Ausstellung „Parallelen & Kontraste“ im Amtsgericht Rheinbach ab 9. Dezember
Im Amtsgericht faszinieren malerische Kontraste
Rheinbach. Sein an Kunstpräsentationen reiches Jubiläumsjahr schließt das KUNSTFORUM ‚99 mit einer lebendigen und fröhlichen Ausstellung im Amtsgericht Rheinbach ab. Vier Malerinnen, die in diesem Jahr Mitglied des Kunstvereins wurden, zeigen im alten Gerichtsgebäude an der Schweigelstraße ihre Arbeiten und stellen sich dem Rheinbacher Publikum vor. „Parallelen & Kontraste“ ist der Titel der Ausstellung, die bis zur letzten Februarwoche zu sehen sein wird. Im Jahr seines 15-jährigen Bestehens zeigt sich der Rheinbacher Kunstverein unermüdlich. Die soeben eröffnete Kunstpräsentation im Amtsgericht ist die neunte Ausstellung in diesem Jahr - so viel Kunst gab es in Rheinbach seit Langem nicht. In der Ausstellung „Parallelen & Kontraste“ geben die Malerinnen Margarete Esser, Petra Funk, Mariola Maria Hornung und Anja Kleeman-Jacks als neue Mitglieder des KUNSTFORUM ‚99 ihre künstlerische Visitenkarte ab - Arbeiten von einem beachtlichen Niveau in den unterschiedlichsten Techniken und Malstilen. Frei nach dem Ausstellungstitel zeigt die Ausstellung Parallelen, aber auch kräftige Kontraste. Ein großer Reiz der Ausstellung liegt gerade in der Unterschiedlichkeit der Themen und Arbeitsweisen.
Die großformatigen Frauenakte von Margarete Esser gefallen durch ihre weichen transparenten Formen und ihre zarten und dezenten Farben. Wie unter Schleiern zeichnen sich die Körperformen ab und wie auf Suchbildern folgt das Auge den reizvollen Linien und Konturen. Die meist Ton in Ton gehaltenen Aktbilder wirken geheimnisvoll und sinnlich zugleich. Durch die Bildkomposition und Farbgebung entstehen Vielschichtigkeit und Tiefe. Von malerischer Wirkung sind auch die Druckgrafiken von Margarete Esser, die ebenfalls Frauengestalten zeigen.
Dagegen sind die Arbeiten der Malerin Petra Funk thematisch breit gefächert. Das Fernweh und die Reiselust sind die Lieblingsthemen der Künstlerin, und die südamerikanische Pflanzen- und Tierwelt gehört zu ihren bevorzugten Sujets: Regenwaldbilder, exotische Vögel, überbordende Blütenkaskaden und Einblicke in den Dschungel - alles eingefangen auf ebenfalls oft großformatigen Bildern. Petra Funk stellt auch eine Reihe von gegenständlichen und abstrakten Arbeiten aus, die nach der PanArt-Methode entstanden sind, in einem freien Spiel mit Farben, Formen und Empfindungen.
Ein Blickfang besonderer Art sind die Bilder der Künstlerin Mariola Maria Hornung. Sie schildert in einer Serie von acht Bildern bilderbuchartig den Schicksalsweg einer zerbrechenden Ehe und den glücklichen Neubeginn einer Familie. Ebenso ungewöhnlich wie die Wahl des Themas ist die Art der Darstellung, die zwischen Ernst und Komik schwankt und das nicht gerade lustige Thema aber doch in fröhlich-bunten Farben schildert. Mit ihren Stillleben zeigt die Künstlerin, dass ihr dekorativer Malstil auch zur Wiedergabe anderer Themen taugt.
Ebenfalls von einer sehr eigenen Handschrift geprägt und von hohem ästhetischen Anspruch sind die Arbeiten der Künstlerin Anja Kleemann-Jacks. In vielen ihrer Bilder sind Tempo und Bewegung spürbar, und immer ist es die besondere Sicht der Dinge, die ihre Arbeiten bestimmen. Ihre Werke spiegeln die Faszination ihrer norddeutschen Heimat, der Küste und in ganz besonderer Weise all das, was an Strandgut zu finden und geeignet ist, als Objekt in den Bildern verwendet zu werden.
Eine sehr bestimmte Farbwahl und das Skizzenhafte der Bilder sind ein wiederkehrendes Merkmal und geben den Arbeiten Charakter.
