreativität
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es ist eine aktive Gemeinschaft, in der sich viele ältere Mitbürger um andere Menschen kümmern - und so auch etwas für sich tun. Das Seniorennetzwerk (SNW) in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss von Menschen der Generation 55+. Innerhalb des SNW haben sich verschiedene Gruppen gebildet, deren Mitglieder gemeinsam ihren Neigungen nachgehen. Das Netzwerk steht unter der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr, ist aber inzwischen viel mehr als eine überkonfessionelle und überparteiliche Einrichtung. Es ist ein fester Bestandteil im Leben der Kreisstadt und besteht nun exakt zehn Jahre. Ein Grund zum Feiern, fanden die Mitglieder des Organisationsteams mit dem Vorsitzenden Friedemann Bach und Wilhelm Ebbecke, Rainer und Helga Nennmann, Hans Nicolaysen und Ingrid Mecklenburg, nicht zu vergessen Marion Surrey, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, das eng mit dem SNW zusammenarbeitet. Friedemann Bach begrüßte im Saal des evangelischen Gemeindehauses die zahlreichen Geburtstagsgäste des Zehnjährigen und gab schnell weiter, denn im SNW gibt es inzwischen 15 Interessengruppen, von denen einige gratulieren wollten.
Singkreis, Literaturgruppe, meditativer Tanz, kreatives Schreiben, Senioren-Schach und die Theater-Laienspiel-Gruppe „Die Spicker“ zeigten einen Querschnitt ihrer Arbeit. Doch diese Bereiche sind noch nicht alles, was von und für Senioren vernetzt wird. Ahnenforschung, Betreuung, Café, Computer, Denksport, Gesprächskreis, Malen, Spielen, Generationentreff, Projekte und eben eine vielfältige Vernetzung von Menschen und Veranstaltungen sind weitere Eckpfeiler. Die Seidenmalerei-Gruppe zeigte eine bunte und liebevolle Ausstellung ihrer „Produkte“. Mehr als 300 Aktive gibt es in den unterschiedlichen Gruppen, wobei die meisten Teilnehmer gleich in mehreren Gruppen mitmachen. Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch brachte es in seiner launigen Gratulation auf den Punkt: „Die Senioren haben einen unschätzbaren Erfahrungs- und Lebensschatz, den sie mit anderen teilen und auch an Jüngere weiter geben. Hier ist jeder für jeden da.“ Das spiegelt sich auch in den Leitlinien des Seniorennetzwerkes: „Ich für mich“, man geht eigenen Interessen nach und pflegt sie; „Ich mit anderen für mich“, das SNW ist Forum für Information, Kommunikation und Integration; „Ich mit anderen für andere“, es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren; „Andere mit anderen für mich“, die Netzwerkarbeit ist eine Investition in die Zukunft - für jeden Menschen für sich und für die Allgemeinheit. Und jeder findet jemanden, der ihm hilft.
Für viel Unterhaltung sorgten die Mitglieder des Literaturkurses, die einen Querschnitt durch Jahrhunderte kritischen und humorvollen Schreibens boten, dabei auch zum Nachdenken anregten. Erich Kästner und Eugen Roth („Die Menschen sind gut, nur die Leute sind schlecht“) waren nur einige der ausgewählten Autoren. Stadtbeigeordneter Hans Juchem überbrachte die Glückwünsche des Bürgermeisters und hob die Bedeutung des Netzwerkes für Bad Neuenahr-Ahrweiler hervor. Das „generationenübergreifende Miteinander“ werde gepflegt, es gäbe „vielfältige Hilfe für alle Generationen auch im Alltag“. Für seine Arbeit hatte das SNW bereits zweimal den Innovationspreis des Kreises Ahrweiler erhalten.
Friedemann Bach ließ kurz die zehn Jahre des Bestehens Revue passieren. Ende September 2004 hatte die evangelische Kirchengemeinde Bad Neuenahr Interessierte ab 55 Jahren zu einem Zielfindungsseminar eingeladen. Daraus entstanden dann die jetzt 15 Interessengruppen, die sich regelmäßig treffen. Alle Gruppen haben Ansprechpartner, die Auskünfte über Ort und Termin der Treffen geben können. Das SNW ist offen, was man an der starken Ausweitung des Angebots sieht. Einige Partner sind inzwischen gefunden und arbeiten eng mit dem Netzwerk zusammen. Friedemann Bach betonte die „Eigenkompetenz“ der Senioren, man müsse sie vernetzen und einbinden, die älteren Mitbürger müssten sich aber auch selbst einbringen und sich mitteilen. Die Teilnahme von 300 Aktiven zeige, dass das SNW auf dem richtigen Weg ist. Wer mehr über die Einrichtung erfahren möchte, findet unter www.seniorennetzwerk-bna.de weitere Informationen, Ansprechpartner, Termine und Angebote. Die Geburtstagsfeier endete offiziell, wie sie begonnen hatte: mit einem gemeinsamen Lied. Das „Ein schöner Tag“ sangen die zahlreichen Besucher gerne mit. Anschließend saß man noch beim gemütlichen Plausch zusammen, das Mehrgenerationenhaus hatte die Bewirtung des Vormittags übernommen.
WM
