Allgemeine Berichte | 12.03.2013

Darmkrebsmonat März

„Ihr Auto bringen Sie doch auch zur Inspektion“

Theaterstück „Alarm im Darm“ brachte Zuschauer in Bonn und Rheinbach zum Lachen und informierte nebenbei über Darmkrebsvorsorge

Heinz hat große Angst vor der Vorsorge-Darmspiegelung. Unbegründet, wie er feststellt. privat

Bonn/Rheinbach. „Ich will, dass Sie mich untersuchen - aber das darf keiner wissen“, sagt Heinz, der Protagonist in dem Theaterstück „Alarm im Darm“ zu seiner Ärztin. Damit bringt er auf den Punkt, was viele Menschen über Darmkrebsvorsorge denken: Darüber spricht man nicht. Dass es sich doch lohnt, darüber zu sprechen - und dass das Thema sogar sehr unterhaltsam sein kann - zeigten die Schauspieler Coralie Wolff und Volker Heymann vom VorsorgTheater der Stiftung LebensBlicke am 4. März im Bonner Haus der Springmaus und am 6. März im Rheinbacher Glasmuseum. Das Duo sorgte mit der knapp einstündigen Komödie für beste Unterhaltung - und informierte nebenbei über die Wichtigkeit der Darmkrebsvorsorge.

„Niemand dreht einen Film von meinem Darm“: Vorbehalte gegen die Darmkrebsvorsorge

Die Geschichte des Stücks ist schnell erzählt: Heinz soll, so findet seine Frau, zur Darmkrebsvorsorge gehen. Zunächst soll er einen Stuhltest machen, um zu überprüfen, ob Blut in seinem Stuhl ist. „Blut ist da drin, wenn ich Blutwurst gegessen haben“, wischt Heinz das heikle Thema vom Tisch. Als seine Frau ihn dann noch darüber aufklärt, dass endgültige Sicherheit nur eine Darmspiegelung bringt, will Heinz endgültig nichts mehr von Vorsorge wissen. „Einen Film von meinem Darm dreht niemand.“

Trotz der Ablehnung: Heinz wird nachdenklich - und findet sich letztendlich doch bei einer Ärztin wieder, die ihm charmant all seine Sorgen nimmt. Am Ende des Stücks unterzieht Heinz sich schließlich doch der gefürchteten Untersuchung und stellt fest, dass diese nicht schmerzhaft ist. „Das war das Beste, was Sie für sich tun konnten“, bekräftigt die Ärztin seine Entscheidung.

Köstlich amüsiert - und ganz nebenbei informiert

„Heinz durchsteht im Laufe des kurzweiligen Stückes alle typischen Ängste und Sorgen, die fast alle Menschen haben, wenn es um Darmkrebsvorsorge geht“, erklärt Prof. Dr. Hans-W. Keller, Leiter des Darmkrebszentrums am Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg und Initiator der Veranstaltungen. Am Ende ist Heinz dann aber doch einsichtig, das Argument der Ärztin „Ihr Auto bringen Sie doch auch zur Inspektion“ überzeugt ihn. Und dass ein Polyp bei Heinz gefunden wird, der sich zu einem Tumor entwickeln könnte, zeigt, wie wichtig das Thema ist. „Niemand muss an Darmkrebs sterben. Wenn die Erkrankung früh genug erkannt wird, stehen die Heilungschancen sehr gut“, so Prof. Dr. Keller bei den beiden Veranstaltungen. Daher habe das Darmkrebszentrum am Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg sich für das Jahr 2013 auch die Information über die Wichtigkeit der Vorsorge auf die Fahnen geschrieben. Dass das Team mit „Alarm im Darm“ neue Wege in der Information ging, konnte Keller als Erfolg verbuchen: Jeweils rund 100 Zuschauer in Bonn und Rheinbach lachten herzhaft über Heinz und seine Argumente - und bekamen dabei ganz nebenbei Informationen über die Darmkrebsvorsorge. Die rege Nachfrage bei den bereitstehenden Experten des Darmkrebszentrums am Ende der Veranstaltung bestätigte die Idee, mit Humor über ein ernstes Thema zu informieren. Eine Zuschauerin erklärte im Anschluss: „Ich habe mich köstlich amüsiert. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass ich mich dringend um einen Termin für die Vorsorge kümmern muss.“

Darmkrebsvorsorge: Kleine Untersuchung, große Wirkung

Die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für alle Männer und Frauen ab dem 55. Lebensjahr. Bei akuten Beschwerden oder erhöhtem Risiko, beispielsweise bei Vorerkrankungen in der Familie, ist die Untersuchung auch vorher sinnvoll. Die Untersuchung wird von spezialisierten Ärzten (Gastroenterologen) ambulant durchgeführt und dauert etwa 20 Minuten. Mit einer kleinen Kamera, die in einen biegsamen Schlauch (Endoskop) integriert ist, werden Dick- und Mastdarm untersucht. Eventuell vorhandene Wucherungen der Darmschleimhaut können bei der Untersuchung direkt abgetragen werden. Da aus diesen Polypen häufig Tumore entstehen können, werden somit bei der Vorsorge-Darmspiegelung nicht nur eventuelle Risiken erkannt, sondern auch sofort behoben. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft und wird unter der Gabe von leichten Beruhigungsmitteln durchgeführt. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 70.000 Menschen an Darmkrebs. Damit ist die Erkrankung die häufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Wird der Tumor in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungschancen hoch.

Heinz hat große Angst vor der Vorsorge-Darmspiegelung. Unbegründet, wie er feststellt. Foto: privat

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